Lauberhornrennen

Der Grenchner DJ Horse sorgt nochmals für Stimmung am Hundschopf

DJ Horse, der rockende Pösteler von Grenchen, sorgt seit 13 Jahren für die richtige Musik am Lauberhornrennen. An diesem Rennwochenende legt er am Hundschopf zum letzten Mal auf.

Andreas Toggweiler
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Daniel Wisard alias DJ Horse (rechts) schaut für die richtige Musik am Hundschopf, Speaker Sepp Odermatt kommentiert.

Daniel Wisard alias DJ Horse (rechts) schaut für die richtige Musik am Hundschopf, Speaker Sepp Odermatt kommentiert.

zvg

Alles begann vor 25 Jahren. Im Jugendcafé im Zwinglihaus entdeckte der damals 17-jährige Daniel «Wisi» Wisard sein Flair für den Plattenteller bzw. für die CD, mit denen DJs damals arbeiteten. Er traf den Musikgeschmack seines Publikums und zog im Jahr darauf mit Kollegen eine Party-Organisation auf. So richtig aufmerksam auf sein Talent wurde ein grösseres Publikum erstmals an der MIA 1999. «Da lief es richtig gut, wir sind da richtiggehend abgehoben», erinnert er sich. Unter dem Titel DJ Horse – der Name kam von einem Energydrink – wurde Wisard in der Region bekannt. Als jemand, der mit seiner Playlist fast immer den Geschmack des Publikums trifft und ein enorm breites Repertoire aufweist. Es reicht von Hardrock über Pop bis zum Schlager.

Er weiss die Stimmung des Publikums zu lesen

Im Gegensatz zu anderen DJs, die einfach ihren Stil durchziehen, weiss Wisard, sich aufs jeweilige Publikum einzustellen. Sein Mix scheint immer mehrheitsfähig. «Man muss einfach die Leute gut beobachten und spüren können, was sie sich wünschen», verrät er sein Erfolgsrezept. Natürlich sei dies nicht immer gleich einfach. «Wenn ich im Baracoa Party mache, kenne ich das Publikum und seinen Geschmack, an neuen Locations braucht es schon etwas mehr Spürsinn.»

Dani Wisard alias DJ Horse (Mitte) mt Bode Miller (links) und Didier Cuche
9 Bilder
Christof Innerhofer,Italien
Mit Sportreporter Pädu Kälin
Marco Büchel
Schwingerkönig Matthias Glarner
Speaker Sepp Odermatt
Die österreichische Skilegende Franz Klammer
Schweizer Skilegende Walter Tresch
... und last but not least: Ueli Maurer

Dani Wisard alias DJ Horse (Mitte) mt Bode Miller (links) und Didier Cuche

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Dagobert Cahannes verschaffte ihm den Job

Und eine grosse Computer-Harddisk mit allerlei Musikstilen. Wobei Wisard betont, dass er eigentlich lieber mit CDs arbeite. «Es ist einprägsamer und sinnlicher und man kann den Überblick besser behalten.» Heute gebe es so viel Musik im Internet. Da sei es bisweilen schwierig geworden, ein Stück zu finden, das an einer Party aufgrund eines Youtube-Videos auf dem Handy gewünscht wird. «Doch wenn immer möglich, werden Wünsche erfüllt», meint Wisard, der selber am liebsten Queen und Abba hört.

Ganz andere Rahmenbedingungen findet er dieses Wochenende in Wengen vor, wenn es dar­um geht, das Publikum für die Weltcup-Abfahrten in Stimmung zu bringen. Zur Aufgabe kam Wisard vor nunmehr 13 Jahren durch – wie könnte es anders sein – Dagobert Cahannes. Der legendäre Grenchner Lauber-
horn-Speaker, der vor zwei Jahren seinen Abschied gab, verschaffte ihm den Job als Stimmungskanone neben den Schneekanonen. «Das war schon ein Traumjob, da mal mittendrin zu sein, denn zu Hause haben wir natürlich immer Skirennen geschaut.» – «Die ersten drei Jahre war ich im Zielraum, dann wechselte ich zum Publikum am Hund­schopf», erzählt Wisard. Zusammen mit dem dortigen Speaker Sepp Odermatt beschallt er den spektakulärsten Abfahrtssprung im Weltcup-Skizirkus. Die beiden müssen dafür ein eingespieltes Team sein. «Ich spiele für jeden Fahrer einige Sekunden eines passenden Stücks, das beispielsweise aus seinem Land kommt. Dabei muss man rechtzeitig ein- und ausblenden für die Informationen des Speakers.»

Schöne Begegnungen mit den Helden der Piste

Manchmal spreche er mit den Fahrern die Musik auch ab. Durch die Kontakte mit den aktiven Skifahrern, aber vor allem auch mit den ehemaligen Stars, die gerne am Lauberhorn auftauchen, sei es immer wieder zu schönen Begegnungen gekommen. Zum Beispiel mit Franz Klammer, Didier Cuche oder Bode Miller.

Ein magischer Moment für ihn als DJ war ausgerechnet, als einmal das Rennen in letzter Minute abgesagt werden musste. «Da hiess es, pack deine Ausrüstung und sorge für die richtige Stimmung im Festzelt im Weltcup-Dörfli. Ich glaube, von den rund tausend Personen im Zelt haben es nur wenige bereut, dass sie trotzdem gekommen sind», freut sich Wisard.

Kommt Feuz mit seinem Sound auf Touren?

Was er am Samstag – «ich hoffe, die Abfahrt werde nicht verschoben» – für Beat Feuz abspielen wird, um diesen richtig in Schwung zu bringen, verrät DJ Horse allerdings noch nicht.

Auf die Frage, warum er denn ausgerechnet 2020 aufhöre, meint Wisard, dass es sein Ziel gewesen sei, bei der 90. Ausgabe der Lauberhorn-Abfahrt noch dabei zu sein. Es werde ja auch allerhand über die Zukunft des Rennens spekuliert. Und: «Trotz aller Attraktionen und tollen Begegnungen: Nach 13 Jahren hat man das Ganze auch mal gesehen.»

Als Angestellter mit 100-Prozent-Job habe er auch Ferien für das Lauberhornprojekt investiert und auch sonst sei er etwa jedes zweite Wochenende als DJ im Einsatz. Und weil er heuer sein 25-Jahr-Jubiläum als DJ feiern könne, gelte es auch da noch etwas aufzugleisen. «Im Laufe dieses Jahres wollen wir das mal mit einer speziellen Party feiern», stellt Wisard in Aussicht.

Hinweis: Start der Lauberhorn-Abfahrt am Samstag, 12.30 Uhr oder am Sonntag.