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ZÜRICH: Sepp Blatter ruft zum Teamgeist auf

FIFA-Präsident Joseph Blatter forderte bei seiner Rede vor dem FIFA-Kongress im Zürcher Hallenstadion die Fussball-Welt zum Teamgeist auf. «Wir müssen die Probleme gemeinsam anpacken.» Seine Wiederwahl scheint nicht gefährdet, doch das Ergebnis könnte knapp ausfallen.
Im Zürcher Hallenstadion wird der 65. Kongress der FIFA ausgetragen (Bild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)

Im Zürcher Hallenstadion wird der 65. Kongress der FIFA ausgetragen (Bild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)

Der neuste Korruptionsskandal mit der Verhaftung von sieben FIFA-Funktionären wirft dunkle Schatten auf den Fussball, auf die FIFA - und damit auch auf Präsident Joseph Blatter. «Die Ereignisse vom Mittwoch haben einen echten Sturm ausgelöst», sagte er. Bei seiner Eröffnungsrede vor den Vertretern der 209 FIFA-Mitgliedsverbände wirkte der 79-jährige Walliser allerdings nicht resigniert oder gar geknickt. Blatter sieht sich nicht als Problem, sondern als Lösung des Problems. Das bekräftigte er ein weiteres Mal: «Machen wir uns an die Arbeit, bleiben wir konzentriert, keine langwierigen Diskussionen, gehen wir nach vorne, suchen wir die Lösung», so Blatter.

Dabei rief er die Fussballwelt zum Teamgeist auf. Die Probleme sollten gemeinsam angepackt werden. Und Blatter nahm den Kongress in die Verantwortung. «Die FIFA ist ein Unternehmen. Und Sie sind die Aktionäre und damit die Besitzer dieses Unternehmens», rief er den Kongressteilnehmern zu. Damit liess Blatter keinen Zweifel aufkommen: Er übernimmt nicht die Verantwortung für die neusten Korruptionsfälle, welche hochrangige FIFA-Funktionäre betreffen. Zwei davon gehörten sogar zum Exekutivkomitee des Weltverbandes und demzufolge zur Fussball-Regierung.

Für ihn geht es am 65. Fifa-Kongress un die Macht: Sepp Blatter will für eine fünfte Amtszeit Fifa-Präsident sein. (Bild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)Für ihn geht es am 65. Fifa-Kongress un die Macht: Sepp Blatter will für eine fünfte Amtszeit Fifa-Präsident sein. (Bild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)
Aktivisten propagieren die «Rote Karte» für den Weltfussballverband. Sie erinnern an schlechten Bedingungen der Arbeiter, die in Katar die Infrastruktur für die kommende WM bauen. Die Arbeiten forderten bisher Hunderte von Todesopfern. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)Aktivisten propagieren die «Rote Karte» für den Weltfussballverband. Sie erinnern an schlechten Bedingungen der Arbeiter, die in Katar die Infrastruktur für die kommende WM bauen. Die Arbeiten forderten bisher Hunderte von Todesopfern. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)
Die Demonstration gegen die schlechten Bedingungen auf den Baustellen in Katar ist augenfällig: Die Aktivisten mimen Tote. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)Die Demonstration gegen die schlechten Bedingungen auf den Baustellen in Katar ist augenfällig: Die Aktivisten mimen Tote. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)
Eine anderer Gruppe demonstriert: Palästinensiche Aktivisten fordern den Ausschluss von Israel aus der Fifa. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)Eine anderer Gruppe demonstriert: Palästinensiche Aktivisten fordern den Ausschluss von Israel aus der Fifa. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)
Lautstark legen sich die die palästinensischen Demonstranten ins Zeug. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)Lautstark legen sich die die palästinensischen Demonstranten ins Zeug. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)
Drinnen tagt derweil der 65. Fifa-Kongress. (Bild: EPA/PATRICK B. KRAEMER)Drinnen tagt derweil der 65. Fifa-Kongress. (Bild: EPA/PATRICK B. KRAEMER)
Zwei Frauen können während der Versammlung in die Halle eindringen. (Bild: EPA/PATRICK B. KRAEMER)Zwei Frauen können während der Versammlung in die Halle eindringen. (Bild: EPA/PATRICK B. KRAEMER)
Eine der beiden Frauen wird von Sicherheitskräften weggeführt. (Bild: EPA/WALTER BIERI)Eine der beiden Frauen wird von Sicherheitskräften weggeführt. (Bild: EPA/WALTER BIERI)
Gegen 17 Uhr wird man wissen, ob Sepp Blatter weiterhin den Weltfussballverband führen wird. (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)Gegen 17 Uhr wird man wissen, ob Sepp Blatter weiterhin den Weltfussballverband führen wird. (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)
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Misstöne am Fifa-Kongress in Zürich

Doch Blatter rief in Erinnerung: «Die FIFA ist eine Pyramide. Die Entscheide werden auch an der Basis gefällt. In den Verbänden und dann in den Konföderationen.» Zum Verständnis: Blatter ist ein Premier, der seine Minister nicht selber bestimmt. Wer im Exekutivkomitee Einsitz nimmt, bestimmen die Konföderationen selbst.

Wie viele Vertreter Blatter dennoch in die Verantwortung nehmen wollen, wird sich bei der Wahl des Präsidenten am späten Nachmittag zeigen. Den neusten Gerüchten zufolge, könnte das Wahlergebnis knapper ausfallen als angenommen. Dennoch dürfte es Blatters Gegenkandidaten Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien kaum gelingen, 105 Stimmen zu bekommen.

Aber es könnte sein, dass Blatter im ersten Wahlgang keine Zweidrittelmehrheit erreicht und in einen zweiten Wahlgang muss. Denn die Pro-Blatter-Koalition bröckelt. Die Verbände der USA, Australiens und Neuseelands haben zum Beispiel angekündigt, dass sie nicht für Blatter stimmen werden. Das bedeutet, dass auch die Konföderationen von Nord-/Mittelamerika und Karibik sowie von Ozeanien nicht mehr geschlossen hinter Blatter stehen.

sda

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