Gerlafingen/Bern

«Politik macht mir immer noch Spass»: Roberto Zanetti (SP) möchte Ständerat bleiben

SP-Ständerat Roberto Zanetti will weiterhin in der kleinen Kammer des Parlaments politisieren. Der Gerlafinger wird sich deshalb erneut für eine Nomination als Kandidat für die Ständeratswahlen 2019 bewerben. Das freut seine Partei.

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Roberto Zanetti – Bilder aus dem Archiv Roberto Zanetti war von 1990 bis 2000 Gemeindepräsident von Gerlafingen (hier ein Bild aus dem Jahr 2000). In dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für das Stahlwerk ein
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1999 wurde er in den Nationalrat gewählt. Hier ein offizielles Foto aus Bern.
2003 wurde Zanetti zum Regierungsrat gewählt. Zur Feier des Anlasses band er sich eine rote Kravatte um
Der Regierungsrat mit der neuen Kantonsratspräsidentin v.l.: Regierungsräte Roberto Zanetti und Walter Straumann, Kantonsratspräsidentin Gaby Pluess, Frau Landamman Ruth Gisi und die Regierungsräte Rolf Ritschard und Christian Wanner.
Nach 100 Tagen im Amt als Regierungsrat und Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements nahm er an einer Medienkonferenz im Rahmen eines Burezmorge Stellung.
 Roberto Zanetti übergibt in seiner Funktion als Regierungsrat die Labels Energiestadt an die drei Städte. Im Bild: Kurt Fluri für Solothurn.
Regierungsrat Roberto Zanetti an einem Jungbürger-Anlass im Rathaus Solothurn
Bei den Regierungsratswahlen 2005 wurde Zanetti im 2. Wahlgang abgewählt. Esther Gassler und der abgewählte Roberto Zanetti. Links daneben ist der neu gewählte Peter Gomm zu sehen.
Eine Aufnahme von 2009.
2010: In einer Ersatzwahl wird Roberto Zanetti im zweiten Wahlgang zum Ständerat gewählt. Er erhielt fast 50 Prozent der Stimmen
Bei den Gesamterneuerungswahlen 2011 wurde Roberto Zanetti im ersten Wahlgang wiedergewählt. Pirmin Bischof holte sich den zweiten Sitz für die CVP.
Pascale Bruderer bespricht sich im Ständeratssaal mit den Fraktionskollegen Daniel Jositsch (ZH) und Roberto Zanetti (SO).
2015 verpasste Zanetti im ersten Wahlgang das absolute Mehr nur knapp, setzte sich aber im zweiten durch. Sieger und Verlierer im Rathaus: Roberto Zanetti (links, SP) nimmt Gratulationen und Ratschläge von Walter Wobmann (SVP) entgegen.
Die beiden Finanzpolitiker Roberto Zanetti (SP/SO) und Pirmin Bischof (CVP/SO) in der Debatte über die Unternehmenssteuerreform III im Ständerat.
Zanetti verfolgt im März 2007 die Kantons- und Regierungsratswahlen.
Rasche Lösungen standen für die Wirtschaftskommission bei der Unternehmenssteuerreform III nicht im Vordergrund. Kommissionssprecher Roberto Zanetti (SP/SO) rief dazu auf, aus taktischen Gründen einige Trümpfe in der Hand zu behalten.
Roberto Zanetti spricht Ende September mit Karin Keller-Sutter (FDP, SG)

Roberto Zanetti – Bilder aus dem Archiv Roberto Zanetti war von 1990 bis 2000 Gemeindepräsident von Gerlafingen (hier ein Bild aus dem Jahr 2000). In dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für das Stahlwerk ein

Gundi Klemm

An der SP-Parteiversammlung im Oktober liess sich Roberto Zanetti noch nicht in die Karten blicken. Nun lässt er die Katze aus dem Sack: Er will noch einmal antreten. Sein Entschied, sich bei seiner Heimatsektion SP Gerlafingen um eine erneute Nomination als Kandidat für die Ständeratswahlen 2019 zu bewerben, sei «nach langer und reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen» gefallen, schreibt Roberto Zanetti auf Facebook.

«Ich habe immer noch viel Lust auf Politik und bin nach wie vor von der Mitarbeit im Ständerat fasziniert und begeistert.» Die «durchaus harte, aber immer respektvolle und konstruktive politische Auseinandersetzung in den Kommissionen und im Rat» motiviere und erfülle ihn immer noch. Der Gerlafinger ist seit 2010 Ständerat. Ihm gefällt die Arbeit, bei der neben «aller Ernsthaftigkeit auch Freude und Humor ihren Platz haben. Da möchte ich sehr gerne weiter mitarbeiten können», so Zanetti.

Er habe immer noch viel Spass an der Politik, erzählt er auch im Videointerview:

Mitentschieden hat für den Politiker auch die momentane Stärke der SP. «In der laufenden Legislatur ist die SP mit zwölf Mitgliedern so stark wie nie in der Geschichte des Bundesstaates im Ständerat vertreten», erklärt Roberto Zanetti. Der Ständerat habe somit «soziale und ökologische Kahlschläge des Nationalrates» verhindern oder zumindest korrigieren könnten.

Zur Person

Roberto Zanetti war von 1990 bis 2000 Gemeindepräsident von Gerlafingen. 1999 wurde er in den Nationalrat gewählt. Im selben Jahr gab er auch seinen Sitz im Kantonsrat (seit 1993) auf. 2003 wurde er in einer Ersatzwahl in den Regierungsrat gewählt, wurde aber 2005 wieder abgewählt.

2009 wählten ihn die Stimmbürger erneut in den Kantonsrat. 2010 stand Zanetti erneut in einer Ersatzwahl. Er wurde für den verstorbenen Ernst Leuenberger (SP) in den Ständerat gewählt. Sowohl 2011 als auch 2015 wurde er wiedergewählt.

Er sieht es als entscheidend für die Zukunft der Schweiz an, dass die SP «auch weiterhin kraftvoll im Ständerat mittun kann». Weil mindestens die Hälfte der aktuellen SP-Vertretung im Ständerat auf eine erneute Kandidatur verzichtet und jede Vakanz das Risiko eines Mandatsverlustes erhöhe, möchte Zanetti mithelfen, «die starke Vertretung der SP im Ständerat zu verteidigen».

Seinen Entscheid macht er just an seinem 64. Geburtstag publik. Kein Zeichen von Ermüdung: «Ohne einem lächerlichen Jugendwahn zu erliegen, fühle ich mich in jeder Beziehung fit für eine erneute Kandidatur», stellt er klar. Was ihn zusätzlich motiviert: Er sei von vielen zu einer erneuten Kandidatur ermuntert worden.

Der nächste Schritt für Zanetti: Im Januar 2019 findet die Nomination durch die Sektion Gerlafingen statt – eine reine Formsache. Am 27. März nominiert in Olten die Kantonalpartei alle Kandidierenden für die National- und Ständeratswahlen.

CVP-Ständerat Pirmin Bischof hat schon bekannt gegeben, dass er 2019 erneut antreten wird.

«Sicherer Wert für soziale Anliegen»

Die Kantonspartei nimmt Zanettis Bewerbung um eine Nomination «mit Freude zur Kenntnis», wie sie in einer Mitteilung schreibt. «Wir freuen uns sehr, dass sich Roberto Zanetti erneut einer Nomination stellt. Er war während den vergangenen 8 Jahren ein sicherer Wert für soziale Anliegen, hat ein Gespür für das Machbare und ist ein hervorragender Kantonsvertreter», wird Parteipräsidentin Franziska Roth zitiert. «Ganz wichtig ist für die Partei, dass Roberto immer bodenständig blieb und sich immer den Anliegen der einfachen Bevölkerung verpflichtet fühlte.» (ldu)