Adamhaus

Was ist Kunst? Ausstellung in Bettlach regt zum Nachdenken an

In der Galerie im Adamhaus sind zurzeit Werke von Gilbert Schelling zu sehen. Mit relativ einfachen Mitteln erzielt er dabei eine erstaunliche (Tiefen)-Wirkung.

André Weyermann
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Urs Wirth (links) befragte an der Vernissage Gilbert Schelling.

Urs Wirth (links) befragte an der Vernissage Gilbert Schelling.

André Weyermann

Die Arbeiten des pensionierten Lehrers sind auf Wellkarton gemalt. Dies erlaubt ihm das Auftragen verschiedener Acryl-Farbschichten. Vor allem aber bearbeitet er das Material mit dem Messer und der Hand. Der Effekt ist eindrucksvoll. Die Bilder erhalten so eine dritte Dimension. Es entstehen skulpturenhafte, meist abstrahierte Natur- und Stadtlandschaften. Dabei ist zumeist der Weg das Ziel. Zwar gehe er mit einer Idee an das einzelne Gemälde, danach lasse er sich vom Entstehenden selbst inspirieren, meint er zu seiner Arbeitsweise. Vieles geschehe unbewusst.

Konsequenterweise setzt er keine Titel. Der Betrachtende kann so unvoreingenommen in diese Bilderwelt eintauchen, sich auf Entdeckungsreise begeben, seinen Assoziationen freien Lauf lassen. Vielfältig ist die Farbgebung. «Das hat sich geändert. Früher malte ich in fast nur in eher düsteren Farben», erklärt der Ausstellende seine Entwicklung in dieser Hinsicht. An der sehr gut besuchten Vernissage sinnierte Gilbert Schelling zusammen mit seinem ehemaligen Berufskollegen Urs Wirth, der als Moderator fungierte, in einem heiteren und erheiternden Dialog unter anderem über das Wesen der Kunst.

Ob er sich denn als Künstler sehe? «Nein, eher nicht. Ich würde mich als Bilddarsteller bezeichnen», lautete die klare Antwort. Am Eingang zur Ausstellung prangt unmissverständlich die Frage «Kunst?». Wohl eine provokative Aufforderung zum Nachdenken. Ob man darauf eingehen will, sei jedem selber anheimgestellt. Sich auf die Bilder von Gilbert Schelling einzulassen, lohnt sich auf jeden Fall. Hier ist nämlich einer am Werk, der Bilder erschaffen kann, der einlädt zum Verweilen und genauem Hinschauen.

Die Ausstellung im Adamhaus dauert bis zum 23. September. Geöffnet ist sie jeweils am Samstag und am Sonntag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr.