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Wir kämpfen weiter – für unsere Töchter

Flurina Valsecchi, stv. Chefredaktorin, zum internationalen Tag der Frau
Flurina Valsecchi
Heute vor einem Jahr: Frauen nehmen an einer Protestaktion vor dem Trump Tower in New York teil. (Bild: Bild: Bebeto Metthews/AP (8. März 2017))

Heute vor einem Jahr: Frauen nehmen an einer Protestaktion vor dem Trump Tower in New York teil. (Bild: Bild: Bebeto Metthews/AP (8. März 2017))

Vieles, was noch vor einigen Jahren undenkbar schien, ist heute eine Selbstverständlichkeit: Frauen stimmen ab, und sie bestimmen mit. Mädchen wachsen zu Ingenieurinnen, Chirurginnen und Anwältinnen heran. Und später werden ein paar von ihnen Bundesrätinnen, Firmenchefinnen und Verwaltungsratspräsidentinnen. Frauen leben ihr Leben selbstbewusst, bereisen die Welt, wie es ihnen gefällt. Sie tragen Jeans statt Jupes, die Haare sind auch mal ganz kurz, und es setzt dafür keine Ohrfeige von den Eltern.

Ein grosser Fortschritt in nur so kurzer Zeit! 1971 wurde das nationale Frauenstimmrecht eingeführt. Seit 1981 steht die Gleichstellung in der Verfassung. Viele weitere Meilensteine folgten. Zu verdanken haben wir es unseren Müttern und Grossmüttern. Für ihren Mut, hinzustehen und zu kämpfen – und dafür zu Hause auch noch mächtig Ärger zu riskieren – dafür verdienen sie Anerkennung.

Ist die Gleichberechtigung damit vollzogen? Können wir endlich aufhören mit den Diskussionen um Frau oder Mann? Leider nein! In vielen Bereichen gibt es in der Schweiz nach wie vor grossen Handlungsbedarf. Klar, viele Männer – in der Rolle als Partner im Privaten oder als Chef in der Firma – haben heute eine viel grössere Sensibilität gegenüber dem Thema Gleichstellung als noch vor wenigen Jahren. Auch Männer beteiligen sich daheim aktiv an der Haus- und Familienarbeit. Und im Unternehmen fördern sie Frauen gezielt.

Dennoch bleiben wichtige Fragen offen: Warum verdienen Frauen in unserem Land bis zu 20 Prozent weniger Lohn als Männer? Gleiche Arbeit für weniger Geld – ist das gerecht? Warum reden Politiker im Bundeshaus von bürokratischem Unsinn, wenn es darum geht, grosse Firmen zu Lohngleichheitsanalysen zu verpflichten? Warum klettern Frauen die Karriereleiter hoch, aber ganz zuoberst sitzen doch meist Männer? Warum geben immer noch so viele Frauen nach der Geburt ihrer Kinder ihren guten Job auf? Ja, warum sind Beruf und Familie im Jahr 2018 nach wie vor so schwierig unter einen Hut zu bringen?

Gefragt sind hier die Männer, die in vielen Bereichen über die nötige Macht verfügen, solche Missstände aufzuheben. Gefragt sind auch die Frauen, selbstbewusst für ihre Anliegen zu kämpfen und sich nicht vorzeitig zurückzuziehen. Von jedem Fortschritt in der Gleichstellung werden alle profitieren. Leicht vergessen geht zum Beispiel, dass es Väter wie Mütter gleichermassen schwer haben, eine Teilzeitarbeit zu erhalten, um so ihren Beitrag im Familienleben leisten zu können.

Den Weg, den wir – gemeinsam mit den Männern – eingeschlagen haben, ist der richtige. Doch wir Frauen sind noch nicht am Ziel. Unsere Grossmütter und Mütter haben gezeigt, wie man für seine Rechte einsteht – mit Stil und guten Argumenten. Wir sollten das auch tun. Für unsere Töchter.

Flurina Valsecchi, stv. Chefredaktorin

flurina.valsecchi@luzernerzeitung.ch

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