Whistleblower
«Jetzt ist die Geschäftsprüfungs-Kommission gefordert»

Dass der Kanton Solothurn keine Regeln für Whistleblower hat, gibt zu reden. «Generell wird das Thema unterschätzt», so Whistleblower Rudolf Hafner.

Drucken
Teilen
GLP-Kantonsrat Rudolf Hafner

GLP-Kantonsrat Rudolf Hafner

Lucien Fluri

Der Solothurner Kantonsrat der Grünliberalen weiss, wovon er spricht: Mitte der Achtzigerjahre deckte er als Mitarbeiter der Berner Finanzkontrolle den Finanzskandal auf, was den Kanton in seine grösste Krise stürzte.

Auf die Situation in Solothurn angesprochen, sagt Hafner: «Ich hoffe, dass sich die Geschäftsprüfungskommission des Themas annimmt.» Zwar sei die Situation in Solothurn weniger prekär als damals in Bern; weil der Kanton kleiner ist und auch weil Hafner die politischen Strukturen in Solothurn weniger verkrustet erlebt. Dennoch sei es in erster Linie Aufgabe eines Parlamentes respektive seiner Aufsichtskommissionen, sich des Themas anzunehmen. «Es ist im ureigensten Interesse eines Parlamentes, denn Regierungen wollen mögliche Vorkommnisse in der Tendenz immer eher unter den Tisch wischen.»

Ohne viel Aufwand möglich

Daher mache zurzeit auch ein Vorstoss kein Sinn. «Sollte sich allerdings nichts ändern, müsste ich wohl auch im Solothurner Kantonsrat dazu aktiv werden, damit mindestens präventiv eine Anlaufstelle geschaffen wird.»

Aufgrund der finanziellen Situation des Kantons Solothurn dürfe diese jedoch nichts kosten. Wie das Beispiel Bern zeigt, ist eine Meldestelle Whistleblowing jedoch auch ohne viel Aufwand möglich. (sat)

Aktuelle Nachrichten