Gute Nachricht

Skisaison auf dem Grenchenberg ist verloren – trotzdem sind Verantwortliche optimistisch

Der Skilift auf dem Grenchenberg lief an keinem einzigen Tag, aber die Finanzierung des neuen Trainings- und Zubringerlifts ist nahezu vollständig gesichert.

Oliver Menge
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Es hatte zu wenig Schnee und war zu warm für den Pistenbully.

Es hatte zu wenig Schnee und war zu warm für den Pistenbully.

Patrik Mosimann

Die diesjährige Skisaison auf dem Grenchenberg ist vorbei. Wie die Verantwortlichen der Skilift Grenchenberg AG mitteilten, hat man bereits am letzten Samstag mit den Demontage der meisten Installationen begonnen und die Gehänge ins Sommerdepot verschoben. Zwar hatte es etwas geschneit, doch für einen Einsatz des Pistenbullys lag eindeutig zu wenig Schnee.

Zudem müsste der Boden gefroren sein, damit der Einsatz des Raupenfahrzeugs keine Landschäden verursacht. «Aufgrund der Temperatur-Prognosen mussten wir die Hoffnung auf eine Betriebsaufnahme für diese Saison aufgeben», heisst es in der Mitteilung. Man danke allen, welche die Skilift Grenchenberg AG auch in dieser Saison unterstützt habe, sei es mit dem Kauf eines Abonnements, mit unterschiedlichen Zuwendungen oder mit moralischem Zuspruch.

Die gute Nachricht folgt auf die schlechte

Mit dem Ersatz für den in die Jahre gekommenen Kinderlift für Anfänger, dessen Konzession Ende März 2020 abläuft, geht es vorwärts. Der Kanton kann aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit die Betriebsbewilligung für den Borer-Kleinskilift, der im Besitz der Stadt ist, nicht mehr erteilen. Will man aber die Grenchenberge für Anfänger und Skiclubs attraktiv erhalten, ist ein Ersatz unumgänglich, darin war man sich schon letztes Jahr einig: Der Gemeinderat hatte bereits an seiner Maisitzung einen Bruttokredit von 575000 Franken für einen neuen Lift bewilligt (wir berichteten). Eine Lösung mit einem Occasionslift wurde aus Kostengründen gar nicht erst in Betracht gezogen: Bauliche Anpassungen, Revision und Zertifizierung wären in etwa gleich teuer gekommen, wie ein komplett neuer Lift.

Die Linienführung des neuen Selbstbedienungs-Tellerlifts, mit einer Berg- und Talstation sowie vier Masten dazwischen, ermöglicht neu auch eine direkte Verbindung zur weiter nördlich gelegenen «Hauptpiste». Der neue Kinderlift wird so zu einem Erschliessungslift.

Kostenbeteiligung von Nachbargemeinden

Mit 295'000 Franken Nettobeitrag trägt die Stadt Grenchen den grössten Teil der Kosten für den neuen Lift. Die Gemeinden Bettlach, Selzach und die Berner Gemeinde Lengnau, deren Ski- und Sportclub auf dem Berg eine Hütte betreibt, beteiligen sich mit je 15000 Franken. Die Bürgergemeinde der Stadt Grenchen steuert 25'000 Franken bei. Weitere Hauptsponsoren sind die SWG, die Raiffeisenbank Wandfluh sowie einige private Gönner und Sponsoren. Dazu kommt ein Legat, das der kürzlich verstorbene Altregierungsrat Walter Bürgi dem Ski Club Grenchen hinterlassen hat, wie Rauber sagt. Bürgi war dort jahrelang Mitglied.

Ende Februar diesen Jahres beschloss der Regierungsrat, der Skilift AG einen maximalen Betrag von 100'000 Franken an den neuen Lift zuzusprechen. Dies auch, um den überregionalen Charakter der Skiliftanlage auf dem Grenchenberg zu erhalten. In der Eingabe für den Kanton seien gewisse Posten, wie etwa eine Video-Überwachungsanlage und weitere kleine Posten, die nicht zwingend für die Erstellung und den Betrieb des neuen Lifts notwendig sind, weggelassen worden, erklärt Christoph Rauber, Präsident der Skilift Grenchenberg AG. Der in der Eingabe aufgeführte Gesamtaufwand beläuft sich denn auch auf «nur» 498'000 Franken.

Bauarbeiten beginnen im Mai

«Wir haben jetzt über 90 % der Finanzierung beisammen,» sagt Rauber. «Natürlich hätten wir gerne die Leute auch noch direkt auf der Piste angesprochen, denn nach wie vor sind wir auf der Suche nach Namenssponsoren für die Tellerli und die Masten». Daraus werde nun halt nichts.

Die Skilift Grenchenberg AG sei aber schon am Aufgleisen neuer Unterstützungsmöglichkeiten und werde die Öffentlichkeit schon bald darüber informieren. Eigentlich möchte man laut Rauber im Mai mit den Fundamenten für die vier Masten sowie die Berg- und Talstation mit Umlenkmasten beginnen. Aber noch sei die definitive Bewilligung des Kantons nicht in Grenchen eingetroffen. «Wir hatten einige Auflagen zu erfüllen», erklärt Rauber. Der neue Lift komme in einer Grundwasserschutzzone zu stehen. Von daher habe der Kanton strenge Auflagen für den Bau gemacht. «Aber wir rechnen eigentlich täglich damit, dass die Bewilligung des Kantons auf der Baudirektion Grenchen eintrifft», so Rauber. Einsprachen gebe es keine.

Ein Grund, weshalb man bereits im Mai mit den Fundationen beginnen möchte, ist der Wunsch der bäuerlichen Pächter, die Bauarbeiten, die den Einsatz von schweren Maschinen erfordern, zu einem Zeitpunkt durchzuführen, wo die Vegetation noch nicht zu weit gediehen ist. Die weiteren Arbeiten wie etwa die Erstellung der Betriebshäuschen erfolgt erst später. Die Skilift Grenchenberg AG arbeitet in diesem Bereich mit Holzbau Schweiz zusammen. «Die Häuschen werden im September von Lernenden gebaut.» Dann, ja dann kann man nur darauf hoffen, dass die nächste Saison 20/21 besser wird und es genügend Schnee auf dem Grenchenberg für den Betrieb mit neuem Lift gibt.