ZÜRICH: Fliegender Fotoapparat für die Zürcher Polizei

Der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich und die Dienstabteilung Geomatik + Vermessung (GeoZ) verwenden künftig einen Multikopter. Das Fluggerät wird zur Unfallfotografie und für Vermessungszwecke eingesetzt. In Ausnahmefällen könnte es auch bei Geiselnahmen oder Entführungen zum Einsatz kommen.

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Die Polizei setzt den neuen Multikopter insbesondere für die Unfallfotografie ein. (Bild: Keystone)

Die Polizei setzt den neuen Multikopter insbesondere für die Unfallfotografie ein. (Bild: Keystone)

Weder die Stadtpolizei Zürich noch GeoZ besassen bisher technische Geräte, die Luftaufnahmen ermöglichten. Im Sommer 2013 wurde deshalb ein Multikopter getestet.

Aufgrund der positiven Testergebnisse wurde im Oktober 2013 entschieden, einen Multikopter sowie ein Trainingsmodell anzuschaffen, die sich Stadtpolizei und GeoZ teilen. Die Kosten für die beiden Geräte samt Fernsteuerung und Software belaufen sich auf rund 60'000 Franken, wie einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag zu entnehmen ist.

Fliegender Fotoapparat

Der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei (UTD) wird den Multikopter als fliegenden Fotoapparat bei grösseren Unfallsituationen und Schadenplätzen einsetzen. Die Übersichtsaufnahmen dienen dazu, Verkehrsunfälle und Geschehensabläufe noch genauer zu dokumentieren. Zudem erfolgt die bildliche Dokumentation mit dem Multikopter wesentlich schneller und effizienter.

Das neue Gerät wird auch bei Arbeits- und Bauunfällen sowie bei schwer zugänglichen und gefährlich zu betretenden Örtlichkeiten zum Einsatz kommen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Da der UTD aufgrund seiner weitreichenden technischen Möglichkeiten, insbesondere im Bereich 3-D-Fotografie und Geländemodelle, in der gesamten Schweiz Einsätze in Zusammenarbeit mit dem Forensischen Institut Zürich leistet, wird je nach Fall auch der Einsatz des Multikopters ausserhalb des Kantons Zürich geprüft.

Begrenzter Einsatzbereich

Der Datenschutzbeauftragte der Stadt Zürich ist gemäss Mitteilung in das Projekt involviert und hält es für unbedenklich. Die Einsätze des Multikopters sind bei GeoZ in einem Reglement und bei der Stadtpolizei in einer Dienstanweisung geregelt.

Der Multikopter wird nicht im Rahmen von Demonstrationen, Festen und Veranstaltungen oder zur Beobachtung von Personen verwendet. In Ausnahmefällen darf er bei Sonderlagen wie Geiselnahmen oder Entführungen eingesetzt werden, wenn es der Polizeikommandant oder seine Stellvertretung anordnet.

Ausgeschlossen ist, dass die Kamera bei Demonstrationen oder Ausschreitungen bei Fussballspielen abhebt. In solchen Fällen wendet sich die Stadtpolizei Zürich jeweils an die Armee.

Wie aus einer Antwort des Stadtrates hervorgeht, hat die Luftwaffe der Schweizer Armee zugunsten der Stadtpolizei Zürich im Zusammenhang mit grossen Polizeieinsätzen in den letzten Jahren immer wieder Drohnen- beziehungsweise Helikopter-Einsätze geleistet, so etwa während der Fussball-Europameisterschaft 2008 und bei Aktivitäten rund um den 1. Mai.

Billigere und schnellere Vermessung

Dank des Multikopters kann GeoZ auch schwer zugängliche Gebiete wie Ufer, Hang- und Rutschgebiete rasch und sicher vermessen. Auch Luftbilder für die gezielte Nachführung einzelner Gebäude für das 3-D-Stadtmodell können unkompliziert und effizient gemacht werden.

Da der Multikopter nicht nur mit Laserscannern oder Fotokameras bestückt werden kann, ist künftig eine Erweiterung der Einsatzzwecke denkbar, zum Beispiel Schall- und Schadstoffmessungen.

Der Multikopter wird nur von einem klar definierten und ausgebildeten Personenkreis bedient. Diese Personen trainieren regelmässig mit dem Trainingsmodell und führen über den Einsatz- und Trainingsbetrieb Buch.

sda