Pandemieverlauf

Mehr Corona-Patienten im Spital – bei Grossveranstaltungen will Kanton genau hinschauen

Seit Montag hat der Kanton Solothurn 24 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, vier Personen befinden sich momentan im Spital. Die neu erlaubten Grossveranstaltungen will der Kanton im Auge behalten, um einen Anstieg der Erkrankungen zu vermeiden.

Rebekka Balzarini
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Die Maskentragepflicht in den Stadien gilt zwar weiter, dafür dürfen wieder mehr als nur 1000 Zuschauer zum Fussball oder Eishockey.

Die Maskentragepflicht in den Stadien gilt zwar weiter, dafür dürfen wieder mehr als nur 1000 Zuschauer zum Fussball oder Eishockey.

Freshfocus / Daniela Frutiger

Nach wie vor gehört der Kanton Solothurn nicht zu den nationalen Corona-Hotspots: Bisher wurden im Kanton 885 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, seit Montag kamen 24 neue Fälle dazu. Gleichzeitig ist die Zahl der Personen angestiegen, die sich im Spital befinden. Am Donnerstag waren es vier Personen, am Dienstag waren es sieben.

In den Wochen davor war die Zahl der hospitalisierten Personen jeweils tiefer: In der ersten Septemberwoche gab es Tage, an denen keine Covid-19-Patienten im Spital gepflegt werden mussten, an weiteren Tagen befand sich nur eine Person in Spitalpflege. In der zweiten Septemberwoche waren es maximal zwei Patienten, die im Spital behandelt wurden.

Zahl der Menschen im Spital steigt

Während die Zahl der Personen, die im Spital behandelt werden müssen, leicht angestiegen ist, ist die Zahl der neu getesteten Erkrankungsfälle leicht gesunken. Ist die steigende Zahl der Hospitalisierten Erkrankungsfälle also ein Zeichen dafür, dass sich vermehrt Personen aus Risikogruppen anstecken? Denn während der Sommermonate war die Zahl der in der Schweiz hospitalisierten Personen unter anderem deshalb tief, weil sich vermehrt jüngere Menschen mit dem Virus angesteckt haben.

Eindeutig feststellen lässt sich dies nicht, so Kantonsarzt Lukas Fenner auf Anfrage. «Schweizweit lässt sich ein Trend feststellen, dass sich die Altersgruppen wieder in das höhere Alter verschieben könnte. Aufgrund der kleinen Fallzahlen im Kanton Solothurn lässt sich dieser Trend nur vermuten, aber nicht bestätigen», so der Kantonsarzt.

Grundsätzlich sei es bei steigenden Fallzahlen zu erwarten, dass sich auch wieder mehr ältere Leute anstecken. «Kritische Institutionen diesbezüglich sind wie seit Beginn der Epidemie Alters- und Pflegeheime. Diese haben ihre Schutzkonzepte erarbeitet und wir stehen mit diesen in engem Austausch», erklärt Fenner

Schutzmassnahmen umsetzen und Afterparties meiden

Bei den anstehenden Grossveranstaltungen, die ab Donnerstag wieder erlaubt sind, will der Kanton genau hinschauen, um einen Anstieg der Fallzahlen zu vermeiden. Jede Grossveranstaltung braucht eine Bewilligung vom Departement des Inneren, die definierten Schutzmassnahmen dafür müssen «konsequent umgesetzt werden», so das Gesundheitsamt. «Je nach epidemiologischer Entwicklung oder wenn die im Schutzkonzept vorgesehenen Massnahmen nicht eingehalten werden, kann die Bewilligung kurzfristig entzogen werden», heisst es weiter.

Aber nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Gäste stehen laut dem Gesundheitsamt in der Pflicht, um einen Anstieg der Fallzahlen zu vermeiden. So sei es wichtig, bei der Anreise an die Veranstaltungen die bekannten Schutzmassnahmen einzuhalten, und sich auch vor und nach den Veranstaltungen an die Regeln zu halten. Sprich: Afterparties und gemeinsames Vorglühen in grossen Gruppen sind nicht erwünscht.

Regeln für private und öffentliche Veranstaltungen

Die Regeln für private und öffentliche Veranstaltungen sind in der Allgemeinverfügung festgehalten, die der Kanton am 25. September veröffentlicht hat. Im Kanton gelten in Bezug auf Veranstaltungen folgende Regeln:

- Öffentliche Veranstaltungen bis 1000 Personen: Werden bei Veranstaltungen mit über 300 und bis höchstens 1000 Besuchern Kontaktdaten erhoben, so müssen Steh- und Sitzplatzsektoren von maximal 300 Personen abgetrennt werden. Die Gruppen dürfen sich nicht untereinander vermischen, der Veranstalter muss zwecks Rückverfolgbarkeit die Kontaktdaten der Leute aufnehmen. Bei Dorffesten, Theateraufführungen, Gottesdienste oder öffentliche Konzerte mit zwischen 100 und 1000 Besucherinnen und Besuchern muss eine Unterteilung in Steh- und Sitzplatzsektoren von maximal 100 Personen vorgenommen werden. Dies, sofern weder der Abstand eingehalten werden kann noch Schutzmassnahmen ergriffen werden können. Die Kontaktdaten müssen für jeden Sektor einzeln erhoben werden. Bei Veranstaltungen mit über 100 bis 1000 mitwirkenden Personen (z.B. Künstlerinnen, Tänzer, Sportler) gilt für die mitwirkenden Personen keine Sektorpflicht. Diese gilt lediglich für die Besucher. Ein Schutzkonzept ist aber Pflicht.

- Private Veranstaltungen: Für private Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstage, Familienanlässe, Anlässe privater Vereine, die nicht in öffentlich zugänglichen Einrichtungen oder Betrieben stattfinden (etwa in einem Garten oder auf einem Firmengelände) und deren teilnehmende Personen den Organisatoren bekannt sind, gilt die Pflicht zur Beachtung der Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu Hygiene und Verhalten. Es muss kein Schutzkonzept erstellt werden. Wenn maximal 300 Gäste anwesend sind, die den Organisatoren bekannt sind, müssen keine 100er-Sektoren gebildet werden.

- Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen: Die Organisatoren müssen individuelle Schutzkonzepte erarbeiten, die Anlässe werden aber nur unter strengen Bedingungen bewilligt. Die Bewilligung muss beim Kanton eingeholt werden. (ldu)