ZÜRICH: Medienhäuser erhöhen Sicherheitsvorkehrungen

Die Schweizer Medienhäuser haben nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Bewacht wird seit dem Vorfall das Axel Springer Gebäude in Zürich, in dem die «Weltwoche» untergebracht ist.

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Ein Polizeiauto steht vor dem Axel-Springer Gebäude in Zürich, in dem sich die Weltwoche befindet. (Bild: Keystone)

Ein Polizeiauto steht vor dem Axel-Springer Gebäude in Zürich, in dem sich die Weltwoche befindet. (Bild: Keystone)

Dies bestätigte die Stadtpolizei Zürich gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Man habe die Medienhäuser in eine Lagebeurteilung einbezogen, heisst es auf Anfrage. Satiriker Andreas Thiel hatte Ende November in der «Weltwoche» den Koran und Mohammed kritisiert und damit für Aufruhr gesorgt.

Bei der «NZZ» und der Nachrichtenagentur sda steht man ebenfalls in Kontakt mit der Stadtpolizei. Die SRG analysiere die Risiken und die Sicherheitsmassnahmen permanent, erklärte Sprecher Daniel Steiner auf Anfrage. Das sei aber bereits vor dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» der Fall gewesen.

Steiner möchte nicht sagen, welche konkreten Massnahmen getroffen wurden. Die Sicherheit in verschiedenen Redaktionen sei aber erhöht worden. «Wir sind uns bewusst, dass es ein Nullrisiko nie geben wird.»

Mehr Polizei-Patrouillen

Bedeckt hält sich auch Ringier. Man verfüge über ein umfassendes Sicherheitsdispositiv an seinen Standorten, heisst es auf Anfrage. «Zu den Details geben wir aus Sicherheitsgründen keine Auskunft.» Besonderes Augenmerk gelte exponierten Redaktionsräumlichkeiten. «Nach den gestrigen Ereignissen in Paris wurden intern sämtliche relevanten Stellen zusätzlich für das Thema sensibilisiert.»

Gemäss dem Onlineportal blick.ch sind auch vor dem Pressehaus von Ringier, wo sich die Blick-Redaktion befindet, «mehr Polizei-Patrouillen zu beobachten».

Tamedia verfolge die Entwicklung nach dem Anschlag wachsam, heisst es bei dem Unternehmen auf Anfrage. «Wir haben aber vor einigen Jahren entsprechende Sicherheitsmassnahmen eingeführt.»

Keine Hinweise auf Bedrohungen

Zum Schutz des Medienzentrums Bundeshaus sind keine zusätzlichen Massnahmen geplant. Zuständig dafür ist der Bundessicherheitsdienst. Diesem lägen derzeit keine Hinweise auf spezifische Bedrohungen oder gar konkrete Pläne für Anschläge vor, sagte Stefan Kunfermann, Sprecher des Bundesamts für Polizei (fedpol), auf Anfrage.

Wilde Schiesserei im jüdischen Supermarkt in Paris. (Bild: Keystone)
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Geiseln werden von der Polizei in Sicherheit gebracht. (Bild: Keystone)
Polizei und Rettungskräfte im Einsatz beim Supermarkt in Paris. (Bild: Francois Mori)
Nach dem Sturm der Polizei begeben sich auch die Rettungskräfte in den Supermarkt, in dem mindestens vier Geiseln getötet wurden. (Bild: Keystone)
Rauch steigt auf aus dem Lebensmittelladen, in dem die Attentäter sich verschanzt hatten. (Bild: Keystone)
Rauch steigt auf aus der Druckerei in Dammartin-en-Goele. (Bild: Keystone)
SUPERMARKT, KOSCHERER SUPERMARKT, LEBENSMITTELGESCHAEFT, ANSCHLAG, TERRORANSCHLAG, SATIREMAGAZIN, SATIREZEITUNG, CHARLIE HEBDO, (Bild: Keystone)
SUPERMARKT, KOSCHERER SUPERMARKT, LEBENSMITTELGESCHAEFT, ANSCHLAG, TERRORANSCHLAG, SATIREMAGAZIN, SATIREZEITUNG, CHARLIE HEBDO, (Bild: Keystone)
SUPERMARKT, KOSCHERER SUPERMARKT, LEBENSMITTELGESCHAEFT, ANSCHLAG, TERRORANSCHLAG, SATIREMAGAZIN, SATIREZEITUNG, CHARLIE HEBDO, (Bild: Keystone)
FRANCE NEWSPAPER ATTACK (Bild: Keystone)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
FRANCE NEWSPAPER ATTACK (Bild: Keystone)
FRANCE NEWSPAPER ATTACK (Bild: Keystone)
Ein Helikopter fliegt über die Druckerei, in dem sich die Attentäter versteckt haben. (Bild: Peter Dejong)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
France Newspaper Attack (Bild: Keystone)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
France Newspaper Attack (Bild: Keystone)
Das Attentat ereignete sich mitten in Paris. (Bild: IAN LANGSDON)
Augenzeugen berichten vom Ablaufs des Attentats. «Als ich vor der Tür des Gebäudes ankam, verlangten zwei vermummte und bewaffnete Männer einzutreten. Ich gab den Eingangscode ein. Oben angelangt, schossen sie auf Wolinski, auf Cabu. Sie sprachen perfekt Französisch und beriefen sich auf el Kaida», sagt Coco, Zeichnerin bei «Charlie Hebdo». Ein anonymer Zeuge sagt: «Ich war am Kaffeetrinken, als die Schiesserei begann. Sie schossen auf einen Polizisten. Er fiel um. Es war wie im Krieg. Ich bückte mich. Ein junger Polizist neben mir zitterte. Nach zwei Minuten war es vorbei.» (Bild: Keystone)
Die beiden Attentäter erschossen auf der Strasse einen Polizisten. (Bild: Keystone)
Einschusslöcher in der Frontscheibe eines Polizeiautos. (Bild: Anthony Bibard/Panoramic)
Polizisten blockieren die Zugangsstrassen zum Redaktionsgebäude von Charlie Hebdo. (Bild: IAN LANGSDON)
Der französische Präsident Francois Hollande (Mitte) wird von Polizisten und Security-Mitarbeitern abgeschirmt. (Bild: Remy De La Mauviniere)
Notärzte bei der Arbeit. (Bild: IAN LANGSDON)
Bewaffnete Polizisten blockieren die Strasse. (Bild: IAN LANGSDON)
Einschusslöcher in der Frontscheibe eines Polizeiautos. (Bild: Anthony Bibard/Panoramic)
12 killed in shooting at French satirical magazine, police say (Bild: IAN LANGSDON)
Frankreich - Attentat Charlie Hebdo (Bild: Anthony Bibard/Panoramic)
Eine Person wird nach der Schiesserei ins Spital gebracht. (Bild: Thibault Camus)
Bild: Thibault Camus
Bild: Thibault Camus
Staatspräsdient Hollande auf dem Weg zum Unglücksort (Bild: YOAN VALAT)
Deaths reported in shooting at satirical French magazine (Bild: YOAN VALAT)

Wilde Schiesserei im jüdischen Supermarkt in Paris. (Bild: Keystone)

sda

So berichten Schweizer Zeitungen am Tag nach dem Attentat. (Bild: Keystone)

So berichten Schweizer Zeitungen am Tag nach dem Attentat. (Bild: Keystone)