Flumenthal/Deitingen

Irritation bei Bauausschreibung: Der Heizungsersatz in der JVA Schachen betrifft nur die Altbauten

Das Solothurner Baudepartement irritiert mit einer Bauausschreibung, in der unter anderem der «Ersatz Holzschnitzelheizung» in der Justizvollzugsanstalt Schachen in Flumenthal/Deitingen angekündigt wird. Doch die Rede ist vom Altbau, nicht von der neuen Strafanstalt.

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Justizvollzugsanstalt JVA Schachen: Alt- und Neubauten.

Justizvollzugsanstalt JVA Schachen: Alt- und Neubauten.

Peter Brotschi

Erst 2014 mit dem JVA-Neubau in Betrieb genommen — und schon fällig, um ersetzt zu werden? Diese Frage stellt sich beim Anblick einer Baupublikation. Denn nur rund sechs Jahre – das wäre dann allerdings für eine solche Anlage eine äusserst kurze Lebensdauer. Noch kürzer hätten dann nur die Parkettböden im Bürgerspital-Neubau gehalten ...
Eine Anfrage beim kantonalen Hochbauamt sorgt für Klarheit – und Erleichterung: Die Arbeiten betreffen nicht den 2014 eröffneten Neubau der Strafanstalt. «Der Ersatz bezieht sich auf die Holzschnitzelheizung aus dem Jahr 1995 für die Altbauten – die vorgeschriebenen Abgaswerte können nicht mehr eingehalten werden», erklärt David Brunner, Abteilungsleiter im Hochbauamt, auf Anfrage. Der JVA-Neubau werde unabhängig mit einer Grundwasserwärmepumpe beheizt.

«Holz aus der Region» als primärer Energieträger

Für den Ersatz im Altbau sei wieder eine Holzschnitzelheizung vorgesehen, so Brunner: «Dies ist aus technischer und wirtschaftlicher Sicht die optimale Variante – aber auch aus ökologischer Sicht ist wiederum eine Holzschnitzelheizung einzubauen». So könne Holz aus der Region als primärer Energieträger eingesetzt werden. Dass gemäss Bauausschreibung zusätzlich eine Gasheizung installiert werden soll, dient gemäss Brunner der «Abdeckung von Spitzenlasten» mit Gas; hinzukommen externe Heizwasserspeicher zur Optimierung der Anlage.
Die Bauarbeiten sollen im Frühling 2021 starten und nach Angaben von David Brunner bereits im Sommer abgeschlossen sein. Das Hochbauamt beziffert die vom Kanton zu bezahlenden Kosten mit 950'000 Franken
Weil das Gelände der JVA im Schachen noch nicht mit Gas erschlossen ist, muss der Grundversorger Regio Energie Solothurn von der nächstgelegenen Gasführung in Deitingen eine 320 Meter lange Zuleitung bauen. Laut Mediensprecherin Sandra Hungerbühler kann diese Leitung «grösstenteils grabenlos, mittels Spülbohrung verlegt werden, da sie unter der Autobahn A1 hindurch führt». Ebenfalls könne auf umfangreiche Grabarbeiten innerhalb der Strafanstalt verzichtet werden, so Hungerbühler weiter. (ums.)