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ZIGARETTEN: Tabakwerbung soll in Gratiszeitungen verboten werden

Der Bundesrat nimmt noch einmal einen Anlauf für ein neues Tabakgesetz. Angedacht ist ein Verbot von Tabakwerbungen in Gratisblättern, die bei Jugendlichen beliebt sind.
Tobias Bär
Der Bund will Jugendliche besser vor Tabak schützen und die SBB planen ihre Bahnhöfe rauchfrei zu machen. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Der Bund will Jugendliche besser vor Tabak schützen und die SBB planen ihre Bahnhöfe rauchfrei zu machen. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Tobias Bär

Es war eine bittere Niederlage für Gesundheitsminister Alain Berset: Ende des vergangenen Jahres schickte das Parlament das Tabakproduktegesetz an den Bundesrat zurück. Kern der Vorlage war ein weitreichendes Werbeverbot für Zigaretten und andere Tabakprodukte. Wäre es nach Berset gegangen, hätte in Zukunft weder auf Plakaten noch im Kino oder in Print- und Onlinemedien für den blauen Dunst geworben werden dürfen.

Die bürgerliche Mehrheit wollte davon nichts wissen, unter anderem war von einer «Bevormundung von Erwachsenen» die Rede. Das Werbeverbot solle sich auf «speziell an Minderjährige gerichtete Werbung» beschränken – so lautete der Auftrag an die Adresse des Bundesrates.

Neue Vorlage soll bis Ende Jahr vorliegen

Inzwischen zeichnet sich ab, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Auftrag umsetzen will. Offiziell ist beim Bundesamt nichts in Erfahrung zu bringen, bevor die überarbeitete Vorlage in die Vernehmlassung geht. Dies soll gemäss mehreren Quellen allenfalls noch im November der Fall sein. Doch das Bundesamt hat bereits skizziert, welche Elemente das Gesetz im zweiten Anlauf enthalten könnte. Gemäss einem Papier, das auf der BAG-Webseite aufgeschaltet ist, könnten gewisse Werbeformen untersagt werden, «die sich speziell an Minderjährige richten», derzeit aber toleriert würden. Als Beispiel dafür werden «Anzeigen in der Gratispresse» aufgeführt. Während die erste Auflage also ein Werbeverbot in sämtlichen Zeitungen vorsah, scheint sich das Verbot nun auf Titel wie «20 Minuten» oder «Blick am Abend» zu beschränken.

Elena Strozzi, Geschäftsleitungsmitglied der Lungenliga, hält ein solches Verbot für zwingend. «Die Gratiszeitungen sind bei den Jugendlichen hoch im Kurs. Wenn Tabakfirmen in diesen Blättern keine Anzeigen mehr schalten könnten, wäre das ein wichtiger Schritt hin zu einem stärkeren Jugendschutz.» Und eine solche Verschärfung sei mit Blick auf die Zahlen absolut notwendig, sagt Strozzi. So schrieb der Bundesrat beim ersten Anlauf in seiner Botschaft ans Parlament, über die Hälfte der Raucher habe vor dem 18. Geburtstag zu rauchen begonnen. Strozzi hat zuletzt einen starken Rückgang der Tabakanzeigen in den Gratisblättern festgestellt: «Die Branche scheint sich bereits auf ein Verbot einzustellen.»

Dem Urner FDP-Ständerat Josef Dittli geht die Idee eines generellen Werbeverbots für Gratiszeitungen tendenziell zu weit. Dittli hatte bereits die erste Vorlage an vorderster Front bekämpft. «Allenfalls könnte man das Verbot auf jene Seiten der Gratiszeitungen beschränken, die sich speziell an Junge richten», sagt Dittli. Er denkt dabei etwa an die Unterhaltungsseiten.

Die geltende Verordnung untersagt Tabakwerbung in Publikationen, «die hauptsächlich für Jugendliche bestimmt sind». Zudem besteht eine Vereinbarung mit der Lauterkeitskommission: Demnach schalten Schweizer Zigarettenhersteller auf freiwilliger Basis nur in jenen Publikationen Anzeigen, die mindestens einen Anteil von 80 Prozent an erwachsenen Lesern haben. Gemäss der Lauterkeitskommission erfüllen «20 Minuten» und «Blick am Abend» diese Auflage.

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