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Diese 10 Insekten bekommen Sie in der Schweiz vielleicht bald nicht mehr zu Gesicht

60 Prozent der Insekten im Land stehen auf der roten Liste. Wissenschafter warnen vor den Folgen - und fordern unverzüglich zum Handeln auf.
Dominic Wirth
Der Alpenbock (Rosalia alpina). Bild: Albert Krebs)Der Alpenbock (Rosalia alpina). Bild: Albert Krebs)
Die Berghexe (Chazara briseis). (Bild: Florian Altermatt)Die Berghexe (Chazara briseis). (Bild: Florian Altermatt)
Das Bergkronenwicken-Widderchen (Zygaena fausta). Bild: Florian AltermattDas Bergkronenwicken-Widderchen (Zygaena fausta). Bild: Florian Altermatt
Der dunkle Wieseknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous). Bild: Florian AltermattDer dunkle Wieseknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous). Bild: Florian Altermatt
Die gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum). Bild: Albert KrebsDie gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum). Bild: Albert Krebs
Die glänzende Binsenjungfer. (Lestes dryas). Bild: Albert KrebsDie glänzende Binsenjungfer. (Lestes dryas). Bild: Albert Krebs
Die grosse Höckerschrecke (Arcyptera fusca). Bild: Albert KrebsDie grosse Höckerschrecke (Arcyptera fusca). Bild: Albert Krebs
Der Hirschkäfer (Lucanus cervus). Bild: Albert KrebsDer Hirschkäfer (Lucanus cervus). Bild: Albert Krebs
Der schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne). Bild: Florian AltermattDer schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne). Bild: Florian Altermatt
Die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum). Bild: Albert KrebsDie Sumpfschrecke (Stethophyma grossum). Bild: Albert Krebs
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Vom Schmetterling bis zum Hirschkäfer: Diese Insekten sind gefährdet

Käfer, Heuschrecken, Libellen, auch Schmetterlinge: Sie alle stehen in der Schweiz auf der roten Liste. 60 Prozent der hiesigen Insekten sind mittlerweile dort verzeichnet. «Die Situation ist beunruhigend», sagt Florian Altermatt, der Präsident des Forums Biodiversität Schweiz. Wie andernorts in Europa droht in der Schweiz die Mehrheit der Insektenarten stark zurückzugehen oder gar zu verschwinden. Die Bestände und die Vielfalt sind stark rückläufig. Altermatt nennt dafür verschiedene Gründe.

  • Zerstörte und isolierte Lebensräume: Die immer stärkere Nutzung der Landschaft hat viele Lebensräume der Insekten zerstört. So sind etwa seit 1900 satte 95 Prozent der Trockenwiesen und -weiden verschwunden. Im Mittelland sind geeignete Lebensräume seltener geworden. Und wenn es sie noch gibt, liegen sie oft zu weit auseinander.
  • Schlechtere Qualität der Lebensräume: Insektizide und Pesitizide, die vor allem von in der Landwirtschaft eingesetzt werden, sind effektiv. Allerdings töten sie nicht nur, was sie sollen - sondern oft auch Nützlinge.
  • Lichtverschmutzung: In Siedlungen trägt auch sie zum Insektenschwund bei. Lichtquellen ziehen die Insekten an, und das kann tödliche Folgen haben. Etwa, weil Fressfeinde sie dort jagen. Oder weil sie so lange um das Licht flattern, bis sie vor Erschöpfung sterben.
  • Übereifrige Hobbygärtner: Viele Grünflächen, Privatgärten etwa, sind derart reinlich gepflegt, dass sie den Insekten kaum mehr Lebensraum bieten.

Warum der Insektenschwund uns alle betrifft

Insektenschwund, na und, mag sich mancher denken. Doch ohne sie geht es nicht. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Natur. Wissenschafter sprechen in diesem Zusammenhang von Ökosystem-Leistungen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Das meinen sie damit:

  • Bestäubung: Viele Pflanzen sind auf Insekten angewiesen, weil sie von ihnen bestäubt werden. Dazu gehören etwa fast alle Obstsorten, Äpfel und Birnen etwa, aber auch Gemüse wie Gurken. «Wenn es nicht genug Bestäuber gibt, hat man am Schluss weniger Ertrag», sagt Altermatt.
  • Schädlingskontrolle: Auf den ersten Blick sind Insekten vielleicht eher lästig, doch sie halten Schädlinge unter Kontrolle - Blattläuse etwa. Wenn die Insekten fehlen, ist das gut für die Schädlinge.
  • Bodenbearbeitung: Insekten sind auch im Untergrund tätig - und sorgen etwa mit ihren Larven dafür, dass der Boden fruchtbar bleibt.

Laut Florian Altermatt, der auch an der Universität Zürich als Professor für äquatische Ökologie arbeitet, ist das aber noch nicht alles. Denn die Insekten sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere, Vögel etwa oder Fische. «Wir wissen, dass sich der Insektenschwund auch auf andere Arten auswirkt, weil ihnen die Nahrungsquelle ausgeht», sagt Altermatt.

Der Experte empfiehlt «mehr Mut zur Wildnis»

Bleibt noch eine Frage: Was tun? Wissenschafter Altermatt sagt, eine Ursache sei sicher die intensive Landwirtschaft, welche die Landschaft in der Struktur bereinigt und auch viele Pestizide einsetzt. Mit diesem Thema wird sich bald auch das Schweizer Stimmmvolk auseinandersetzen: Zwei Volksinitiativen, die sich auch mit dem Thema Pestiziden befassen - eine verlangt ein generelles Verbot syntethischer Pestizide - sind bereits eingereicht und liegen derzeit beim Parlament.

Florian Altermatt betont, dass es an der Zeit sei, endlich aktiv zu werden. «Wir müssen den Insektenschwund aufhalten», sagt er. Dazu kann übrigens auch jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. «Ich plädiere für mehr Mut zur Wildnis im eigenen Garten, denn jeder kann ein kleiner Lebensraum sein», sagt Altermatt.

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