Windpark

Beeinträchtigung der Wasserfassung? «Pro Grenchen» kämpft weiter gegen Windpark

Windpark-Gegner kritisieren, die Grenchenbergstrasse beeinträchtige womöglich die Wasserfassung.

Andreas Toggweiler
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Hinweistafel der SWG auf die Quellfassungen.

Hinweistafel der SWG auf die Quellfassungen.

Zur Verfügung gestellt

Der Verein «Pro Grenchen» kämpft weiter gegen den Windpark Grenchen und hat jetzt eine neue Front eröffnet. Man habe von einem ehemaligen SWG-Mitarbeiter von einer Gewässerschutzzone vernommen, von welcher man bis jetzt keine Kenntnis gehabt habe, erklärte Elias Meier von «Pro Grenchen» gestern an einer eigens einberufenen Pressekonferenz. In einem einstündigen Vortrag erläuterte Meier die Hintergründe der Gewässerschutzzonen S3 bis S1, wobei S1 die strengste Schutzkategorie darstellt. Er habe sich als Laie auch zuerst über die Materie schlaumachen müssen, erklärte Meier vor einigen versammelten Journalisten.

Zusammenfassend fragt sich Meier, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen einer zeitgleichen Aufhebung von Schutzzonen am und auf dem Grenchenberg und dem Start des Projekts Windpark Grenchen. Verdächtig scheint ihm auch der Umstand, dass eine Schutzzone S1, die tief unter dem Bettlachrank der Grenchenbergstrasse die Wasserfassungen im Grenchenbergtunnel schützt, bisher im Lauf des Verfahrens nie ein Thema gewesen sei.

Diese sei nämlich auf der Karte der Projektunterlagen der SWG nicht ersichtlich. «Eine unterirdische Schutzzone ist jedoch gemäss Experten des Bundesamtes für Umwelt nicht zulässig», behauptete Meier gestern. Das erklärt möglicherweise, wieso Pro Grenchen in einer Eingabe ans Verwaltungsgericht das geltende Schutzzonenreglement als bundesrechtswidrig bezeichnete. Würde sich die Schutzzone nämlich tatsächlich an der Oberfläche befinden, dürfte hier gar keine Strasse durchführen. Pro Grenchen zeigte sich auf Anfrage nicht bereit, ihre Eingabe beim Verwaltungsgericht offenzulegen.

Meier kritisierte ferner divergierende Auskünfte von Kanton und SWG hinsichtlich der Resultate von Färbversuchen, welche im Zusammenhang mit der Errichtung des aktuellen Schutzzonen-Regimes vor über 10 Jahren durchgeführt wurden. Man sei jetzt daran, die Herausgabe der Quellschutzzonen-Dossiers zu erreichen, indem der (beschwerdeberechtigte) Vogelschutzverband die Problematik im ordentlichen Verfahren thematisiere. Pro Grenchen war im Verfahren um die Beschwerdelegitimation letzte Woche mit einem Wiedererwägungsgesuch erneut abgeblitzt. Ob man auch diesen Entscheid vor Bundesgericht anfechte, liess Meier noch offen.

Just: «Nichts Neues»

SWG-Chef Per Just reagiert gelassen auf die angeblich neuen Erkenntnisse von Pro Grenchen. «Die Schutzzonen samt den zugehörigen Reglementen existieren teilweise schon seit 2002, was auch öffentlich bekannt ist», erklärt Just. Auch befänden sich beim Bettlachrank entsprechende Hinweisschilder und ein Parkverbot. Deshalb sei ihm schleierhaft, wieso Pro Grenchen dies zum jetzigen Zeitpunkt thematisiere. «Die Schutzzonen werden von uns auch regelmässig überwacht, z. B. hinsichtlich deponiertem Material.» Die Wasserqualität der Quellen werde laufend kontrolliert. Zudem ist vorgesehen, dass das Wasser der Tunnelquellen während der Bauzeit gar nicht verwendet wird.