Grenchen

Triennale 2021 wird kleiner, attraktiver und zahlbarer

Die Triennale im September 2021 soll publikumswirksamer und internationaler werden. Auch bei den Ausstellungsräumen geht man neue Wege.

André Weyermann
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Grossformatiges war an der Triennale 2018 Trumpf.

Grossformatiges war an der Triennale 2018 Trumpf.

Hansjörg Sahli

Die 22. Triennale für Druckgrafik findet statt. An der Generalversammlung der Kunstgesellschaft konnte Präsident Philipp Glocker bekanntgeben, dass die grösste Veranstaltung dieser Art seine Pforten am 10.September 2021 öffnen wird und bis zum 26. September dauert. Die Vernissage ist für den 9. September ab 19.00 vorgesehen.

Männiglich wird aufgeatmet haben, da es etwas gar ruhig gewesen ist um eine neue Ausgabe von Grenchens Vorzeigeprojekt. Allerdings hat die Ruhe zum Glück getäuscht, denn hinter den Kulissen wurde fleissig am Konzept gearbeitet, damit die Tradition auch nach über 60 Jahren weiterleben wird.

«Wir wollen wieder eine Ausstellung für das Publikum und nicht für Kuratoren machen», betonte Präsident Philipp Glocker. Will heissen, dass die letzte Ausgabe von Fachleuten gewürdigt und gelobt wurde, allein das Publikumsinteresse hielt sich in Grenzen und auch die Verkäufe blieben hinter den Erwartungen zurück.

300 Künstler angestrebt

Für die neue Ausgabe setzt man auf kleinere Formate, die klar definiert sind. Als Technik wurde Xylografie (Hochdruck) vorgegeben und das in schwarz/weiss. Vorstellbar sind also insbesondre Holz -oder Linolschnitte, aber auch Recycling-Materialen sind als Druckvorlage denkbar. Als Motto hat man den Begriff «Zeit ohne Zeit» gewählt. Die Kunstwerke sollen in vier oder mehr Auflagen zur Verfügung stehen. Philipp Glocker strebt eine internationale Beteiligung an mit mindestens 300 Künstlern (wenn möglich je ein Drittel regionale, schweizerische und internationale) und er möchte mit seinem Team Kunst präsentieren, die auch ans Publikum verkauft werden kann. Daher der Schritt zu einem kleineren Format.

Grössere Formate haben zweifellos ihren Reiz, sind oft von guter Qualität, allein der Preis bringt es mit sich, dass beinahe nur noch Institutionen sich diese leisten können.

In leeren Lokalitäten

Neue Wege geht man auch bei den Ausstellungsräumen. In Grenchen soll die Werkschau in einem der momentan vier leeren Lokalitäten am Marktplatz zu sehen sein. Dazu schaut man über den Gartenhaag hinweg und präsentiert die Werke auch in der Löiegrube Solothurn und in der kleinen Galerie in Leubringen (Evilard). Ganz auf grossformatige Bilder wird im Übrigen nicht verzichtet. Drei ausgewählte internationale Künstler werden in einer Sonderschau ihre Werke präsentieren und dies, wenn möglich, ebenfalls in unmittelbarer der Nähe des Marktplatzes. Als Kurator fungiert der in Grenchen bestens bekannte Künstler Kardo Kosta, der einst im letzten Jahrtausend aus Südamerika beinahe mittellos an die Triennale reiste, sich in der Zwischenzeit zu einem freischaffenden Künstler mit internationalem Renommee emporgearbeitet hat.

Nach verschiedenen Aufenthaltsorten im Ausland wohnt er wieder in der Schweiz, in Leubringen. Einen Namen hat er sich zusammen mit seiner Partnerin Maris Ripa auch als Organisator der Landart im Bözingerwald gemacht. Dank seiner häufigen Reisen hat er Kontakte zu vielen namhaften Kunstschaffenden aus dem In- und Ausland. Die Ausschreibung und die Logistik werden via Internet erledigt. Wobei die angemeldeten Künstler auch ausgestellt werden. Ein Jekami? «Natürlich nicht», widersprechen die Verantwortlichen, die «Rekrutierung» der Kunstschaffenden geschehe über spezialisierte soziale Plattformen.

Die statutarischen Geschäfte gingen diskussionslos über die Bühne. Die Rechnung schliess mit einem kleinen Gewinn von 3400 Franken ab. Ein beinahe identisches Defizit ist für das kommende Jahr vorgesehen (Triennale). Neu in den Vorstand wurde Cornelia Arbogast gewählt, die damit zumindest eine der vier Vakanzen obsolet macht.