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ZEITUMSTELLUNG: Neuer Angriff auf die Sommerzeit

Die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann kämpft seit Jahren vergeblich gegen die Sommerzeit. Jetzt wagt sie einen neuen Anlauf.
Eva Novak
Letzte Nacht mussten die Uhren zurückgestellt werden. Wie lange noch? Bild: Christian Beutler/Keystone

Letzte Nacht mussten die Uhren zurückgestellt werden. Wie lange noch? Bild: Christian Beutler/Keystone

Die vergangene Nacht hat uns allen eine zusätzliche Stunde Schlaf beschert. Zum letzten Mal, wenn es nach Yvette Estermann ginge. Die Luzerner SVP-Nationalrätin hat sich seit Jahren den Kampf gegen die Sommerzeit auf die Fahnen geschrieben. Bisher vergeblich. Doch jetzt hat das Parlament der Balearen beschlossen, auf Mallorca und den Nachbarinseln die ewige Sommerzeit einzuführen. Umgekehrt gibt es auf dem spanischen Festland Bestrebungen, sich nur noch auf die Winterzeit zu beschränken.

«Die Mehrheit der Bevölkerung möchte weg von der Sommerzeit», ist die Luzernerin überzeugt. Sie verweist auf eine Volksabstimmung von 1978, als die Schweiz lediglich die Winterzeit kannte – und das Volk die Einführung der Sommerzeit deutlich verwarf. Dennoch wurde diese auf 1981 verordnet, nachdem der Rest Europas umgestellt hatte und sich die Schweiz als «Zeitinsel» wiederfand.

Neue Motion in der Wintersession

Höchste Zeit, dies wieder rückgängig zu machen, ist Estermann überzeugt. Die Uhren jedes Frühjahr um eine Stunde vor- und im Herbst wieder zurückzustellen, verursache zusätzliche Kosten, unnötigen administrativen Aufwand und schade der Gesundheit. Vor allem Kinder, Jugendliche und chronisch Kranke litten monatelang unter Schlafmangel und Müdigkeit, erklärt die Ärztin unter Berufung auf verschiedene Studien. Schlaflosigkeit, Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme: Das ist nur eine Auswahl der Übel, welche Estermann der Sommerzeit anlastet. Mit diesen Argumenten hatte die SVP-Politikerin bereits vor sechs Jahren argumentiert, als sie ihre erste Motion zur Abschaffung der Sommerzeit einreichte und den Bundesrat mit einer zweiten Motion verpflichten wollte, sich international für dieses Anliegen einzusetzen. Doch der Nationalrat teilte Estermanns Befürchtungen nicht und schmetterte beide Vorstösse überaus deutlich ab. Auch die Mehrheit der eigenen Fraktion war dagegen, sagte «Njet», obwohl Russland gerade beschlossen hatte, die Zeitumstellung wieder rückgängig zu machen. Oder vielleicht gerade deswegen.

«Wissenschaft, Ärzte und Lehrer sind auf meiner Seite», so Estermann, «nur die Politik will sich nicht bewegen.» Nun kündigt sie für die Wintersession eine neue Motion an, von der sie sich mehr Erfolg verspricht. Erstens aus aussenpolitischen Gründen: In jüngster Zeit ist in und um Europa der Widerstand gegen die Umstellung gewachsen. So verzichtet die Türkei heuer erstmals darauf, die Uhren um eine Stunde zurückzustellen. Für das südliche Land sei das richtig so, sagt Estermann, ebenso wie für die «Ballermann»-Insel Mallorca. Für die nördlicher gelegene Schweiz hingegen sei die Winterzeit die «Normalzeit». Trotzdem könnte sich unser Land vom Süden inspirieren lassen: «Wenn sich schon Mallorca von Spanien abheben will, können wir im Nicht-EU-Land Schweiz erst recht einen neuen Anlauf nehmen.»

Zweitens steht auch im Innern des Landes die Zeit nicht still. «Der Druck aus der Bevölkerung nimmt zu», hat die Volksvertreterin beobachtet. Im neuen, nach rechts gerutschten Nationalrat erhofft sie sich grössere Chancen.

Eva Novak

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