Revision
Schutz und Nutzen neu geregelt: Das revidierte Jagdgesetz liegt jetzt vor

Die Revision des kantonalen Jagdgesetzes war von einem eifrigen Ringen und einem Gang ans Bundesgericht begleitet. Jetzt kommt die Vorlage ins Parlament.

Urs Mathys
Drucken
Teilen
Das Jagdgesetz wurde revidiert. (Symbolbild)

Das Jagdgesetz wurde revidiert. (Symbolbild)

Keystone

Das Jagdgesetz des Kantons Solothurn wurde in den letzten Jahren gänzlich überarbeitet. In diesen Prozess waren auch die Jagdkreise im Kanton von Anfang an involviert worden. Bis zuletzt umstritten blieb die Frage, ob und wie viel die regionalen Jagdgesellschaften an die Behebung von Wildschweinschäden den landwirtschaftlichen Kulturen mitbezahlen müssen.

In «Lausanne» abgeblitzt

Die Jagdgesellschaft Wartenfels-Lostorf hatte es genau wissen wollen und ihre Beschwerde gegen die Entschädigungspflicht bis ans Bundesgericht weitergezogen. Ihre Begründung: Eine solche Pflicht sei bundesrechtswidrig. «Lausanne» sah dies mit Urteil vom 1. März 2016 völlig anders und schützte den Entscheid des Verwaltungsgerichts. Es sei nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, im kantonalen Recht die Voraussetzungen für Entschädigungen festzulegen.

Das neue Gesetz kommt den Jägern diesbezüglich sogar entgegen: Bisher mussten die Jagdgesellschaften generell 50 Prozent der Schwarzwildschäden übernehmen. Gemäss neuem Jagdgesetz sollen Jagdvereine zwar immer noch 35 Prozent der Schäden bezahlen, die Höhe dieser Zahlungen ist aber begrenzt auf den jährlichen Mindestpachtzins ihres Jagdrevieres.
Im Gegenzug erhalte der Kanton «griffige Instrumente, um bei untragbaren Wildschäden eine effiziente Bejagung der Wildtiere, die Schäden verursachen, zu fördern», schreibt die Staatskanzlei.

Das von der Regierung verabschiedete Gesetz geht nun zur Beratung an den Kantonsrat. Weil die Inkraftsetzung auf einen Jahresbeginn erfolgen soll, wird dies laut Jagd- und Fischereiverwalter Marcel Tschan per 1. Januar 2018 sein.

Die geltende Gesetzgebung ist 28 Jahre alt. Seither hätten sich die rechtlichen, jagdlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändert, wird der Handlungsbedarf begründet. Allein die neuste Revision der Jagdverordnung des Bundes bringe in Sachen Jagdausübung, Waffenrecht und Tierschutz viele Änderungen, welche die Kantone umsetzen müssten.

Mit dem neuen Gesetz soll die Artenvielfalt der Wildtiere und ihrer Lebensräume erhalten bleiben und deren Lebensräume sollen durch Wildtierkorridore vernetzt sein. Weiter soll so gesichert sein, dass die Jagd weiter in Form des Reviersystems ausgeübt werden kann und die Nutzung der Wildtierbestände durch die Jagd erhalten bleibt.

Aktuelle Nachrichten