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Winkelzüge um Bischof

Kommentar
Pascal Hollenstein
Pascal Hollenstein (Bild: Manuela Jans-Koch / LZ)

Pascal Hollenstein (Bild: Manuela Jans-Koch / LZ)

Die katholische Kirche mag Einheit, Demut und Nächstenliebe lehren – ihre internen Auseinandersetzungen freilich gehorchen seit je einer anderen Logik. Ein halbes Jahr bevor der umstrittene Churer Bischof Vitus Huonder altershalber dem Papst seinen Rücktritt anbieten muss, ist das wieder zu beobachten. Haben sich bei früherer Gelegenheit die konservativen Kräfte aller kirchenrechtlichen Tricks bedient, um ihre Stellung zu sichern, so sind diesmal die so- genannt reformorientierten Kreise am Zug.

Ein vom Papst eingesetzter «Apostolischer Administrator», so fordern sie, solle das von Flügelkämpfen zerrissene Bistum befrieden. Das klingt zunächst vernünftig. Wer, wenn nicht der Papst, könnte schon Frieden stiften? Doch jetzt zeigt sich: Greift der Heilige Stuhl tatsächlich ein, würde das bisschen Demokratie, das es in Chur bei der Bischofswahl gibt, möglicherweise eliminiert werden. Ausgerechnet jene Kreise, die immer wieder laustark nach mehr Mitsprache der Basis rufen, setzen also auf eine kirchenrechtliche Entmündigung und Entdemokratisierung des Bistums.

Gewiss, man darf sich mit guten Treuen für eine Kurskorrektur im Bistum Chur aussprechen. Wer allerdings derart tief in die kirchenrechtliche Trickkiste greift, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob ein solches Vorgehen wirklich langfristig dem immer wieder beschworenen Frieden dient. Oder ob es nicht ganz einfach um die Durchsetzung eigener Positionen geht. Wohlverstanden: Auch das ist nicht à priori ein illegitimes Ziel. Nur: Heiligt der Zweck, auch der vorgeblich gute, wirklich alle Mittel?

Pascal Hollenstein

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