Zugverkehr am Gotthard: Es braucht Geduld

Ein Kommentar von Gerhard Lob zum Zugverkehr am Gotthard.

Gerhard Lob, Goldau
Drucken
Teilen
Gerhard Lob

Gerhard Lob

Die Zahl der Reisenden im Zugverkehr am Gotthard ist im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen. Eine positive Nachricht. Trotzdem gibt es Dinge, die im Nord-Süd-Verkehr verbessert werden müssen. Das Chaos am Abend des 1. Mai mit hoffnungslos überfüllten Zügen darf sich nicht wiederholen. Die SBB haben eingestanden, das Passagieraufkommen unterschätzt zu haben.

Auf andere Schwachstellen wollen die SBB ebenfalls reagieren. So sollen mehr Interregio-Züge über Erstfeld hinaus bis nach Göschenen weitergeführt werden und ab Dezember 2017 ein direkter Morgenzug von Basel via Luzern ins Tessin fahren. Bleibt zu hoffen, dass bald auch ein verbessertes Betriebskonzept für die Gotthard-Panoramastrecke folgt.

In Sachen Verspätung wird sich vieles nicht so schnell ändern. Aber allein die Tatsache, dass SBB und Trenitalia ihre alten Rivalitäten überwunden haben und intensiv zusammenarbeiten, macht Hoffnung. Am 18. Mai wird zudem der neue Giruno-Zug von Stadler Rail vom Stapel laufen. Auf diesen Triebzügen ruhen weitere Hoffnungen, dass dereinst der internationale Verkehr am Gotthard wieder in hoher Qualität verläuft. Bis es so weit ist, braucht es aber Geduld.

Gerhard Lob, Goldau

schweiz@luzernerzeitung.ch