Maskenpflicht

Die Schule ist nicht der öV

Der Kanton Solothurn entscheidet sich für einen Mittelweg, um Bildung und Gesundheit gerecht zu werden.

Rebekka Balzarini
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Eine punktuelle Maskenpflicht ist nur an Berufs- und Kantonsschulen vorgesehen.

Eine punktuelle Maskenpflicht ist nur an Berufs- und Kantonsschulen vorgesehen.

Rupert Oberhäuser / www.imago-images.de

Nun also doch: An den Solothurner Berufs- und Kantonsschulen gilt bald eine «punktuelle Maskenpflicht». Masken müssen dann getragen werden, wenn die Abstandsregeln über einen längeren Zeitraum nicht eingehalten werden können. Je nach Zimmer muss also in der Chemiestunde eine Maske getragen werden, in der Mathestunde aber nicht. Das scheint auf den ersten Blick willkürlich.

Sicher wäre es einfacher gewesen, eine Regel analog der Maskenpflicht im ÖV zu erlassen. Dort werden die Masken mittlerweile konsequent getragen. Also: Masken auf, sobald das Schulareal betreten wird, um mögliche Ansteckungen zu verhindern.

Nur lässt sich eine Zugfahrt nicht mit einem ganzen Tag in der Schule vergleichen. In einer Schulstunde wird debattiert, es werden Fragen gestellt, der Austausch spielt eine wichtige Rolle. Dem will der Kanton mit der jetzigen Regelung Rechnung tragen – immer mit der Möglichkeit, die Maskenpflicht zu verschärfen, falls die Situation es erfordert.

Ohnehin passieren die meisten Ansteckungen, soweit man den aktuellen Zahlen glauben kann, in der Familie. Ob all der Diskussionen über eine Maskenpflicht sollten wir also im Alltag die einfachsten Regeln nicht vergessen: Hände waschen und Abstand halten. Eine Maskenpflicht in Schulzimmern bringt nichts, wenn wir sonst auf die Schutzmassnahmen pfeifen.

rebekka.balzarini@chmedia.ch