Promenadenweg

Quartiercharakter soll nicht ändern

Mit den Bauherren und Anwohnern, die gegen die Attikawohnungen rekurriert haben, nahm das kantonale Bau- und Justizdepartement einen Augenschein.

Lucien Fluri
Drucken
Teilen

Grenchner Tagblatt

Mit viel Umschwung und Aussicht liegt die Villa Schenker zwischen Promenaden- und Nelkenweg. Geht es nach dem Willen der Grundstücksbesitzer, soll das Haus abgerissen und durch zwei Blöcke mit je fünf Wohneinheiten ersetzt werden. 24 Anwohner hatten im Mai jedoch die Sistierung des Projektes verlangt.

Nachdem ihre Einsprachen von der Grenchner Bau- und Planungskommission abgewiesen worden waren, zogen sie den Fall ans kantonale Bau- und Justizdepartement weiter. Dieses orientierte sich gestern mit einem Augenschein an dem Ort, wo die Interessen eines historisch gewachsenen Einfamilienhausquartiers mit modernem, verdichtetem Wohnen kollidieren.

Quartiermassstäbe gesprengt?

Das Bauprojekt lotet den Raum vollständig aus. Für die Anwohner sprengt es dagegen die Massstäbe. Da die Attikawohnungen mit der nördlichen Fassade bündig sind, wirkt das Gebäude von hinten dreigeschossig. «Man hat dann eine Wand vor dem Kopf», beklagt eine Anwohnerin.

Die Anstösser bemängeln den Verlust von Aussicht und Privatsphäre. Ihre Häuser würden durch den knappen Abstand zugebaut und erlitten eine starke Wertverminderung. Architekt Aldo Bigolin hielt als Vertreter der Bauherren dagegen, dass die jetzt dort stehenden Bäume höher seien. Die Bauherren hätten sämtliche gesetzlichen Vorschriften eingehalten. Für Anwalt Urs Tschaggelar, der die Anwohner vertritt, waren die Ausnutzungsziffern aber nicht korrekt berechnet.
Mehrverkehr befürchtet

Weiter entfernt wohnende Quartierbewohner äusserten gegenüber Ralph Kaiser vom Bau- und Justizdepartement die Befürchtung, dass die zwanzig Einstellhallenplätze Mehrverkehr im ruhigen Einfamilienhausquartier auslösen werden. Zudem sei es auf der Strasse durch parkierte Fahrzeuge jetzt schon eng. Nun muss das Baudepartement prüfen, ob sich Einwände und Geschmacksempfinden der Anwohner mit dem Recht decken. Das Urteil wird im Januar gefällt.