Langenbruck
Website veröffentlicht unbekannte Briefe des Flugpioniers Oskar Bider

Ein sensationeller Alpenflug machte Oskar Bider weltberümt. Jetzt veröffentlicht die Website www.oskar-bider-archiv.ch die unbekannte Korrespondenz des Langenbrucker Flugpioniers.

Christian Von Arx
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Oskar Bider am 26. Juli 1913 nach der Ankunft auf der Schützenmatt in Basel nach dem Rückflug von Mailand. zvg/Johannes Dettwiler, Thun

Oskar Bider am 26. Juli 1913 nach der Ankunft auf der Schützenmatt in Basel nach dem Rückflug von Mailand. zvg/Johannes Dettwiler, Thun

Johannes Dettwiler

Vor 100 Jahren – am 13. Juli 1913 – flog der Langenbrucker Flugpionier Oskar Bider (1891–1919) als Erster über die Alpen – von Bern über Jungfraujoch und Simplon nach Domodossola, nach einem Zwischenhalt weiter nach Mailand.

Der sensationelle Alpenflug machte ihn weltberühmt und bis heute unvergessen, wie die vielfältigen Anlässe zum Jubiläum beweisen. Seine Heimatgemeinde Langenbruck hat Bider am 22./23. Juni mit einem zweitägigen Fest gefeiert.

Ausschnitt aus einem Brief des Präsidenten der Offiziersgesellschaft Olten an Bider vom 27. März 1913. www.oskar-bider-archiv.ch

Ausschnitt aus einem Brief des Präsidenten der Offiziersgesellschaft Olten an Bider vom 27. März 1913. www.oskar-bider-archiv.ch

245 Briefe

In der Schweiz hatte Bider schon vor dem Alpenflug eine riesige Begeisterung für die Fliegerei ausgelöst. Mitten hinein in diese Zeit und direkt auf Biders Bürotisch führt jetzt die neue Website www.oskar-bider-archiv.ch, die Verena Bider (Wangen) in Zusammenarbeit mit dem Bider-Kenner Johannes Dettwiler (Thun) lanciert und soeben aufgeschaltet hat.

Auf dieser dokumentarischen Website können 245 Seiten bisher unbekannte Briefe von und an Oskar Bider aus dem Jahr 1913 als PDF eingesehen werden, eingeleitet und erläutert von Johannes Dettwiler.

Die Korrespondenz zeigt, wie Bider in intensivem Kontakt stand mit Flugzeugherstellern in Deutschland, Frankreich und Italien. Diese wollten ihre Produkte an die in ganz Europa fliegerisch aufrüstenden Armeen verkaufen und hofften, dass eine Zusammenarbeit mit Bider dabei Gold wert wäre.

In der Schweiz wurde eine gross angelegte Sammlung organisiert, damit die Armee Flugzeuge anschaffen konnte. Zu diesem Zweck wurde Bider landauf, landab zu Schauflügen eingeladen.

Premiere für Solothurner

So liess der Solothurner Regierungsrat Hermann Obrecht – der von 1935 bis 1940 Bundesrat war – am 25. März 1913 bei Bider anfragen, ob einer seiner Flieger «die Gegend von Solothurn-Olten» überfliegen würde. Begründung: «Es wäre dies für die dortige Bevölkerung etwas Neues, denn der grösste Teil derselben hat noch nie einen Flieger zu Gesicht bekommen.»

Nur zwei Tage später, am 27. März 1913, ersuchte der Präsident der Offiziersgesellschaft Olten, Hptm Schiffmann, Oskar Bider um einen Schauflug an einem patriotischen «Blumentag» der OG Olten.

«Als Startplatz stehen Ihnen zur Verfügung die Hagmatte, das Gheid oder das Trimbacherfeld, das erstgenannte Feld wäre für uns, weil in der Nähe der Stadt, am günstigsten, ist aber nur von der Aare her ganz frei für die Landung. Es wäre dies Sache der Besichtigung.»

Um Bider günstig zu stimmen, verwies der Absender darauf, wie militärfreundlich sich Olten erwiesen habe: Der Blumentag finde zugunsten der Sammlung für die Militäraviatik statt, und eine Hauskollekte habe bereits «schöne Resultate» ergeben. Vormittags finde, ebenfalls zugunsten der Militäraviatik, ein Fussballmatch statt ...

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