Strassenverkehr

Wieso lässt Swisscom selbstfahrende Autos auf Strassen herumkurven?

Swisscom lässt am Dienstag erstmals ein selbstfahrendes Auto auf Schweizer Strassen herumkurven. Doch was bringt das der Telekomfirma überhaupt? Dahinter steckt das "Internet der Dinge".

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Die Swisscom lanciert heute das erste selbstfahrende Auto auf Schweizer Strassen. Vom 4. bis zum 14. Mai steuert sich das Auto selbst durch die Stadt Zürich. Das Verkehrsdepartement UVEK hat den Tests bewilligt.

Das wichtigste: Statt einer Person aus Fleisch und Blut fährt und bremst ein Computer das Fahrzeug. Das Roboter-Auto erfasst andere Fahrzeuge und Passanten über Laserscanner, Radar und Videokameras. Spezielle Software analysiert die Daten, erkennt Fahrsituationen und gibt Fahrbefehle. Zwar sitzen Menschen hinter dem Lenkrad. Doch sie sorgen nur für die nötige Sicherheit.

Soweit so gut. Doch viele Fragen sich: Wieso macht das die Swisscom? Was hat ein Telekommunikationsanbieter mit einem umgebauten VW Passat zu tun? Swisscom selber sagt, dass sie Erkenntnisse gewinnen möchte, wie die Mobilität der Zukunft aussehen könnte. Man werde nicht zum Automobilhersteller.

Doch vieles was zur Zeit im Bereich Automobil und Verkehr läuft, hat mit Vernetzung zu tun: Autos "sprechen" künftig untereinander oder kommunizieren via Funk mit der Infrastruktur – Strasse, Brücken und Tunnels. Kein Wunder beschäftigen sich neben der Swisscom vor allem die grossen Internet-Giganten Google und Apple mit dem Automobil der Zukunft: Es gibt in diesem Bereich künftig viel Geld zu verdienen. Stichwort ist hier das "Internet der Dinge".

Experten sind deshalb begeistert: "Für Swisscom ist das Projekt eines selbstfahrenden Autos interessant, weil sie damit sozusagen in Echtzeit die verschiedenen Kommunikationstechnik testen kann. Betroffen ist nicht nur der klassische Mobilfunk, sondern auch andere Netze," sagt der Swisscom-Spezialist der Zürcher Kantonalbank dazu.

Kommt ein weiterer Punkt dazu: "Schon heute ist Swisscom bei der Auswertung von Verkehrsdaten in der Schweiz vorne mit dabei: Sie kann die Signale für den Mobilfunk auswerten und Verkehrsströme analysieren." Hier kann Swisscom als Marktführer in der Schweiz auf bestehende Daten zurückgreifen und künftig ganz neue Dienste anbieten: Vom Staumelder hin zum intelligenten Navigationsgerät. (asc)

So sieht das selbstfahrende Auto von Swisscom aus
6 Bilder
So sieht das selbstfahrende Auto aus
Hände weg vom Steuer - das selbstfahrende Auto braucht keinen Fahrer mehr
So sieht das selbstfahrende Auto von innen aus
Die Kamera auf dem Auto
Das Auto wird vom Computer aus überwacht

So sieht das selbstfahrende Auto von Swisscom aus

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