Zusammen ginge es günstiger

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Kosten Nicht nur die Schweiz will neue Kampfjets beschaffen. Finnland etwa will seine F/A-18-Flotte auch bald ersetzen. Würden die beiden Länder zusammenspannen, käme das günstiger: Die Kosten für die Evaluation könnten geteilt werden, und der Preis pro Flugzeug dürfte dank der höheren Stückzahl sinken. Die Expertengruppe des Bundes plädiert denn auch dafür, sich regelmässig mit Ländern auszutauschen, die ebenfalls ein neues Kampfflugzeug evaluieren – zum Beispiel Finnland. Ein gemeinsames Vorgehen hält die Expertengruppe aber kaum für möglich. Das bestätigt Aviatik-Experte Eugen Bürgler. Er sagt: «Man könnte einiges an Ressourcen sparen, wenn man bei der Evaluation und der Beschaffung eine Kooperation mit einem anderen Land eingehen könnte.» Doch er sieht dafür mehrere Hürden. Zwar gebe es einige Länder, wo sich aktuell die Frage nach neuen Kampfjets stelle, etwa Belgien und Finnland. «Belgien als Nato-Land hat aber andere Anforderungen als die Schweiz. Und Finnland ist im Prozess schon etwas weiter.» Es sei daher wenig wahrscheinlich, dass eine enge Kooperation zu Stande käme: «Das wäre ein Glücksfall.»

Möglich wäre laut der Expertengruppe, nach der Beschaffung mit Ländern zusammenzuarbeiten, die denselben Flugzeugtyp besitzen. Dadurch könnte beispielsweise gemeinsam trainiert und ausgebildet werden. Das wäre «aus wirtschaftlichen Überlegungen äusserst sinnvoll», heisst es im Bericht.

Soll die Schweiz bei der Wahl des Typs also darauf achten, ob ein anderes Land dieselbe Wahl trifft? «Das ist eines von vielen Kriterien», sagt der Schaffhauser SVP-Nationalrat und Pilot Thomas Hurter. Die Zusammenarbeit habe sicher Vorteile. Für gemeinsames Training ist Finnland in seinen Augen indes nicht der optimale Partner. «Mit Nachbarländern zu trainieren, ist aufgrund der Distanzen oft einfacher», sagt er. Die Zusammenarbeit sei aber nur ein Faktor von vielen.

Eine Absage erteilt die Expertengruppe des Bundes einer engeren Zusammenarbeit beim Luftpolizeidienst: Es sei nicht realistisch, den Luftraum zum Beispiel gemeinsam mit Österreich zu sichern. Damit dadurch gespart werden könnte, müssten die Stützpunkte in der Schweiz oder in Österreich aufgegeben werden. Dann jedoch hätten die Jets zu lange, um etwa vom Militärflugplatz Meiringen aus in Wien zu intervenieren.

Maja Briner