Balsthal

50 Jahre Galerie Rössli - jetzt kommt das Buch

Das Buch «50 Jahre Galerie Rössli Balsthal» gibt einen Überblick über die Solothurner Kunstszene von 1968 bis 2018

Fränzi Zwahlen-Saner
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Aktuell wartet die Galerie "Rössli" in Balsthal mit Werken von Peter Jeker auf. Jeker hat sich akutell der Wolfs- und Limmernschlucht gewidmet.

Aktuell wartet die Galerie "Rössli" in Balsthal mit Werken von Peter Jeker auf. Jeker hat sich akutell der Wolfs- und Limmernschlucht gewidmet.

Bruno Kissling

Vor 50 Jahren, anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Balsthal, riefen die drei Balsthaler Kunstinteressierten Heinrich Deubelbeiss, Malermeister, Dolf Arn, Lehrer und Bodo Stauffer, Lehrer und Kunstmaler eine Kunstgalerie ins Leben. «Es mag Zufall gewesen sein, dass in jener Zeit die Kellerräumlichkeiten im Gasthof Rössli, wo zuvor Frau Del Carlo einen Gemüse- und Früchteladen betrieb, leer standen. Das war für uns die Gelegenheit – im Einverständnis mit der Rössligesellschaft (die damals noch über das Gebäude das Sagen hatte, die Red.) eine kleine Galerie einzurichten». So erinnerte sich Deubelbeiss anlässlich des 10-Jahre-Jubiläums der Galerie an die damalige Gründung.

Nun feiert diese Institution das 50. Jahr seines Bestehens und darüber hat Peter Jeker, pensionierter Zeichnungslehrer an der Kantonsschule Solothurn, ein Bilder- und Nachschlagebuch verfasst. Jeker verweist in seinem Vorwort darauf, dass er kein objektives Werk verfassen konnte, denn er war in den vergangenen 20 Jahren als künstlerischer Berater für die Galerie tätig. Doch Objektivität in Zusammenhang mit Kunst zu verlangen, ist auch gar nicht möglich – und nötig eigentlich auch nicht. Ein Ausstellungsprogramm einer Kunstgalerie ist immer von den Vorlieben und der Begeisterung der Galeristen abhängig. Das war und ist auch bei den Programmen der Galerie Rössli der Fall und jetzt auf über 100 Seiten nachvollziehbar.

So beginnt der Ausstellungsreigen im Jahr 1968 mit keinem Geringeren, als dem international bekannten Holzschnitzer HAP Grieshaber (1909–1981). Die drei Gründer, deren Ehepartnerinnen ebenfalls tatkräftig mitarbeiteten, fragten Grieshaber an, ob er nach Balsthal kommen könne – und er konnte.

250 Ausstellungen, 400 Künstler

Die Namen der 400 Künstler, deren Arbeiten in 250 Ausstellungsjahren während 50 Jahren zu sehen waren, sind in einer Spalte am Rande der Buchseiten mit Kurzbeschrieb zur Ausstellung und Lebensdaten aufgeführt, ebenso ihre Arbeiten in Farbe oder Schwarz/weiss. So wurden beispielsweise 1975 Tomi Ungerer/Jean-Jacques Sempé (in Doppelausstellung), Josef M. Odermatt, Verena Loewensberg, Schang Hutter und Rolf Spinnler gezeigt. 1978 übernahm die GSMBA, die Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten, Sektion Solothurn für fünf Jahre die Galerie; die Balsthaler Gründer hatten zuvor das Handtuch geworfen.

Doch die Oltnerin Rosmarie Küchler schaffte es bis 1989 die Galerie am Leben zu erhalten. Von 1989 bis 1995 kam die Leitung der Galerie wieder in Balsthaler Hände: Edy Wyss, Norbert Eggenschwiler, Claudio Favaro und Kurt Meyer übernahmen bis ins Jahr 1995. Damals erhielt die Arbeitsgruppe «Kultur im Thal», eine Gruppe der damaligen Repla Thal, einen kantonalen Anerkennungspreis für Kulturvermittlung. Und dieses Preisgeld war der Grundstock für die Übernahme der Galerie Rössli in diese Arbeitsgruppe.Ein unabhängiges Galeristenteam mit Romy Staufer, Kathrin und Ueli Diener, Markus Egli und Karin und Norbert Eggenschwiler Stauffer arbeitete kontinuierlich weiter und machte den Namen Galerie Rössli zum Markenzeichen für Solothurner Kunst. Herausragende Jubiläumsausstellungen, in denen Kunst in den Aussenraum verlegt wurde, machte die Galerie auch für wengier Kunst-Interessierte im Thal und besonders in Balsthal erlebbar.

Ein persönliches Buch

Peter Jeker hat mit diesem Buch zum 50. Geburtstag der Rössli-Galerie ein lebendiges, persönlich geprägtes Stück Solothurner Kunstgeschichte verfasst. Und er zeigt darin, welche Freuden, Erfolge und Niederlage eine solche Arbeit mit sich bringt. (Zitat aus dem Buch): «Die Erfolgsgeschichte der Galerie Rössli hat keine wirtschaftlichen Gründe. Die Galerie verdiente nie Geld, das den Mitgliedern ausbezahlt wurde. Nie erhielt jemand Lohn für seine Arbeit.

Der Lohn war und ist einzig und allein der direkte Kontakt mit den Kunstschaffenden, die Atelierbesuche, die Vielfalt der Bildthemen, Techniken und Ausdrucksweisen, das Gestalten der Ausstellungen und der Einladungskarten und die mit Interessierten vollgestopften kleinen Räume, auch bei knapper und stickiger Luft.»