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ZÜRICH: «Rückgrat nicht beim Portier abgeben»

«Weltwoche»-Chef Roger Köppel (49) erklärt, wann er im Falle einer Wahl in den Nationalrat das Kommissionsgeheimnis verletzen will und warum ihn die Bundesratsfrage enerviert.
Verleger und Chefredaktor Roger Köppel will im Nationalrat das Polit-Establishment in Bern aufmischen. (Bild: EQ/Remo Nägeli)

Verleger und Chefredaktor Roger Köppel will im Nationalrat das Polit-Establishment in Bern aufmischen. (Bild: EQ/Remo Nägeli)

Interview Alexander von Däniken

Roger Köppel, werden Sie jetzt der neue Übervater der SVP?

Roger Köppel*: Mit Golo Mann: «Überschätzen Sie mich heute nicht, auf dass Sie mich morgen nicht unterschätzen.» Mir geht es nicht um ein Pöstli. Ich habe als Verleger und Chefredaktor der «Weltwoche» genug zu tun. Aber die Staatssäulen der Schweiz sind in Gefahr. Unabhängigkeit gegenüber der EU, Selbstbestimmung, direkte Demokratie und Neutralität: Die linke Mehrheit in Bundesrat und Parlament untergräbt unsere Fundamente. Es reicht nicht mehr, wenn ich darüber nur schreibe. Ich muss selber in den Strudel hinein.

Hat man als Verleger und Chefredaktor einer nationalen Wochenzeitung nicht mehr Einfluss als Nationalrat?

Köppel: Wer sich neben seiner journalistischen Arbeit auch noch aktiv politisch für eine unabhängige und weltoffene Schweiz engagieren will, erhöht sicher seine Kampfkraft. Wir müssen auch endlich aufhören mit der gesellschaftlichen Ächtung der SVP. Die Schweiz hat dieser Partei viel zu verdanken, trotzdem wird sie vor allem in den Medien unsachlich diffamiert. Deshalb stehe ich hin als unabhängiger Unternehmer mit einer gewissen Bekanntheit.

Von Berufspolitikern halten Sie wenig, weshalb Sie weiterhin Verleger und Chefredaktor bleiben wollen. Sehen Sie hier keinen Interessenkonflikt?

Köppel: Ich stehe zu unserem Milizsystem. Ich bin ein unabhängiger Verleger. Ich trete in die SVP ein, weil sie die für mich zentralen Anliegen am konsequentesten vertritt: Unabhängigkeit der Schweiz, direkte Demokratie, Föderalismus, Neutralität und Marktwirtschaft. Sollte ich gewählt werden, werde ich mich für diese Themen einsetzen, nicht aber meine Unabhängigkeit und mein Rückgrat beim Portier abgeben. Die «Weltwoche» wird weiterhin Missstände aufdecken, auch in der SVP. Ich will als kritischer Köppel und nicht als Staatsfunktionär nach Bern.

Ein Stolperstein dürfte das Kommissionsgeheimnis sein.

Köppel: Ein Nationalratsmandat würde meine Kompetenz und meine politische Urteilskraft sicher weiter verbessern. Ich plaudere schon heute nicht alles aus, was ich weiss. Als Nationalrat werde ich mich an die Gesetze halten, aber sollten durch die Geheimhaltung relevante Missstände zugedeckt werden, werde ich meiner journalistischen Sorgfaltspflicht gemäss die Missstände ans Licht bringen müssen. Wir reden von Missständen nicht von Indiskretionen.

Welche Kommissionen reizen Sie am meisten?

Köppel: Diese Frage ist für mich im Moment unwesentlich.

Wie einst Christoph Blocher könnten Sie in ein paar Jahren für den Bundesrat kandidieren. Wie realistisch ist das?

Köppel: Diese Frage zeigt mir, dass Journalisten traurigerweise nur in Pöstchen und Ämtchen denken. Darum geht es nicht. Ich bin Verleger und Chefredaktor. Es wird eine Riesenbelastung, sollte ich überhaupt gewählt werden. Ich will mich aber auf keinen Fall aus meiner Firma verabschieden.

* Roger Köppel (49) ist Verleger und Chefredaktor der Wochenzeitung «Weltwoche». Er trat der SVP seines Wohnorts Küsnacht im Kanton Zürich bei und kandidiert bei den Wahlen im Herbst dieses Jahres als Nationalrat. Köppel ist verheiratet und hat drei Kinder. Das Interview wurde schriftlich geführt.

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