Egerkingen

Die Deutsch-Pflicht spaltet: SVP-Präsident will kantonale Deutsch-Regel

Die Deutsch-Regel spaltet die Gemüter. Franziska Roth von der SP kann sie nicht verstehen und Silvio Jeker von der SVP könnte sich durchaus vorstellen, diese kantonal einzuführen.

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Hier wird nur noch Deutsch gesprochen.

Hier wird nur noch Deutsch gesprochen.

Vor drei Jahren prangerte Johanna Batholdi an der Gemeindeversammlung sechs Steuersünder öffentlich an. Und jetzt steht die Gemeindepräsidentin von Egerkingen schon wieder in den nationalen Schlagzeilen. Denn an Egerkinger Schulen darf zukünftig nur noch Deutsch gesprochen werden. Wer gegen diese «Deutsch-Regel» verstösst, wird bestraft.

Am rigorosen Vorgehen der Gemeindepräsidentin finden nicht alle Egerkinger Gefallen. Eine Frau erzählt gegenüber Tele M1: «Ich sage nicht mehr gerne, dass ich aus Egerkingen komme.» Johanna Batholdi erhält aber auch Unterstützung. Ebenfalls im Regionalfernsehen Tele M1 sagt ein Mann: «Was sie tut, ist richtig!»

Franziska Roth, Präsidentin der Solothurner SP, ist anderer Meinung. Sie spricht von «Schaufensterpolitik», einer Politik, die nur dem Zwecke diene, mediale Aufmerksamkeit zu erhalten. Egerkingens Gemeindepräsidentin rechtfertigt sich: «Wir sprechen schlicht Probleme an, die die Menschen interessieren.» Das sei der Grund für die Medienpräsenz.

Im Bericht von Tele M1 äussert sich auch der Solothurner SVP-Präsident Silvio Jeker. Seine Meinung ist klar. Er findet die Deutsch-Regel richtig und sagt sogar: «Ich kann mir eine solche Regel durchaus auch kantonal vorstellen.»

Eine Umfrage dieser Zeitung zeigt, dass ein Deutsch-Obligatorium für andere Schulen in der Region Solothurn kein Thema ist. Trotzdem: Johanna Bartholdi wird wohl einmal mehr schweizweit zum Nachdenken angeregt haben. (jos)