Kreativ
Der feministische Verein Solothurn feiert den Frauen*tag online

Aktuell werden die meisten Veranstaltungen ersatzlos gestrichen. Doch der feministische Verein Solothurn ist kreativ – und organisiert einen vielfältigen Online-Anlass.

Ann-Kathrin Amstutz
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Ein Bild vom Frauenstreik 2019. (Archiv)

Ein Bild vom Frauenstreik 2019. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Ein Livestream-Konzert, ein Kurzfilm, ein Vortrag von zwei Historikerinnen zum Thema Care-Arbeit: Es ist ein vielfältiges Angebot, das der feministische Verein Kanton Solothurn (fem*so) zum internationalen Frauen*tag vom 8. März vorbereitet hat. Schon einen Tag vorher, am Sonntag, veranstaltet fem*so dazu einen Online-Anlass.

Thematisch dreht sich alles um die drei Jubiläen, welche dieses Jahr stattfinden: 50 Jahre Frauenstimmrecht, 40 Jahre Gleichstellungsgesetz und 30 Jahre Frauenstreik. Im Kurzfilm kommen fünf Frauen zu Wort, welche die Einführung des Frauenstimmrechts miterlebt haben – teils als engagierte Berufsfrauen und Mütter, teils erst als Teenies. «Wir möchten Frauen eine Plattform geben, die im Moment nicht so sichtbar sind», erklärt Selin Dettwiler, Vorstandsmitglied von fem*so. Ein weiterer Akzent ist das Thema Care-Arbeit – insbesondere deren Anerkennung als vollwertige Arbeit.

Raum für kreative Ideen und Zukunftsvisionen

Der Anlass ist eine Seltenheit in einer Zeit, wo die meisten Veranstaltungen ersatzlos gestrichen werden. Doch der Vorstand von fem*so fand: Jetzt erst recht!

«Für uns war es wichtig, dass überhaupt eine Veranstaltung stattfinden kann»

, sagt Dettwiler. Die Organisation sei gar nicht einfach gewesen. Dafür gab es Raum für neue und kreative Ideen. Wie etwa das digitale Whiteboard, wo alle Teilnehmer*innen eingeladen sind, während dem Anlass zur Frage «Frauen* sind?» ihre Gedanken zu hinterlassen. Oder die physische Zeitkapsel, die es zu füllen gilt. Die Idee ist, dass bis zum 14. Juni jedermann und jederfrau einen Text mit Wünschen, Hoffnungen und Zielen für die kommenden fünf Jahre einschicken kann. Nach Ablauf der fünf Jahre soll die Zeitkapsel geöffnet und Bilanz gezogen werden.

Dettwiler erläutert den Gedanken hinter dem Zeitkapsel-Projekt: «Es soll dazu anregen, wir trotz Corona über unsere Zukunftsvisionen nachdenken und diskutieren. Was beschäftigt uns? Was gibt es noch zu verändern?» Vielleicht scheinen die Antworten aus der Pandemiezeit in fünf Jahren wie aus der Zeit gefallen.

Postadresse für die Zeitkapsel und alle Programmpunkte auf der Website von fem*so: www.fem-so.ch