Parktheater
Das Theater Kanton Zürich ist in den letzten Jahren in Grenchen Stammgast geworden

Ob prickelnde Komödie, Einmannstück oder Theater-Weltliteratur. Das Theater Kanton Zürich hat in jedem Programm des Parktheaters ein Gastspiel in Grenchen – manchmal sogar mehrmals.

Andreas Toggweiler
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Katharina von Bock und Pit Arne Pietz in «Nichts als lauter Liebe».

Katharina von Bock und Pit Arne Pietz in «Nichts als lauter Liebe».

Toni Suter

Zum Valentinstag am Freitag wartet man mit der Komödie «Nichts als lauter Liebe» von Josiane Balasko auf. Das Stück (vgl. Kasten) , eine Schweizer Erstaufführung, hatte am 30. Januar in Winterthur Premiere und ist heute erstmals ausserhalb des Kantons Zürich zu sehen.

«Wir arbeiten sehr gerne mit dem Theater des Kantons Zürich zusammen», erklärt Corinne Maier, die zusammen mit der Schauspielerin Sandra Sieber für die Programmierung am Parktheater verantwortlich ist. Das Ensemble habe ein grosses Spektrum an Stücken – und agiere sehr professionell. Und es sei ein Schweizer Ensemble. Einheimisches Schaffen zu fördern sei gerade Sandra Sieber ein Anliegen, meint Maier.

Grenchner haben es am liebsten lustig

«Häuptling Abendwind», «Das Auge des Tigers», «Ein Volksfeind» (Ibsen), oder «Komödie im Dunkeln» lauten Titel der Stücke, mit denen das Theater Kanton Zürich in den letzten beiden Saisons in Grenchen zu Gast war. Oft sei es schwierig, aufgrund von Angaben des Ensembles abzuschätzen, ob ein Stück für das Grenchner Publikum funktioniere, meint Maier weiter.

Beim Theater Kanton Zürich bekomme man hingegen stets, was auf der Verpackung draufsteht. Dies sei wichtig, weil man das Programm bis zu zwei Saisons im Voraus planen müsse. Denn die Bühne des Parktheaters wird für ein breites Spektrum von Veranstaltungen genutzt. «Da ein passendes Zeitfenster zu finden mit Tourneetheatern, ist manchmal nicht so einfach.»

Generell würden in Grenchen eher Stücke der leichten Muse geschätzt, beobachtet Maier, doch wolle man auch immer wieder «Experimente wagen», auch im Wissen, dass der grosse Publikumsaufmarsch ausbleibe. Mit 180 bis maximal 250 Zuschauern könne man rechnen, wenn das Theater Kanton Zürich im Parktheater zu Gast sei.

Nächstes Jahr feiert man das 50-Jahre-Jubiläum

In Winterthur Grüze hat das 1971 gegründete Theater Kanton Zürich eine eigene Bühne, wo man probt und die Premieren feiert, erklärt Sprecherin Silvia Müller. Das Ensemble mit acht ProfiSchauspielerinnen und Schauspielern, insgesamt rund 25 Angestellten und ebenso vielen freien Mitarbeitern, hat sechs bis sieben Premieren pro Jahr und tritt laut Müller 140 bis 150 Mal pro Jahr auf, meist auf Bühnen im Kanton Zürich.

Denn der Kanton ist auch der langfristige Geldgeber des Theaters, der 2018 13,8 Mio. Fr. für sechs Spielzeiten bewilligt hat. Dazu kommen Gelder vom Lotteriefonds für die Infrastruktur und von einigen Dutzend Zürcher Gemeinden, welche Mitgliederbeiträge pro Kopf der Bevölkerung entrichten. Das Theater ist als Genossenschaft organisiert .

«Nichts als lauter Liebe»

Die Handlung Hugo und Gigi waren jahrelang ein Traumpaar: auf der Bühne und im wirklichen Leben. Die Trennung der beiden verlief allerdings nicht sonderlich harmonisch – was die weitere Karriere der beiden Starschauspieler ernsthaft gefährdete. Jetzt steht Hugo vor einem Neustart, von dem sich auch sein gerissener Agent Sylvester ein Comeback verspricht. Doch schon am ersten Probentag fällt die Kollegin wegen Schwangerschaft aus. Regisseur Leon ist am Verzweifeln: Wer könnte als zugkräftiger Ersatz einspringen? Sylvester greift tief in die Trickkiste und präsentiert Hugos Ex-Frau Gigi als neuen Co-Star. Ab jetzt fliegen die Fetzen. Es spielen: Katharina von Bock, Stefan Lahr, Pit Arne Pietz, Andreas Storm. (rrg)

Zu seinen Aufgaben gehören auch Auftritte in den Zürcher Schulen, wie Müller weiter erläutert. Es bleiben Kapazitäten für rund 25 ausserkantonale Gastspiele pro Jahr – darunter regelmässig in Grenchen.

Nach der Valentinstag-Komödie von heute Abend kommt das Theater am kommenden 7. Januar 2021 mit einem Klassiker nach Grenchen. Im «Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt wird Katharina von Bock – ein Aushängeschild des Ensembles – die Rolle der Claire Zachanassian spielen.
Hinweis Parktheater, heute 20 Uhr, Abendkasse ab 19 Uhr.

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