Pfadfinder

Pfadi-Schnuppertag soll mehr Kinder anlocken

Beim Schnuppertag bei den Pfadiheimen Rüttenen mit den Abteilungen Weissenstein, St. Urs und Solothurn Pass mussten die Kinder und Jugendlichen als Super-Detektive knifflige Aufgaben lösen. Die Pfadi-Leiter freuten sich über die rege Teilnahme.

Angelica Schorre
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Der Pfadischnuppertag in Solothurn wurde von sehr vielen Kindern besucht
26 Bilder
Die Kinder mussten einen mysteriösen Fall lösen
Der Chinese Sebastian Sollbelgel (inoffizieller Name) erklärt den Teilnehmenden das Spiel
Aufgregt warten die Kinder auf die Gruppeneinteilung
Hierbei handelt es sich nicht um den Rütlischwur, sondern um die anfängliche Gruppenbildung
Anfangsritual der Pfadfinder
Anfangsritual der Pfadfinder
Pfadischnuppertag Solothurn
Sie sahnten beim Spiel 'Eins, Zwei oder Drei' ab
Sherlock Holmes erklärt den Kindern, was geschehen ist
Wieviele Spaghetti sind wohl hier zusammengebunden_
Jederzeit bereit loszurennen, wenn das zugewiesene Schlüsselwort genannt wird
Ich packe meinen Koffer
Immer schön nach Knigge essen
Gemeinsam mit Mama werden die Informationen zur Pfadi begutachtet
Gewürze mussten anhand des Geruchs erraten werden
Gebannt lauschen die Kinder der spannenden Geschichte, die sich die Pfadileiter für sie ausgedacht haben
Für das Spiel mit den Schokoküssen mussten zuerst die Augen verbunden werden
Ganz schön schwierig, einen Schokokuss mit verbundenen Augen zu essen
Das klebt ganz schön!
Die Schokokuss Aufgabe sorfte für grosses Gelächter
Die sportlichen Mädels bildeten eine Pyramide
Bereit zum losrennen
Auch der Klassiker Twister durfte nicht fehlen
Alle helfen mit, das Lösungswort zu erraten
Auf die Kinder wartete eine süsse Überraschung

Der Pfadischnuppertag in Solothurn wurde von sehr vielen Kindern besucht

Tina Dauwalder

Ob jetzt als Detektive, als Piraten oder sonstige unerschrockene Abenteurerinnen und Abenteurer: Am Samstag konnte an über 400 Standorten in der ganzen Schweiz Pfadiluft geschnuppert werden. Rund 25 000 Pfadfinder hatten Kinder und Jugendliche eingeladen, die Pfadi näher kennen zu lernen.

Bei den Pfadiheimen in Rüttenen brauchen zum Beispiel drei der 22 Pfadi-Abteilungen des Kantons Solothurn dringend Hilfe von Super-Detektivinnen und -Detektiven: Die Pfadi Weissenstein, die Pfadi St. Urs und die Pfadi Solothurn Pass sind von dem ehrenwerten Herrn Wan-Jun-Tsen gebeten worden, einen mysteriösen Brief zu entziffern, den er in den Scherben einer alten Vase gefunden hat. Da ist vereinte Kinder-Power gefragt. Kein Problem für die über hundert Kinder und Jugendlichen, von denen etwa ein Drittel zum ersten Mal mit dabei ist. Alle sind bereit, mit Kopf- und Körpereinsatz dem armen Herrn Wan zu helfen, denn sobald sie in den einzelnen Gruppen eine Aufgabe gelöst haben, erhalten sie einen Zettel mit einer Hieroglyphe und einem Buchstaben als Übersetzung.

Hilfe mit Schokoküssen

Einen Schokokuss zu verdrücken, scheint ja eine etwas leichtere und durchaus angenehme Aufgabe zu sein. Aber wie stellt man es an, mit verbundenen Augen sein Gegenüber mit einem Schokokuss zu füttern? Hier sind die jüngsten Kinder eindeutig in Führung: Sie linsen vorsichtig unter Mütze oder Schal hervor, zielen behutsam nach dem Mund des anderen. Und wenn dieser den Mund nicht genügend aufsperrt, wird halt mit etwas Druck nachgeholfen. Schliesslich geht es ja um die Hilfe für den armen Herrn Wan.

In einer anderen Gruppe werden «Pyramiden» gebaut. Drei Kinder knien auf dem Boden, zwei weitere auf ihnen, eines macht den Abschluss der Pyramide. Und dann müssen noch alle mit der rechten Hand winken. Da kommt die Pyramide etwas ins Wackeln, aber bleibt kompakt stehen. Weiter müssen Tierspuren dem dazugehörenden Tier zugeordnet werden. Wie sieht die Spur eines Elches aus? Oder die eines Bibers? Das Blatt mit den Spuren umzudrehen, gilt nicht. Aber hindert das Verbot einen guten Detektiv bei seiner Arbeit? Natürlich nicht. Beim Versteckspiel und weiteren sportlichen Einsätzen kann der Kopf ausgelüftet werden, um sich dann an Gegenstände erinnern zu müssen, die man nur 30 Sekunden hat anschauen dürfen. Oder um «Koffer packen» zu spielen. Oder zu schätzen, wie viele Spaghetti, Teebeutel oder Guetzli in einer Verpackung sind – bei dem Spaghetti-Raten schwanken die Angaben zwischen 50 und 600, es sind exakt 991⁄2. Beim Begriffe-Raten werden zum Beispiel ein Tennisspieler oder Wanderer pantomimisch dargestellt: Der Skifahrer wird verweigert, dafür wird der Lehrer – er kratzt sich gedankenvoll am Kopf – in Bruchteilen von Sekunden erraten. Kurz, dem ehrwürdigen Herrn Wan wird bei der Entschlüsselung des Briefes von allen Kindern geholfen: «Mein Meisterwerk zugunsten meiner Erben begraben unter brüchigen Steinen. Sholi Wan Jun Tsen.» Brüchige Steine? Auf gehts zum nahen Steinbruch.

Keine Spur von Müdigkeit

Wie es den Kindern und Jugendlichen gefallen hat? Das ist die falsche Frage, wenn man einen Schatz im Steinbruch vor Augen hat. «Dänk guet!», «Cool!», «Hammer!», Müde? «Nei, warum ou?» So ein paar hastige Antworten. Man selber überlegt, wann man zuletzt so viele windzerzauste, rotbackige, eifrige, etwas dreckige, aber vergnügte Kinder und Jugendliche gesehen hat.

Die Leiterinnen und Leiter der Pfadi-Abteilungen sind zufrieden. So freut sich Paul Trösch, der seit 10 Jahren mit dabei ist, über die gelungene Organisation des Nachmittags, die rege Teilnahme und das schöne Wetter. «Nach dem Anlass im letzten Jahr ist etwa die Hälfte der Schnupperer bei uns geblieben. Wenn es dieses Jahr auch so ist, wäre das doch schön», sagt er.

Und wie siehts jetzt mit dem Schatz im Steinbruch aus? Überraschung: Schoggibananen für alle – von dem ehrenwerten und dankbaren Herrn Wan.