WETTER: Regenfälle führen zu Problemen

Auch am Dienstag lässt der Sommer in der Schweiz auf sich warten. Seit Montagabend fielen erneut anhaltend starke Niederschläge. Besonders betroffen waren die zentralen und östlichen Voralpen sowie das Berner Oberland. Die Regenfälle sollen noch bis Dienstagnacht anhalten.

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Die Gefahrenkarte des Bundes für Dienstag. Orange bedeutet Gefahrenstufe 3 von 5. (Bild: Naturgefahren.ch)

Die Gefahrenkarte des Bundes für Dienstag. Orange bedeutet Gefahrenstufe 3 von 5. (Bild: Naturgefahren.ch)

Die Regenfälle der letzten 36 Stunden hätten zu Problemen wie kleinere Überschwemmungen geführt, wie Meteonews meldet. Einige Flüsse und Bäche führen Hochwasser, vor allem im Berner Oberland. Die
Kander erreichte kurzzeitig die Gefahrenstufe 5 - die höchste der 5-teiligen Skala. Dies entspricht einem Hochwasser, das durchschnittlich etwa alle 50 Jahren auftritt. Die Lütschine erreichte einen Stand, welcher etwa alle 30 Jahre eintritt, ebenso die Töss im Kanton Zürich. Entsprechend habe es in weiten Teilen der
Alpennordseite Probleme wie vollgelaufene Keller oder überschwemmte Strassen gegeben. Hangrutsche seien denkbar, führt Meteonews aus.

Hohe Niederschlagsmengen auch in Zentralschweiz

In den letzten 36 Stunden fielen auch in der Zentralschweiz grosse Menden Regen. So wurden in Einsiedeln 88 Liter Regen pro Quadratmeter, in Sattel 73, in Engelberg 72 und Luzern 55 Liter pro Quadratmeter gemessen. Den absoulten Höchstwert ergaben die Messungen für den Sänits. Dort fielen 115 Liter Regen pro Quadratmeter.

Der Wetterdienst Meteocentrale gab gegen 14.15 Uhr am Dienstagnachmittag eine Unwetterwarnung der Stufe Rot für die Zentralschweiz heraus. Die Stufe ist die zweithöchste in der Skala des Wetterdienstes. Die Experten des Wetterdienstes rechnen bis am Dienstagnacht mit weiteren Regenfällen von 10 bis 20 Litern pro Quadratmeter. Auch Meteonews meldet anhaltenden Regenfälle bis in den Abend hinein, die dann aber langsam nachlassen sollen.

Wie der Wetterdienst Meteonews am frühen Dienstagmorgen auf Anfrage mitteilte, wurden in Rapperswil mit 48 Litern seit Montagmittag die höchsten Niederschlagsmengen gemessen. Dahinter folgten Einsiedeln mit 47 sowie der Jura- Gipfel Chasseral und Hinwil im Zürcher Oberland mit 45 Litern.

Strassen gesperrt

Im Lauf des Vormittags wurden nach Angaben des Touring Clubs Schweiz (TCS) einige Strassen wegen Hochwassers gesperrt. Betroffen waren unter anderen die Kantonsstrasse im Walliser Lötschental zwischen Wiler und Blatten und im Zürcher Oberland die Hauptstrasse von Hinwil-Pfäffikon bei Wetzikon.

Im Kanton Bern - dort waren wegen Gewittern und Regens am Montag rund 135 Schadenmeldungen eingegangen - gab es in der Nacht auf Dienstag kaum Probleme. Im Berner Oberland drang Wasser in einige Häuser ein, wie ein Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Thur erreicht erste Hochwassermarke

In den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden meldeten die Polizeien ebenfalls mit Wasser vollgelaufene Keller. In Bischofszell TG hatte die Thur die erste Hochwassermarke erreicht. Die Feuerwehr beobachtete die Situation, wie es auf Anfrage hiess.

Laut den Meteorologen war die Regenfront aber noch nicht ausgestanden. Für den ganzen Dienstag erwarteten sie anhaltenden und zum Teil kräftigen Regen. Die Meteorologen schlossen nicht aus, dass bis dann lokal über 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen könnten.

Das Naturgefahrenportal der Eidgenossenschaft naturgefahren.ch stufte die Gefahr durch Dauerregen vom Boden- bis zum Genfersee teilweise als erheblich ein.

An mehreren Gewässern, darunter der Aare, den Jurarand-Seen sowie Hochrhein, Thur, Reuss und Vierwaldstättersee, herrschte mässige Hochwassergefahr. Das entspricht der zweiten von fünf Gefahrenstufen. Für Mittwoch wurde besseres und trockeneres Wetter erwartet.

Hinweis: Aktuelle Prognosen auf www.luzernerzeitung.ch/wetter

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sda/rem