Bauarbeiten A2
Belchen: Der Sanierungstunnel erhält sein Innenleben

Arbeiten am Sanierungstunnel der A2 am Belchen schreiten voran. Die Eröffnung ist im zweiten Quartal 2021 geplant.

Urs Mathys
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Arbeiten am Sanierungstunnel der A2 am Belchen Schwergewichtig: Montage der 1,7 Tonnen schweren Strahlventilatoren an der Decke des Sanierungstunnels Autobahn A2 am Belchen.
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Arbeiten am Sanierungstunnel der A2 am Belchen
Arbeiten am Sanierungstunnel der A2 am Belchen Mensch und Ventilator: «Schau mir ins Auge, Kleiner»

Arbeiten am Sanierungstunnel der A2 am Belchen Schwergewichtig: Montage der 1,7 Tonnen schweren Strahlventilatoren an der Decke des Sanierungstunnels Autobahn A2 am Belchen.

zvg

Die mächtige Tunnelbohrmaschine hat ihren Dienst am Belchen längst beendet und steht nun andernorts im Einsatz. In der bereits letzten Frühling im Rohbau fertiggestellten Betonröhre des Sanierungsstollen der A2 am Belchen ist es zwar stiller geworden – aber nur was die Lautstärke der ausgeführten Arbeiten betrifft. Dutzende von Spezialisten haben in den letzten Monaten die technische Grundausrüstung installiert, wie Esther Widmer bestätigt. «Die Arbeiten verliefen nach Terminplan», bilanziert die Informationsbeauftragte des Bundesamts für Strassen (Astra) in Zofingen.

Vor Funktionstests der Lüftungsanlagen

Gegenwärtig sind die Fachkräfte daran, die Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen (BSA) im 3180 Meter langen Autobahntunnel auf Vordermann zu bringen. Dazu gehören die Bereiche Lüftung, Energieversorgung, Beleuchtung sowie die Überwachungs- und Kommunikationsanlagen. Dazu einige Zahlen, die beeindrucken: 220 Kilometer Kabel wurden verlegt und 1100 LED-Leuchten und 185 Signale müssen installiert werden. Laut Widmer sind Ende 2019 die mächtige Lüftungsaggregate geliefert und installiert worden: «Jetzt sind die Vorbereitungsarbeiten für die Funktionstests der Lüftungsanlage und die Installation der Signalisation und Beleuchtung im Gange.» Präzision und Sorgfalt stünden bei all diesen Arbeiten im Vordergrund, denn alles vermeintlich noch so Nebensächliche könne für die künftigen Fahrten durch den Tunnel entscheidend sein.

Gesamtkosten von fast einer Milliarde Franken

Rund 500 Mio. Franken kostet alleine die 2017 in Angriff genommene Erstellung des Sanierungstunnels. Weitere etwa 400 Mio. Franken wird laut Astra-Sprecherin Esther Widmer die anschliessende Instandsetzung der beiden 1970 eröffneten – also inzwischen 50-jährigen – A2-Tunnelröhren kosten.
Dass die beiden alten Tunnelröhren instand gestellt werden müssen, hängt nach Angaben des Astra nicht zuletzt mit den Gesteinsformationen des Faltenjuras zusammen: Der hier vorherrschende Gipskeuper quillt im Kontakt mit Nässe stark auf und verursacht so zusätzlichen Druck auf die Tunnelröhren. Nicht nur bei diesen, sondern auch beim Bau des Sanierungstunnels würden sich deshalb «projektierungs-, bauverfahrens- und unterhaltstechnisch höchste Ansprüche stellen», heisst es beim Bundesamt für Strassen. (ums.)

Grossaufwand für die Sicherheit

Damit die Sicherheit jederzeit – auch bei einem allfälligen Stromausfall – gewährleistet werden kann, erfolgt die Energieversorgung sowohl vom Nord- wie auch vom Südportal her und für den Fall aller Fälle stellt eine Batterieanlage die Versorgung während mindestens einer Stunde sicher. «Dies reicht, um den Tunnel wieder in einen sicheren Betrieb führen zu können», heisst es beim zuständigen Bundesamt Astra.

Zu den in einem Tunnel sicherheitsrelevantesten Einrichtungen gehört die vollständig automatisierte Fahrraumbelüftung. Diese muss im Ereignisfall den Rauch von den im Tunnel befindlichen Verkehrsteilnehmern fernhalten und deren Selbstrettung ermöglichen. Aktuell fahren im Durchschnitt täglich 55'000 Fahrzeuge durch die zwei 1970 eröffneten Tunnelröhren, die nach Eröffnung des Sanierungstunnels nacheinander saniert werden sollen. «Voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 kann der Sanierungstunnel dem Verkehr übergeben werden», nennt Astra-Sprecherin Widmer den Zeitplan. Ab diesem Zeitpunkt wird der Verkehr in Fahrtrichtung Süden dann durch den Sanierungstunnel rollen.

Laut Widmer wird dann zuerst die mittlere Röhre während rund einem Jahr instand gestellt, und wird anschliessend den Verkehr in Fahrtrichtung Basel aufnehmen. Zu diesem Zweck müssen Querschläge zum Sanierungstunnel erstellt und Beleuchtung sowie Signalisation angepasst werden. Die weitere Planung des Astra sieht vor, dass im Anschluss die jetzige Röhre mit Fahrtrichtung Basel ab 2023 während rund vier Jahren saniert werden kann.

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