Neubau: Seeländer Maschinenteilefabrikant sucht in Grenchen sein Glück

Es geht etwas in den Uhrenstadt: Die Glamec AG CNC-Fertigung aus Rüti bei Büren baut ein zusätzliches Werk, und zwar nahe der neuen ETA-Zifferblattfabrik.

Oliver Menge
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Hans (links) und Diego Glauser kontrollieren ein fertiges Stück, bevor es ausgeliefert wird. om

Hans (links) und Diego Glauser kontrollieren ein fertiges Stück, bevor es ausgeliefert wird. om

Der Maschinenteilehersteller Glamec AG aus Rüti hat Grosses vor: In Grenchen wurde in den letzten Tagen mit dem Aushub für eine neue Werkhalle begonnen. Unweit der neuen ETA-Zifferblattfabrik entsteht auf 8500 Quadratmeter Fläche ein Gebäude, das in einer ersten Phase eine einzige Maschine beherbergt: Die RX 18 der Marke Reiden, ein 45 Tonnen schweres Schweizer Ungetüm, das grosse Teile bis zu 2,2 Metern Durchmesser bearbeiten kann. Das Besondere: Die CNC-Maschine fräst, dreht, bohrt und schleift auf sechs Achsen mit 400 verschiedenen Werkzeugen bis auf wenige Mikron genau und genügt höchsten Qualitätsansprüchen. Erst zwei Maschinen dieses Typs wurden bisher verkauft.

Für das Familienunternehmen Glamec AG sind die 2 Millionen Investition für die Maschine kein Pappenstil, aber Firmeninhaber Hans Glauser glaubt an das Potenzial und an die Zukunft. Denn bis jetzt sei es in seiner Firma nicht möglich gewesen, mit einer so hohen Genauigkeit grosse Stücke zu fertigen. Mit der neuen Maschine will Glauser auch neue Betätigungsfelder finden und neue Kunden gewinnen.

In Rüti ist Land rar oder zu teuer

Glamec stellt den Erweiterungsbau in Grenchen auf, weil in Rüti Industrieland nicht oder nur zu überteuerten Preisen zu haben ist, erklärt Glauser. «Die Stadt Grenchen war in jeder Hinsicht hilfsbereit und unkompliziert. Noch ist offen, ob wir den Firmensitz allenfalls nach Grenchen verlegen», erklärt Glauser. Vier bis fünf neue Arbeitsplätze werden in Grenchen geschaffen. Das neue Werk soll bereits im September, Oktober dieses Jahr fertiggestellt werden. Der Aufbau der RX 18 dauert dann noch einmal zwei bis drei Wochen, erst dann werde man produzieren können.

Alles, ausser den Rädern

Die Glamec AG in Rüti an der Industriestrasse bearbeitet fast ausschliesslich grosse Teile von bis zu vier bis fünf Tonnen Gewicht. Rund 200 verschiedene Teile aus Gusseisen und Gussstahl werden in Rüti gefertigt. Einer der Hauptkunden ist Stadler Rail, Hersteller von Schienenfahrzeugen. «Eigentlich stellen wir fast alles her, was man unter den Füssen hat, wenn man in einem Zug steht – ausser den Rädern», sagt Glauser. Dazu gehören Achsengehäuse und Achsen, Querstreben, Verbindungsstücke und Dämpfungsträger.

Die Rohstücke aus Guss werden im Werk in Rüti angeliefert und dann auf modernen CNC-Maschinen in die richtige Form gebracht. Aber auch Teile für Kommunalfahrzeuge, Motorengehäuse und Ähnliches werden bei Glamec in die fertige Form gefräst und gedreht. Aebi Schmidt in Burgdorf, Hersteller von Schneepflügen, Schneeräummaschinen und Schneefräsen, Kehrmaschinen, Salz-Streumaschinen und anderen Fahrzeugen gehört ebenfalls zu den Hauptkunden der Glamec AG.