Schulleistungen

Es bleibt beim Leistungstest Check S2 für die zweite Sek

Das Solothurner Kantonsparlament hält am schultypen-unabhängigen Leistungstest «Check S2» fest. Dieser ersetzt den bisherigen Stellwerktest.

Elisabeth Seifert
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Im März absolvierten Schülerinnen und Schüler der zweiten Sekundarschulklassen im Kanton Solothurn erstmals den Leistungscheck S2. Symbolbild

Im März absolvierten Schülerinnen und Schüler der zweiten Sekundarschulklassen im Kanton Solothurn erstmals den Leistungscheck S2. Symbolbild

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Im März haben die Schüler der zweiten Sekundarschulklassen im Kanton Solothurn erstmals über dem schultypen-unabhängigen Leistungstest Check S2 gebrütet. Der Test wird sukzessive in allen vier Bildungsraumkantonen eingeführt. In Solothurn ersetzt er den bisherigen Stellwerktest. Genau gleich wie dieser soll er für die Berufswahl verwendet werden können und ist zudem Teil des Abschlusszertifikats nach der dritten Sekundarschulklasse.

Wie so oft bei der Umsetzung neuer Projekte war auch die erste Durchführung des Checks S2 mit einigen Stolpersteinen verbunden. Für eine Mehrheit des Parlaments ist das aber kein Grund, den Test zu stoppen – und vorübergehend wieder zum alten Stellwerktest zu wechseln. Mit 62 zu 18 Stimmen lehnten die Parlamentarier einen entsprechenden Auftrag von Kantonsrätin Nicole Hirt (GLP, Grenchen) ab. Neben den GLP-Vertretern unterstützte einzig die SVP das Anliegen.

Nicht lehrplankonforme Fragen

Eingereicht hatte Nicole Hirt ihren Auftrag im letzten November. Den Grund für den Vorstoss, dem das Parlament die Dringlichkeit verweigert hatte, bildeten allerdings weniger mögliche Kinderkrankheiten des neuen Tests oder Probleme bei der Umsetzung. Im Zentrum stand – und stehen – für Nicole Hirt offene Fragen rund um die künftige Einführung von zwei weiteren Bildungsraum-Tests in der dritten und sechsten Primarschulklasse (Check P3 und Check P6). Noch nicht ganz klar ist hier, wie das Übertrittsverfahren in die Sekundarstufe I durch den Check P6 tangiert wird. Bis zu einer definitiven Klärung, so Nicole Hirt, soll auf der Oberstufe weiterhin der Stellwerktest durchgeführt werden.

In ihrer Stellungnahme hält die Regierung fest, dass das heutige Verfahren mit der Orientierungsarbeit in der fünften Primarschulklasse und der Vergleichsarbeit in der sechsten Klasse zumindest noch für den Übertritt in die Sek I im Schuljahr 2016/2017 gültig sein wird.

In der Debatte im Kantonsrat spielten solche Fragen eine untergeordnete Rolle. Die Sprecher der Fraktionen legten den Finger vielmehr auf eine Reihe wunder Punkte, die der erste Durchlauf des Checks S2 im März zutage gefördert hat. Vonseiten der FDP etwa monierte Andreas Schibli (Olten), dass eine Reihe von Testfragen nicht dem Lehrplan entsprochen haben. Viel zu spät, nämlich erst im Februar, seien die Übungsaufgaben zum Check verfügbar gewesen. Auch die Lehrerweiterbildung liess zu wünschen übrig, wie Schibli meinte. «Wir erwarten grundlegende Verbesserungen bei der Durchführung des nächsten Checks.» Eine Rückkehr zum Stellwerktest, der lediglich als Übergangslösung gedacht war, sei jedoch ineffizient. Dies vor allem auch deshalb, weil der Kantonsrat in einer Reihe von Vorstössen die Einführung solcher Leistungstests im Bildungsraum Nordwestschweiz gefordert hat.

«Eine Rückkehr zum Stellwerktest zum jetzigen Zeitpunkt würde niemand verstehen», sagte SP-Sprecher Mathias Stricker (Bettlach). Die SP hege aber nach wie vor eine grundsätzliche Skepsis gegenüber der «Testflut», die über die Schüler hereinbricht. Keinesfalls dürften solche Tests zu Schul-Rankingsführen. Und: «Bei der Einführung der Checks P3 und P6 sollte vor allem der Förderaspekt im Vordergrund stehen.» Für die Grünen kommt der Auftrag zur Unzeit, wie Felix Lang (Lostorf) meinte. Es sei zudem nicht aussergewöhnlich, dass es bei der Umsetzung eines Projekts zu Problemen komme. Namens einer grossen Mehrheit der Mittefraktion argumentierte auch Urs Ackermann (CVP, Balsthal) gegen den Auftrag seiner Fraktionskollegin. «Das Bildungsdepartement ist bereit, aus den Fehlern zu lernen», meinte er.

«Der Check S2 ist nicht ausgereift und nicht praxistauglich», warb SVP-Sprecherin Claudia Fluri (Mümliswil) für ein Ja zum Auftrag. Nicole Hirt, die Urheberin des Auftrags, nannte die Einführung des Checks S2 eine «Hauruckübung». Auch sie musste allerdings anerkennen, dass der Auftrag zum jetzigen Zeitpunkt zu spät kommt.