Vogelschutzverbände

Gemeinsam kämpft es sich besser: Projekt «Vernetzte Vielfalt» beendet

Die Biodiversitäts-Kampagne «Vernetzte Vielfalt» des Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverbandes und des Vogelschutzverbandes Solothurn wurde nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen.

Lucas Huber
Drucken
Teilen
Suzanne Oberer vom Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverband und Thomas Lüthi vom SolothurnerPendant lehnen an der Bürener Trockenmauer.

Suzanne Oberer vom Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverband und Thomas Lüthi vom SolothurnerPendant lehnen an der Bürener Trockenmauer.

Lucas Huber

Es war eine Premiere für die Eigenossenschaft. Erstmals taten sich nämlich zwei ihrer natur- und vogelschützenden Kantonalverbände zusammen, um gemeinsam eine mehrjährige Kampagne punkto Naturschutz zu fahren. Ende Jahr ist nun Schluss. Bereits jetzt wurde das Projekt «Vernetzte Vielfalt», wie der Basellandschaftliche Natur- und Vogelschutzverband (BNV) und der Vogelschutzverband Solothurn (VVS) die Kampagne zur Stärkung der Biodiversität nennen, mit dem Abschlussanlass offiziell beendet – und als voller Erfolg gewertet.

Kampagne: Bedrohte Artenvielfalt

Viele Schweizerinnen und Schweizer gehen davon aus, dass es der Artenvielfalt als solcher gut gehe in der Schweiz. Dieses Bauchgefühl stimme leider überhaupt nicht, weiss Suzanne Oberer, Präsidentin des Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverbands (BNV). Über 90 Prozent der in der Schweiz heimischen Amphibienarten sind gefährdet, ebenso 80 Prozent der Fischarten und über 50 Prozent der Vögel und Säuger.
Mit ihrer Kampagne «Vernetzte Vielfalt» unternahmen BNV und der Solothurner Vogelschutzverband über Kantonsgrenzen hinweg einen Schritt zur Erhaltung und Ausweitung von Arten und ihren Lebensräumen. In Rothenfluh wurde etwa ein alter Bunker zur Fledermausstube hergerichtet, und entlang einer Panzersperre, die man aus Armeebeständen erwarb, wurde eine Hecke gepflanzt.

Die Federführenden trafen sich dazu in Büren (SO). Kein anderer Ort hätte sich besser dafür geeignet. Nicht weil hier eines der grössten Projekte innerhalb der Kampagne umgesetzt wurde. Sondern weil Büren quasi als Scharnier der Kampagne auf Solothurner Boden liegt, der hiesige Natur- und Vogelschutzverein aber dem BNV angehört.

Feuchtbiotope, Steinbrüche, Eichen

Über vier Jahre hinweg koordinierte, unterstützte und finanzierte der BNV gemeinsam mit seinem solothurnischen Pendant VVS 78 Projekte im Sinne der «Vernetzten Vielfalt». Das Ziel von 90 Projekten – entsprechend den 90 Sektionen, die den beiden Verbänden angehören – erreichten die Verbände zwar nicht ganz, traurig ist man deshalb aber keineswegs. «Wir hatten die Latte absichtlich hoch gelegt», erklärte BNV-Geschäftsführerin Susanne Brêchet am Samstag in Büren. «Zurückblickend ist es verblüffend, was wir alles geschafft haben», freute sich BNV-Präsidentin Suzanne Oberer und sprach damit auch VVS-Präsident Thomas Lüthi aus dem Herzen.

In Ettingen pflanzte man Eichen für den Mittelspecht, in Arboldswil sanierte man den Teich Baach, in Reinach schuf man Feuchtbiotope bei der alten ARA, in Arlesheim, Wittinsburg und Wisen belebte man die alten Steinbrüche. Und man errichtete Trockenmauern in Liestal und eben Büren. Räbmätteli nennen sich Letztere.

Zahllose Freiwillige haben hier entgegen knappen Finanzen, administrativen Hürden und landwirtschaftlichem Gegenwind Steinmauern für Reptilien, Insekten und kleine Säuger errichtet. Insbesondere die Zauneidechse fühlt sich in dieser Region besonders wohl. Die Projekte, die die Naturschützer in den vergangenen vier Jahren umgesetzt haben, sind keineswegs Eintagsfliegen.

Ausserdem fanden auch Kurse im Rahmen der Kampagne statt, etwa solche zur Bekämpfung invasiver Neophyten. Höhepunkte waren die Aktionstage, etwa 2013 die Nacht der Eulen, oder 2012, als anlässlich der Nacht der Fledermäuse in Balsthal und Zwingen Infrarotübertragungen aus den Stuben des Grossen Mausohrs auf Grossleinwand zum Publikumserfolg wurden.

Suzanne Oberer bedauert, dass die Kampagne nun zu einem Ende kommt. Weitere gemeinsame Projekte der beiden Kantonalverbände sind zwar vorerst nicht geplant, aber Oberer ist absolut überzeugt, dass die Zusammenarbeit gefruchtet habe.