Gebäudeversicherung

Mehr Brände im Kanton Solothurn, aber weniger Schaden

Wasser und Stürme sorgten 2014 im Kanton Solothurn für mehr, die Brände dagegen für weniger Schaden. Die Feuerwehr rückte 2053 Mal aus. Solothurn hatte 2014 aber einen Brandtoten zu beklagen.

Lucien Fluri
Drucken
Teilen
Der Brand einer Werkstatt in Rüttenen am 24. August war der teuerste Schadensfall 2014 im Kanton Solothurn.

Der Brand einer Werkstatt in Rüttenen am 24. August war der teuerste Schadensfall 2014 im Kanton Solothurn.

Wolfgang Wagmann

Der Feuerteufel hat 2014 im Kanton Solothurn zwar nicht weniger gewütet. Aber er hat zumindest weniger Schaden angerichtet. Das zeigt der Geschäftsbericht, den die Solothurnische Gebäudeversicherung am Montag veröffentlicht hat. 465 Brandschäden verzeichnete die Versicherung im vergangenen Jahr. 2013 waren es 414.

Mit 7,9 Mio. Franken liegen die Brandschäden unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 14 Mio. Grösster Einzelschaden war der Brand einer Werkhalle in Rüttenen. Dieser schlug mit 800 000 Franken zu Buche, gefolgt von einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Niedergösgen Ende Oktober (Schaden: 671 000 Franken) und dem Brand eines Wohnhauses in Welschenrohr Mitte November (Schaden: 520 000 Franken). Im Gegensatz zu 2013 (Schaden: 14,3 Mio.) fehlten somit grosse Brandfälle.

Zur Erinnerung: Damals brannte es nicht nur in grossen Firmen wie der Eta in Grenchen oder der Isola in Breitenbach, sondern auch auf Bauernhöfen in Selzach und Günsberg. Hauptgrund für die Brände sind nach wie vor technische Defekte (38 Prozent) sowie Fahrlässigkeit und Blitzschläge (je 28 Prozent).

Trotz der positiven Bilanz bei der Schadenssumme trübt ein Vorfall das Jahr: Solothurn hatte 2014 einen Brandtoten zu beklagen. Beim Feuer in Welschenrohr verstarb ein Mann. Zwischen 20 und 30 Personen sterben schweizweit jährlich im Feuer.

Grosseinsatz der Thaler Feuerwehren Nebst 60 Feuerwehrleuten wurden zwei Ambulanzen aufgeboten
7 Bilder
Nächtliches Inferno
Feuerwehrleute vor der Westfassade des zerstörten Einfamilienhauses
Das Haus, nachdem der Brand gelöscht war
Die Nordseite wirkte noch relativ intakt
Brand in Welschenrohr - eine Person stirbt
Auf dem Sammelplatz

Grosseinsatz der Thaler Feuerwehren Nebst 60 Feuerwehrleuten wurden zwei Ambulanzen aufgeboten

Bruno Kissling

Auch Personen aus Lift befreit

3432 Feuerwehrmänner und 454 -frauen leisten im Kanton Dienst. Im Vergleich zum Vorjahr mussten sie 136-mal weniger ausrücken. Es waren nämlich 2053 Einsätze mit insgesamt 27 466 Arbeitsstunden. Dazu gehörten neben den Brandfällen auch Einsätze gegen Ungeziefer und Falschalarme (vergleiche Tabelle rechts).

9,4 Mio. Franken wurden 2014 in den Brandschutz, in die Schadenprävention, Löschwasserversorgung sowie Ausbildung und Materialanschaffungen für die Feuerwehren investiert.

Zahlreiche Sturmschäden

Für viel Schaden sorgten Stürme, die über die Region fegten. Sie machten nämlich 87 Prozent der 2997 gemeldeten Elementarschäden aus. Alleine ein heftiger Sturm, der am 21. Oktober übers Land zog, bescherte der Versicherung 200 Meldungen. Insgesamt gab es 2014 8,05 Mio. Franken Elementarschäden im Kanton. Das entspricht dem langjährigen Durchschnitt.

2013 war mit 1,7 Mio. Franken eine Ausnahme. «Als neue Erscheinung gehen vermehrt Schadenmeldungen wegen des Oberflächenwassers ein. Nach heftigen Lokalregen sind Kanalisationen und kleine Dorfbäche nicht mehr in der Lage, das viele Wasser abzutransportieren», schreibt die Gebäudeversicherung. 25-mal waren Hochwasser oder Überschwemmungsschäden Grund für eine Meldung. Sie schlugen mit 2,9 Mio. Franken zu Buche.

84,37 Milliarden Franken wert

Schlecht sind die ersten Monate 2015 angelaufen. 830 Schadenmeldungen gingen nach dem Hagelzug Ende April aus der Region Breitenbach/Büsserach bei der Gebäudeversicherung ein. «Es wird mit einer Schadensumme von über 4 Mio. Franken gerechnet; dies entspricht bereits über der Hälfte des Jahresbudgets im Bereich Elementarschäden», teilt die Gebäudeversicherung mit.

98 050 Gebäude sind bei der Solothurnischen Gebäudeversicherung für insgesamt 84,37 Milliarden Franken versichert. Im Vorjahr waren es noch 97 328 Gebäude gewesen. Der Anstieg zeigt auch die rege Bautätigkeit in der Region.

Die Gebäudeversicherung hat 2014 einen Jahresgewinn von 15,1 Mio. Franken geschrieben. Dieser wird dem Reservefonds gutgeschrieben, der neu 246,5 Mio. Franken beträgt (Vorjahr 221,7 Mio.).