Aggloprogramme

Für den Derendinger Kreuzplatz beantragt der Bundesrat fast eine Million

Der Bundesrat beantragt Beiträge für mehrere Projekte. Folgt das Parlament den Anträgen, kann sich der Kanton Solothurn auf Bundesbeiträge von 35 bis 40 Prozent an eine grosse Zahl von Bahn-, Strassen- und Langsamverkehrsprojekten freuen.

Christian von Arx
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Knoten Kreuzplatz Derendingen: Der Bundesrat beantragt fast eine Mio. Franken. Archiv

Knoten Kreuzplatz Derendingen: Der Bundesrat beantragt fast eine Mio. Franken. Archiv

Hanspeter Bärtschi

7,2 Mio. Franken für eine neue Trasseeführung des «Bipperlisi» in Solothurn, 1,5 Mio. für die Verkehrsentflechtung zwischen Zuchwil und Derendingen, 1 Mio. für eine neue Langsamverkehrsunterführung beim Westbahnhof Solothurn und 900 000 Franken für die Umgestaltung des Knotens Kreuzplatz Derendingen: dies die herausragenden Punkte für die Agglomeration Solothurn im neuen Agglomerationsprogramm des Bundes.

Damit will der Bundesrat ab 2015 den Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen in 36 Städten und Agglomerationen des Landes mit total 1,68 Milliarden Franken unterstützen.

Folgt das Parlament den Anträgen des Bundesrates, kann sich der Kanton Solothurn auf Bundesbeiträge von 35 bis 40 Prozent an eine grosse Zahl von Bahn-, Strassen- und Langsamverkehrsprojekten freuen. Allerdings müssen dann auch Kanton und Gemeinden ihre Beiträge lockermachen, sonst geht gar nichts.

Höchster Beitragssatz für AareLand

In der am Mittwoch veröffentlichten Botschaft interessiert vor allem, welche Projekte der Bundesrat in die sogenannte A-Liste eingestuft hat. Die Projekte der A-Liste kommen zuerst an die Reihe, sie sind aus Sicht des Bundes schon in den Jahren 2015 bis 2018 bau- und finanzreif.

Stimmt das Parlament dem Bundesrat zu, bedeutet das die Freigabe von 58,52 Mio. Franken Bundesgeldern für A-Projekte der Agglomeration AareLand (in den Kantonen Aargau und Solothurn), von 18,84 Mio. Franken in der Agglomeration Solothurn sowie 84,94 Mio. Franken in der Agglomeration Basel, an welcher der Kanton Solothurn am Rand beteiligt ist.

Die Projekte der Agglomeration AareLand erhalten den höchsten Beitragssatz von 40 Prozent, die Agglomerationen Solothurn und Basel müssen sich mit 35 Prozent zufriedengeben.

Im Kanton Solothurn oder in unmittelbarer Nachbarschaft will der Bundesrat ab 2015 namentlich folgende Projekte unterstützen (A-Liste).

Massnahmen Strasse

Agglomeration Solothurn:

Solothurn, Baselstrasse (neues Trassee «Bipperlisi»). Gesamtkosten 20,59 Mio./Bundesbeitrag 7,21 Mio.

Derendingen, Kreuzplatz (Umgestaltung des Knotens): 2,47 Mio./0,86 Mio.

Biberist, Bürenstrasse/Westtangente (Knotenoptimierung/Verbesserung der Verkehrssicherheit für den Langsamverkehr): 1,24 Mio./0,43 Mio.

Agglomeration AareLand:

Aarburg, Oftringen, Zofingen: Wiggertalstrasse, Abschnitt Mitte «Erzo» bis Bernstrasse: 22,65 Mio./ 9,06 Mio.

Massnahmen Langsamverkehr

Agglomeration Solothurn:

Solothurn Westbahnhof, neue Langsamverkehrsunterführung und neue Gestaltung der Südseite des Westbahnhofs: 2,96 Mio./1,04 Mio.

Diverse Massnahmen Langsamverkehr: 3,50 Mio./1,23 Mio.

Agglomeration AareLand:

Olten, Attraktivierung Aareraum mit dem Projekt «Andaare»: Gesamtkosten 6,18 Mio. Franken/Bundesbeitrag 2,47 Mio.

Olten, Reduktion Trennwirkung Bahngleise Bahnhof Hammer/Zentrum: 4,94 Mio./1,98 Mio.

Diverse Massnahmen Langsamverkehr: 17,26 Mio./6,90 Mio.

Multimodale Drehscheiben

Agglomeration AareLand:

Olten, Gesamtverkehrsprojekt neuer Bahnhofplatz (Teil öV/Langsamverkehr): Gesamtkosten 26 Mio./Bundesbeitrag 10,40 Mio.

Schönenwerd, Intermodale öV-Drehscheibe: 3,29 Mio./1,32 Mio.

Egerkingen, Intermodale öV-Drehscheibe: 2,47 Mio./0,99 Mio.

Verkehrssystemmanagement

Agglomeration Solothurn:

Derendingen/Zuchwil, Luzernstrasse West (Umbau diverser Knoten, Neuaufteilung des Strassenraums, Stauraumbewirtschaftung, Busbevorzugung, Optimierung des Verkehrsablaufs, zusätzlicher Stauraum): 4,32 Mio./1,51 Mio.

Biberist, Bernstrasse (Stauraumbewirtschaftung, und Busbevorzugung): 1,76 Mio./0,62 Mio.

Biberist, Solothurnstrasse (Stauraumbewirtschaftung und Busbevorzugung): 1,48 Mio./0,52 Mio.

Biberist, Knoten Gerlafingen-/Derendingenstrasse (Steuerung des Knotens mittels Lichtsignalanlage und Busbevorzugung): 1,48 Mio./0,52 Mio.

Derendingen/Subingen, Luzernstrasse Ost (Busbevorzugung mittels Lichtsignalanlage und separatem Busstreifen am Siedlungsrand Derendingen Ost, Busbevorzugung mittels Lichtsignalanlage bei der Einmündung der Deitingenstrasse in die Luzernstrasse): 1,24 Mio./0,43 Mio.

Agglomeration AareLand:

Gäu: Umsetzung Verkehrsmanagement: Gesamtkosten 4,94 Mio./Bundesbeitrag 1,98 Mio.

Aufwertung/Sicherheit Strassenraum

Agglomeration Solothurn:

Derendingen, Hauptstrasse von Kreuzplatz bis südlicher Dorfrand Richtung Kriegstetten: 8,44 Mio./2,95 Mio.

Subingen, Luzernstrasse inklusive Umgestaltung des Knotens Derendingen-/Gewerbe-/Luzernstrasse zu einem Kreisel und Sanierung Kreisel Bahnhofstrasse: 2,57 Mio./0,90 Mio.

Biberist, Hauptstrasse inklusive Kreisel St. Urs: 1,76 Mio./0,62 Mio.

Agglomeration AareLand:

Erlinsbach SO: Betriebs- und Gestaltungskonzept für Zentrumsbereich inklusive Zufahrtsachsen: Gesamtkosten 2,88 Mio./Bundesbeitrag 1,15 Mio.

Aarburg: Betriebs- und Gestaltungskonzept Bahnhofstrasse: 2,07 Mio./0,83 Mio.

ERO-Verlängerung vertagt

Einige vom Kanton und den Agglomerationen beantragte Projekte hat der Bund zurückgestuft. Das grösste ist die Weiterführung der Entlastung Region Olten (ERO) durch Rickenbach und Hägendorf: Dieses Projekt ERO plus, für das je nach Variante mit Kosten von 60 bis 90 Mio. Franken gerechnet wurde, wollte der Kanton auf der B-Liste sehen, deren Projekte für die nächste Programmperiode (2019-2022) vorgemerkt sind. Doch die ERO plus figuriert nun auf gar keiner Liste, was bedeutet, dass der Bund das Kosten-Nutzen-Verhältnis als ungenügend beurteilt. Ein Bundesbeitrag ist so in weite Ferne gerückt.

Weit zurückgestuft (Liste C*) hat der Bund die öV-Drehscheibe in Laufen (38,52 Mio.) und das Oltner Vorhaben Winkelunterführung (Erhöhung Benutzerstandard für den Velo- und den Fussverkehr, 4,12 Mio.). Der Bund sieht dort zwar Handlungsbedarf, aber kein beitragsfähiges Projekt.

Aarburg und Schönenwerd

Immerhin auf die B-Liste geschafft haben es die Aufwertung der Oltnerstrasse in Aarburg (Kosten: 7,2 Mio.), die Zentrumsdurchfahrt Schönenwerd (ohne Umfahrung, 2,43 Mio.), die zusätzliche Überführung der Westtangente für den Langsamverkehr in der Solothurner Weststadt (2,06 Mio.) und die Beruhigung des Ortszentrums Dornach (1,5 Mio.). Diese Massnahmen könnten also ab 2019 aktuell werden.