Regierungsratswahlen
Die Kandidaten der CVP präsentieren sich in einer virtuellen Versammlung — abgestimmt wird brieflich

In Zeiten von Corona präsentierten sich die drei Regierungsratsbewerbungen in einer virtuellen Versammlung.

Drucken
Teilen

Solothurner Zeitung

Nur am Computerbildschirm oder via Telefon konnten die Delegierten und weitere Interessierte der CVP Kanton Solothurn am Donnerstag verfolgen, wie sich die Bewerberin und die zwei Bewerber um die zwei freiwerdenden Regierungssitze präsentierten. Nach diesem «Webinar» steht nun die schriftlich durchgeführte Abstimmung an.

Hoffentlich hat die CVP des Kantons Solothurn diese Sache mit dem brieflichen Abstimmen besser im Griff als derzeit die Amerikaner: Bis am 10. November haben die Parteidelegierten Zeit, aus drei Kandidaturen jene zwei Persönlichkeiten auszuwählen, die sie in die Regierungsratswahlen vom nächsten März schicken wollen. Ein Wahlbüro zählt die Stimmen am 12. November aus und anschliessend wird das Resultat bekannt gegeben. Auch ein allfälliger zweiter Wahlgang müsste – in Zeiten von Corona – erneut schriftlich erfolgen.

Präsentation vor rund 60 virtuellen Interessierten

Vorangegangen ist am Donnerstagabend aus besagten Gründen eine virtuelle Delegiertenversammlung, an der sich die drei Personen vorstellen konnten. Verfolgt von einer Handvoll Besuchern im Oensinger «Rössli»-Saal und rund 60 Online-Teilnehmenden taten dies: Sandra Kolly (50), Neuendorf, geschieden. Die Kauffrau ist seit 2007 kaufmännische Leiterin und Mitglied der Geschäftsleitung von Emmenegger Fides AG, Treuhandunternehmung, Olten. Seit 2009 ist sie Kantonsrätin, seit 2013 Kantonalpräsidentin der CVP, bei den Nationalratswahlen 2015/2019 belegte sie jeweils den ersten Ersatzplatz.

Thomas A. Müller (56), Lostorf, verheiratet, drei Söhne. Der promovierte Jurist ist selbstständiger Rechtsanwalt und Präsident des kantonalen Steuergerichts. Bis 2013 war Müller acht Jahre Kantonsrat, seither Gemeindepräsident seiner Wohngemeinde Lostorf. Seit 2014 ist er Vizepräsident der Kantonalpartei.

Georg Nussbaumer (56), Hauenstein, verheiratet, drei Söhne. Der gelernte Forstwart EFZ bildete sich zum diplomierten Förster aus und ist seit 1990 Revierförster/Betriebsleiter des Forstbetriebes Unterer Hauenstein. Seit 2009 Kantonsrat und Vizefraktionschef und seit 2013 Präsident der parlamentarischen Gruppe Natur und Umwelt.

Keine Kandidatur aus dem oberen Kantonsteil

Alle drei Personen bezeichneten sich in ihrer Präsentation als im ganzen Kanton gut vernetzte, breit abgestützte Persönlichkeiten, die der CVP die beiden Sitze im Regierungsrat sichern wollen. Alle drei kündigten an, regieren und nicht nur verwalten zu wollen. Während Kolly und Nussbaumer dabei aber auch ihre Konsensfähigkeit unterstrichen, machte Müller deutliche Avancen an die Parteien rechts der CVP. Etwa in der Ankündigung, dass die eine oder andere Position der «beiden starken Vertretungen aus dem rot-grünen Lager» in der Regierung von ihm «auch mal juristisch hinterfragt» werden könnte.

Als Nachfolger von Roland Heim und Roland Fürst wollen aber alle drei «Regierungsräte für die Solothurnerinnen und Solothurner aller Kantonsregionen» sein, versicherten sie unisono. Dies, nachdem auch in der Fragerunde für die virtuell zugeschalteten Parteimitglieder Bedenken bezüglich der Tatsache aufkamen, dass alle drei Bewerbungen aus dem unteren Kantonsteil stammen.

Nationalrat Stefan Müller-Altermatt gestand am Rande der von ihm geleiteten Versammlung ein, dass die Verteidigung der zwei bisherigen Regierungssitze auch unter diesen Umständen «eine Herausforderung für die Partei» sei. Insbesondere den Parteimitgliedern im oberen Kantonsteil gelte es klar zu machen, «dass dies auch eure Kandidaten sind, die ihr wählen müsst, wenn wir weiterhin zwei Sitze behalten wollen».

Parteivorstand sagt Ja zum revidierten Polizeigesetz

Die Parolenfassung zu den anstehenden Abstimmungsvorlagen erfolgte – ebenfalls coronabedingt – vorgängig schon durch den Parteivorstand. Ja sagt die CVP zur Revision des kantonalen Polizeigesetzes, Nein zur nationalen GsoA-Initiative. Da keine ausführliche Diskussion zur Konzernverantwortungsinitiative durch die Delegierten möglich war, hat der Vorstand hierzu auf eine Parolenfassung verzichtet.

Aktuelle Nachrichten