Museum Altes Zeughaus

Steinschloss-Doppelflinte bereichert die Sammlung

Der Verein Freunde des Museums Altes Zeughaus (MAZ) in Solothurn übergab am Samstag dem kantonalen Museum eine Steinschloss-Doppelflinte des Solothurner Büchsenmachers Martin Ruoff als Leihgabe.

VON MARK A. HERZIG
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Reto Platzer, Präsident des Vereins Freunde Museum Altes Zeughaus, bei der Waffenübergabe an Co-Museumsleiterin Claudia Moritzi.

Reto Platzer, Präsident des Vereins Freunde Museum Altes Zeughaus, bei der Waffenübergabe an Co-Museumsleiterin Claudia Moritzi.

Hansjoerg Sahli

Ziel des Vereins ist es, das Museum ideell und finanziell zu unterstützen. Er versteht sich auch als Gesprächspartner und versucht, ein Netzwerk von Interessierten und damit eine Aussensicht zu bieten. Durch Schenkungen und Leihgaben soll da geholfen werden, wo dem Museum nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen. Im Rahmen dieser Zielsetzung erfolgte auch die jüngste Leihgabe.

Historiker Rudolf Beglinger gab einen Überblick über Zündmechanismen bei Feuerwaffen: Das Luntenschloss wurde um 1515 vom Radschloss und dieses um 1650 vom Steinschloss, dieses wiederum vom Perkussionsschloss abgelöst. Beglinger stellte das doppelläufige Gewehr vor, das Martin Ruoff um 1823 in Solothurn produzierte.

Er habe dazu, wie die meisten Schweizer Büchsenmacher, Rohläufe aus Liège verwendet. Es sind 96,2 cm lange, dünnwandige Rundläufe mit dem Kaliber 15,5 Millimeter, die mit Äzdamast verziert sind. Die Flinte wiegt 3,26 Kilogramm, weist einen Halbschaft aus Wurzelmaserholz auf und zwei Ladestockröhrchen.

Co-Museumsleiterin Claudia Moritzi präsentierte den zahlreichen Interessierten sodann die Schusswaffensammlung, deren Bestand an Ruoff-Büchsen jetzt um ein sehr schönes und seltenes Exemplar erweitert wurde.

Daran schloss sich eine engagierte, ins Detail gehende Diskussion unter Fachleuten und Liebhabern an, ob deren Intensität sogar der offerierte Festapéro beinahe vergessen ging.