Metzerlen-Mariastein

Mord an Ex-Gemeindepräsident: Staatsanwaltschaft klagt drei Männer an – Auftraggeber noch in Serbien

Im Zusammenhang mit dem tödlichen Raubüberfall in Metzerlen-Mariastein im Jahr 2010 hat die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung abgeschlossen. Sie erhebt gegen drei Männer Anklage wegen Mordes und Raubes. Einer der Beschuldigten befindet sich nach wie vor in Serbien.

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In diesem Haus in Metzerlen wurde der ehemalige Gemeindepräsident ermordet. (Archiv)

In diesem Haus in Metzerlen wurde der ehemalige Gemeindepräsident ermordet. (Archiv)

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Am 14. März 2010 wurde der ehemalige Gemeindepräsident Ivo Borer in Metzerlen in seinem Haus überfallen und dabei schwer verletzt. Er verstarb später im Spital. Die Solothurner Staatsanwaltschaft berichtet in einer Medienmitteilung, dass die über mehrere Jahre geführte Strafuntersuchung nun abgeschlossen sei.

Gegen die beiden Personen, die den Überfall mutmasslich organisiert und ausgeführt haben, erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 40-jährigen Holländer und einen 43-jährigen Serben – beide befinden sich in Haft. Ihnen wird vorgeworfen, am 14. März 2010 in das Einfamilienhaus des Opfers eingedrungen zu sein und diesem dort schwere Verletzungen zugefügt zu haben. Die Verletzungen führten schliesslich zum Tod Borers.
Die beiden Beschuldigten werden zudem wegen bandenmässigen Raubes angeklagt. Es wird davon ausgegangen, dass sich die beiden Männer im Auftrag eines dritten Beschuldigten in die Liegenschaft begaben, um Wertgegenstände und Bargeld in Millionenhöhe zu erbeuten. Vermögenswerte fanden sie jedoch nicht.

Beim dritten beschuldigten, dem mutmasslichen Auftraggeber, handelt es sich um einen 66-jährigen Serben. Er wird wegen qualifizierten Raubes angeklagt und befindet sich zurzeit in Serbien. Weil der 66-Jährige auch serbischer Staatsangehöriger ist, kommt es laut Mediensprecherin Cony Brand zu keiner Ausweisung. Stattdessen wird gegen ihn hier vor Ort ein Abwesenheitsverfahren geführt. "Sollte es zu einer Verurteilung kommen", erklärt Brand, "dann wird die Staatsanwaltschaft prüfen, ob eine Strafverfolgung oder eine Strafvollstreckung durch Serbien rechtlich möglich und sinnvoll ist ".

Gemäss Untersuchungsergebnis haben die Beschuldigten zudem einen Tipp erhalten, dass es in diesem Einfamilienhaus in Metzerlen grosse Vermögenswerte geben soll - was dann zum Überfall geführt hat. Im Sommer 2019 hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 10 000 Franken ausgesetzt, um Hinweise – auch zu dieser Informantin – zu erhalten. Laut Mediensprecherin Cony Brand hat es damals aber keine Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. Unabhängig davon konnten die Strafverfolgungsbehörden die mutmassliche Tippgeberin ermitteln. Allerdings ist die 51-jährige Schweizerin zwischenzeitlich verstorben, weshalb die Strafuntersuchung gegen sie eingestellt wurde.

Der 40-jährige Holländer und der 43-jährige Serbe haben sich zudem wegen eines weiteren Raubüberfalles vom 3. Februar 2010 auf ein Schmuckgeschäft in Wettingen vor Gericht zu verantworten. Dem Holländer wirft die Staatsanwaltschaft weiter vor, zusammen mit einem 44-jährigen Kroaten am 29. Juni 2010 einen Dieb- stahl in einem Schmuckgeschäft in Spreitenbach verübt zu haben.

Wann die Verhandlung gegen die drei Beschuldigten vor dem Amtsgericht Dorneck-Thierstein stattfindet, steht noch nicht fest. (szr/nka)