Kleintheater

Mit ganz viel Biss und viel Niveau

Er zählt zu den Hoffnungen des Schweizer Kabaretts. Am Samstag heizte Parodist Michael Elsener dem Grenchner Publikum ein.

Kaspar Haupt
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Parodist Michael Elsener.

Parodist Michael Elsener.

Solothurner Zeitung

Der Zuger Michael Elsener wurde im Kleintheater seinem Ruf gerecht, dass es keine Figur gibt, die er nicht authentisch zu verkörpern vermag. Nicht von ungefähr wird der junge Künstler als die grosse Schweizer Hoffnung des Kabaretts gehandelt. Er lieferte den Beweis gleich selber mit seinem Programm «copy und paste».

Elsener spielte sich durch viele spannende Figuren. Michael Elsener kopiert im Rampenlicht – hemmungslos, präzise und witzig. Temporeich gestaltet er seine aufregenden Figuren, legt ihnen freche Parodien in den Mund und pointierte Geschichten. Egal, ob der nun Bundesrat Leuenberger heisst oder Rudolf Merz. Und natürlich nicht zu vergessen Kurt Aeschbacher, wie er leibt und lebt. Wars nun Aeschbacher oder seine Kopie?

Ernsthafte Themen miteinbezogen

Doch Michael Elsener zieht charmant und hintergründig das Publikum mit in sein Programm ein, und dies auf eine charmante Weise. Denn seinem Charisma konnte sich das Publikum nicht entziehen. Elsener ist schnell und clever, und von der Aktualität her war auch die kritische Nummer über das Klima ein Hit. Er erzählte, parodierte und spielte. Tiefgründig mit Biss und Niveau.

Mit musikalischer Ader

Doch Michael Elsener kreuzt nicht nur mit Musikern, Politikern und sonstigen Berühmtheiten die Klingen, sondern auch als der scheue Röbi zeigt er seine Berufung, nämlich kopieren und einfügen, wie schon gesagt: Es geschieht heimlich und hemmungslos.

Hervorragend war das Programm «copy und paste» im Kleintheater. Denn humorvoll und spannend flirtete Michael Elsener noch so neben- bei mit seinem Publikum und überraschte viele der Zuschauer auch mit grossen Hits aus den Charts, die schon das Publikum in «Benissimo» begeisterte wie «Alperose», «Ramseiers wei go grase», «Ewigi Liebi», «Chum bring en hei» oder «SOberland». Die zahlreichen Zuschauer zeigten sich vom Abend angenehm überrascht.