Gunzgen

Die Vision der Kläranlage heisst Grossanlage Thal-Gäu

Die Kläranlage Gunzgen des Zweckverbandes Abwasserregion Gäu (ARA) wurde saniert und erweitert. Wie könnte es mit bei der ARA Gäu nun weitergehen?

Karin Schmid
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Der Neubauteil der Kläranlage umfasst zwei Klärbecken, ein Betriebs- und Verwaltungsgebäude, unterirdisch verläuft ein Verbindungsgang. kas

Der Neubauteil der Kläranlage umfasst zwei Klärbecken, ein Betriebs- und Verwaltungsgebäude, unterirdisch verläuft ein Verbindungsgang. kas

Solothurner Zeitung

Die Kläranlage Gunzgen des Zweckverbandes Abwasserregion Gäu ist seit 1973 in Betrieb. Jährlich fliessen dort zwei Millionen Kubikmeter Abwasser aus Kestenholz via Ober- und Niederbuchsiten, Egerkingen, Neuendorf sowie Härkingen durch.

Die starke Zunahme von Industrie und Bevölkerung im Gäu sowie technologische Anpassungen bewogen die Verantwortlichen des Zweckverbandes zu einer Sanierung und Erweiterung der Anlage. In zwei Etappen zwischen 1996 bis 2001 wurden 16,2 Mio. Franken investiert, in den vergangenen anderthalb Jahren folgte die dritte für 12,6 Mio. Franken. Diese wurde jüngst eingeweiht.

Entstanden ist ein ganzer Neubauteil mit Ablaufkanal, zwei Nachklärbecken sowie einem Verwaltungs- und Betriebsgebäude mit Überschussschlammentwässerung im Erdgeschoss und Gebläsestation im Untergeschoss. Gleichzeitig liess der Zweckverband das Aussenbauwerk in Niederbuchsiten erweitern. In Gunzgen, Kestenholz, Oberbuchsiten und Neuendorf entstanden Wetterhäuschen, in Egerkingen und Härkingen wurden Solarmessstellen für den zukünftigen Kostenteiler eingebaut.

Der neue Kläranlagenteil ist im Modulsystem aufgebaut, erklärt Zweckverbandspräsident Erwin von Wyl. «Wir besitzen in Richtung Kappel zusätzlich 6000 Quadratmeter Land, auf dem wir uns weiter vergrössern könnten.» Seine Zukunftsvision: «Damit hätten wir genug Reserven, um in etwa 20 Jahren auch die der ARA Falkenstein angeschlossenen Gemeinden im Thal und Gäu aufzunehmen.» Er spinnt den Faden weiter: «Wenn dies soweit käme, könnte man einen Stollen durch den Born in Richtung Aare ziehen, den man für alles brauchen könnte: Als Entlastung der Dünnern bei einer Überflutung, als Durchzugsmöglichkeit für Wasser- und Stromkanäle und zur Entwässerung der Autobahn.»

Ein Präsident darf Visionen haben

Die Kläranlage Falkenstein sei gut in Schuss, sagt von Wyl, doch: «Ein Präsident darf schliesslich seine Visionen haben, auch wenn die Realisierbarkeit noch in weiter Ferne liegt.» Als weiteres, visionäres Ziel bezeichnet er die Gründung eines Grossverbandes, in dem die Zweckverbände der ARA Falkenstein, Gunzgen und Aaregäu zusammenarbeiten. «Das wäre sinnvoll und relativ schnell realisierbar.» Von Wyls Visionen sind allerdings nicht aus der Luft gegriffen: Das neue Layout der ARA Gäu wurde nämlich möglichst flexibel und modular strukturiert, nachdem das Amt für Umwelt des Kantons in einem Masterplan die Möglichkeit für einen späteren Anschluss der ARA Aaregäu und Falkenstein an diejenige in Gunzgen geprüft hatte.