Die Schweizer schauen trotz Internet immer noch oft TV, doch die Spitzenzeiten sind vorbei

Neue Zahlen des Bundes zeigen, wie oft die Schweizer Fernseher und Radio benutzen. Wir haben genau hingeschaut.

Dominic Wirth
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Der Fernseher ist weiterhin fester Bestandteil der Schweizer Haushalte. (Bild: PD)

Der Fernseher ist weiterhin fester Bestandteil der Schweizer Haushalte. (Bild: PD)

Trotz dem Siegeszug des Internets: Auch traditionelle Medien wie Radio und Fernsehen werden in der Schweiz nach wie vor intensiv genutzt. Das zeigen neue Zahlen, die das Bundesamt für Statistik heute veröffentlicht hat. Aus ihnen geht etwa hervor, dass die Schweizerinnen und Schweizer auch heute noch jeden Tag mehr als 120 Minuten vor dem Fernseher verbringen und ihr Radio während fast 100 Minuten einschalten.

Ins Auge stechen dabei die Unterschiede zwischen den Sprachregionen. So schauen die Deutschschweizer heute mit 118 Minuten pro Tag am wenigsten fern, und sie sind auch die einzigen, die ihren Fernsehkonsum im Vergleich zu 1985 reduziert haben. Die Welschen und insbesondere die Tessiner schauen heute öfter fern als damals. Den Höhepunkt hat der TV-Konsum aber in allen Landesteilen überschritten, wie die untenstehende Grafik zeigt. Das zeigen die Zahlen, auch wenn die Vergleichbarkeit laut dem Bund wegen angepasster Messmethoden beschränkt ist.

Die Tessiner schauen am meisten fern

Der TV-Konsum nimmt tendenziell ab
Deutschschweiz
Franz. Schweiz
Ital. Schweiz
1985198619871988198919901991199219931994199519961997199819992000200120022003200420052006200720082009201020112012201320142015201620172018Jahr050100150200

Ins Auge sticht daneben, dass der Fernseher bei den jüngeren Generationen deutlich an Bedeutung verliert. So verbringen in der Deutschschweiz die älteren Menschen mit Abstand am meisten Zeit vor dem TV-Gerät.

Durchschnittlicher TV-Konsum pro Tag, 2018

Nach Altersgruppen und Minuten
15-29 Jahre30-44 Jahre45-60 Jahre60 und älter3-14 Jahre050100150200

Wer sich in der Deutschschweiz vor den Fernseher setzt, der schaltet immer noch häufig die öffentlich-rechtlichen Sender, also die Angebote von SRF, ein. Mit 31,4 Prozent ist der Marktanteil im Jahr 2017 ist der Marktanteil zwar gute vier Prozent tiefer als 1995. Doch im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist der Wert von SRF in diesem Zeitraum vergleichsweise stabil geblieben. So hat sich etwa der Marktanteil des österreichische ORF im gleichen Zeitraum beinahe halbiert: Er fiel von 63 auf 33 Prozent.

Marktanteil der öffentlich-rechtlichen Sender

Stabilität in der Deutschschweiz
Schweiz
Österreich
Deutschland
Frankreich
Italien
Polen
Spanien
19951996199719981999200020012002200320042005200620072008200920102011201220132014201520162017Jahr020406080

So sieht es beim Radio aus

Das Radio nutzen die Schweizerinnen und Schweizer etwas weniger als den Fernseher; 2018 waren es täglich 96 Minuten. Diese Zahl geht tendenziell in der ganzen Schweiz zurück. Wie das Fernsehen wird auch das Radio von den jüngeren Menschen seltener genutzt. Allerdings ist der Unterschied nicht so gravierend, das zeigen die Zahlen von 2018 aus der Deutschschweiz.

Ältere Deutschschweizer hören dreimal mehr Radio

Auch unter 30-Jährige nutzen es täglich fast eine Stunde
15-29 Jahre30-44 Jahre45-59 Jahre60 und älterAlter050100150

Insgesamt beträgt der Marktanteil der Angebote von Radio SRF in der Deutschschweiz 61 Prozent. Mit Abstand am meisten gehört wird der Sender SRF 1 mit 28 Prozent. SRF 3 kommt auf 16 Prozent, SRF 2 auf nur gerade 3. Privatradios erreichen eine Quote von 35, solche im Ausland von 4 Prozent.

Eine halbe Stunde für Zeitungen und Zeitschriften

Für Zeitungen und Zeitschriften wenden man hierzulande in allen Landesteilen eine gute halbe Stunde auf. Gerade in der Deutschschweiz war diese Zahl früher markant höher.

Zu guter Letzt vermittelt die nachfolgende Grafik einen Eindruck davon, wie sich die Medien-Ausgaben der Haushalten in den letzten Jahren entwickelt haben. Dabei zeigt sich: Während die Haushalte mehr Geld für Inhalte und Dienstleistungen ausgeben, sinken die Ausgaben für die Geräte.