Meinung der Leser

Hund stundenlang in Auto eingesperrt: Ignorieren oder Scheibe einschlagen?

Den Hund im Auto zurückzulassen ist nichts Verbotenes - deshalb greift die Polizei nur in den kritischsten Fällen ein. Würden Sie den Hund auf eigene Faust retten - ist das Ganze gar nicht weiter schlimm? Das sagen unsere Leser dazu.

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«Echt schräge Geschichte!», meint ein Leser dieser Zeitung zu einem Vorfall, der sich am Dienstag in Bellach ereignete: Ein Mann aus dem Kanton Neuenburg parkte seinen Wagen auf einem Firmenparkplatz. Für rund sieben Stunden verschwindet er und lässt seinen Hund im Auto zurück.

Eine Mitarbeiterin der Firma beobachtet das Ganze und kontaktiert die Polizei mehrfach. Am Nachmittag kehrt der Besitzer des Hundes zurück und fährt weg. Die Patrouille der Polizei taucht erst später auf – eine Anzeige gegen den Lenker aus dem Kanton Neuenburg nimmt sie nicht entgegen.

«Grossen Respekt!»

«Die Reaktion aller Beteiligten ist gleich NULL», äussert sich eine Leserin. Ausreden gäbe es zu viele, Unterstützung aber gar keine. Die Mitarbeiterin hingegen habe in dieser Situation genau richtig gehandelt- «chapeau!». Darauf folgt der Vorschlag, den Besitzer des Hundes auch einmal für sieben Stunden im Auto zurückzulassen, und zu sehen «wie er sich dabei fühlt».

Wie der Besitzer mit seinem Hund umgegangen ist scheint nicht nur für sie «erschreckend» zu sein. «Eine Schande, dass Tiere in unserem Land keine Rechte haben», heisst es auch in einem Kommentar auf der Facebook-Seite der «az Solothurner Zeitung».

Rolle der Polizei

Die Polizei habe ihre «Sache schon gut gemacht», findet hingegen ein anderer Leser. Es gehe nicht darum die Beamten zu kritisieren, meint er zu den etwas negativeren Kommentaren. Es sei einfach gut zu wissen, wie man in einer Situation wie dieser umgehen sollte.

Weitere Leser teilen diese Meinung nicht, wie in den Kommentaren unter dem Artikel über den besagten Vorfall zu lesen ist. «Die Polizei haben wir fürs Grobe, Kleinkram erledigen wir immer noch selber!» heisst es.

Es gäbe nur die «radikale 144»-Lösung meint ein anderer. Besser man hätte der Polizei erzählt, ein verletzter Mensch sei im Auto gelegen – dann sei sie mit Sicherheit aufgekreuzt während sie ansonsten «wieder Autofahrer schikaniert» hätte. Und: Ob die Beamten - «diese Mannen» - denn wissen würden, von wem sie ihren Lohn erhalten.

Das sieht ein anderer Kommentar-Schreiber ganz anders. Er findet die Reaktion der «Arbeiterin, die den ganzen Tag aus dem Fenster schaut» unnötig. Die Bürger sollen «gesunden Menschenverstand» gebrauchen – die Polizei hätte seiner Meinung nach im Ernstfall sicher eingegriffen. Er kritisiert auch, dass Bürger die Polizei immer etwas vorwerfen würde - und diese es den Kritikern nie recht machen könne.

Ein Schreiber äussert sich weder zu dem Verhalten der Mitarbeiterin, noch dem der Polizei. Er meint schlichtweg: «Hätte nach so langer Zeit die Scheibe eingeschlagen.» (nka)