Biogen

Mit der Biogen-Ansiedlung «wird eine neue Ära eingeläutet»

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und Landammann Roland Fürst erwarten von der Biogen-Ansiedlung in Luterbach eine Sogwirkung.

Franz Schaible
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Der Spatenstich mit (v.l.) Regierungsrätin Esther Gassler, Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein, Biogen Vice President John Cox, Bundespräsident Johann Schneider-Ammann, Biogen-CEO George Scangos, Landammann Roland Fürst und US-Botschafterin Suzan LeVine. Hanspeter Bärtschi

Der Spatenstich mit (v.l.) Regierungsrätin Esther Gassler, Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein, Biogen Vice President John Cox, Bundespräsident Johann Schneider-Ammann, Biogen-CEO George Scangos, Landammann Roland Fürst und US-Botschafterin Suzan LeVine. Hanspeter Bärtschi

Hanspeter Bärtschi

Aufbruchstimmung herrscht auf dem riesigen Areal am Luterbacher Südufer der Aare. Dort, wo bis 2008 die Firma Borregaard aus Holz Zellulose produzierte, sind Baumaschinen an der Arbeit. Es wird gebaggert und planiert, überdimensionierte Muldenkipper fahren, Staubfahnen hinter sich herziehend, hin und her. Die Dynamik überträgt sich in das nebenan extra aufgestellte Festzelt. «Es wird etwas Grossartiges aufgebaut und eine neue Ära eingeläutet», freut sich Landammann und Baudirektor Roland Fürst. Grund für «den Freudentag» ist der im Beisein von 200 geladenen Gästen erfolgte Spatenstich für die biopharmazeutische Produktionsanlage des US-Konzerns Biogen. «Der Bau zählt für den Kanton Solothurn zu den wichtigsten Projekten überhaupt.»

Spatenstich für den Biogen-Bau in Luterbach im Januar 2016 Biogen-CEO George Scangos macht sich ein Bild vom Areal
20 Bilder
BR Johann Schneider-Ammann trifft auf dem Biogen-Gelände ein
Spatenstich für den Biogen-Bau in Luterbach
Spatenstich mit viel Elan
John Cox. Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Biogen-CEO George Scangos und RR Roland Fürst
Grosses Interesse bei den Medienleuten
RR Roland Fürst, Markus Ziegler (GL Mitglied Biogen Schweiz AG), John Cox (John Cox, Executive Vice President Biogen)
Markus Ziegler, John Cox, Biogen-CEO George Scango und RR Roland Fürst
Roland Fürst spricht
Die Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann
Die Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann
Biogen-CEO George Scangos.02
Im Fokus der Medien
Nationalrat Philipp Hadorn und Ständerat Roberto Zanetti
Christian Scheuermeier und Marianne Meister amüsieren sich
Biogen-CEO George Scangos, Markus Ziegler (GL Mitglied Biogen Schweiz AG), John Cox (Executive Vice President Biogen)
George Scangos
Auch nach dem Spatenstich gehen die Gespräche weiter
Ausgelassene Stimmung im VIP Zelt
Biogen-CEO George Scangos und Regierungsrat Roland Fürst im Gespräch

Spatenstich für den Biogen-Bau in Luterbach im Januar 2016 Biogen-CEO George Scangos macht sich ein Bild vom Areal

Hanspeter Bärtschi

In der Tat: Biogen investiert eine Milliarde Franken in die Anlage, welche auf Anfang 2019 in Betrieb gehen soll. Dannzumal sollen dort 400 Arbeitsplätze geschaffen werden. Und die Amerikaner wollen den Zeitplan einhalten – wie zuvor der Kanton Solothurn und die Standortgemeinde Luterbach, welche die Ansiedlung in Rekordzeit von nur 13 Monaten vom ersten Kontakt bis nun zum Baubeginn führten. «Wir werden und müssen 2019 starten», erklärt John Cox, Executive Vice President von Biogen, im Interview mit dieser Zeitung.

Signal von Schneider-Ammann

Wie wichtig die Ansiedlung ist, versucht Bundespräsident Johann Schneider-Ammann mit seiner Anwesenheit zu bekräftigen. Es sei zwar unüblich, dass ein Bundespräsident an einem Spatenstich teilnehme. «Aber ich will mit meiner Präsenz mithelfen, an andere interessierte ausländische Firmen ein Signal auszusenden; die Schweiz ist ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort», erklärt der Bundesrat am Rande der Veranstaltung. Alle kämpften um Vollbeschäftigung und und um den Erhalt der industriellen Tätigkeit. «Wenn nun Biogen hier in Luterbach baut, ist das Grund genug, mit dabei zu ein.»

Für Biogen stimmt offenbar der Standort. «Die Anlage in Luterbach spielt eine zentrale Rolle in der Strategie von Biogen, ein zukunftsträchtiges globales Versorgungsnetz für Arzneimittel aufzubauen», sagt John Cox an der Veranstaltung. Die Anlage ermögliche die Produktion von jährlich zehn Tonnen biopharmazeutischer Produkte. «Sie wird damit drei- bis fünfmal produktiver sein als die bestehenden Fertigungsanlagen von Biogen in den USA und in Dänemark.» In Luterbach sollen Proteine als Wirkstoff für unterschiedliche Biopharmazeutika produziert werden. Deren Fertigung erfolgt mithilfe von Mikroorganismen wie Säugetierzellen (siehe Kasten links).

«Unkompliziertheit und Herzblut»

Für das Projekt «B» stünden die Ampeln jetzt auf grün, meint Baudirektor Fürst. «‹B› nannten wir das Projekt deshalb, weil in den Anfängen der Verhandlungen noch niemand davon wissen durfte.» Es sei ein Teamwork wie im Bilderbuch gewesen. «Nur so schafften wir es in Rekordzeit, für den Baubeginn bereit zu sein.» Er ist überzeugt, dass das Unternehmen Biogen mit seiner Ansiedlung eine Sogwirkung auslösen werde. «Wir haben bewiesen, dass der Kanton Solothurn absolut konkurrenzfähig ist. Man sei in der Lage, Standortfaktoren, bei denen man nicht zu den Spitzen des Landes gehöre, mit anderen wettzumachen – «Geschwindigkeit, kurze Wege, Unkompliziertheit und Herzblut.» Damit die Ansiedlung zum Erfolg werde, «werden wir Biogen zwar nicht verwöhnen, aber mit allen Mitteln unterstützen», versichert Schneider-Ammann.

Um den Standort Schweiz attraktiv zu halten, gelte es, die aktuell «wichtigste Herausforderung» zu meistern, so der Wirtschaftsminister. Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative fahre der Bundesrat eine Doppelstrategie. Diese beinhalte die Berücksichtigung des Volkswillens und gleichzeitig die Weiterfahrt mit den bilateralen Verträgen als Basis für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der EU. Ein entsprechender Vorschlag werde der Bundesrat in den kommenden Wochen präsentieren.

Eine Lösung ist auch für Biogen nötig. Man werde versuchen, so viele Personen wie möglich aus der Umgebung anzustellen, sagt John Cox: «Aber wir werden auch Personen aus unterschiedlichen Gebieten der Welt hierhin bringen müssen.»