Welche Krise?
Die 300 Reichsten der Schweiz gewinnen trotz Coronakrise: Das ist der Vermögendste im Kanton Solothurn

115 Milliarden Franken erhöhte sich das Vermögen der 300 Reichsten der Schweiz im letzten Jahr. Noch nie war die Zunahme derart gross – und das ausgerechnet während der Coronakrise. Zuoberst auf der Solothurner Liste steht ein alter Bekannter.

Online-Redaktion
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Mathys Medizinaltechnik, Bettlach. Hugo Mathys übergab sein Amt als Verwaltungsratspräsident 2020 an Livio Marzo.

Mathys Medizinaltechnik, Bettlach. Hugo Mathys übergab sein Amt als Verwaltungsratspräsident 2020 an Livio Marzo.

Robert Grogg/2000

Das grösste Vermögen im Kanton Solothurn hat die Familie Mathys und Marzo. Die Besitzer der Medizinaltechnik-Firma Mathys in Bettlach haben ein Vermögen von 1,5 bis 2 Milliarden Franken. Das zeigt das neue Ranking der «Bilanz», das am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

Hugo Mathys, Besitzer der Mathys AG in Bettlach.

Hugo Mathys, Besitzer der Mathys AG in Bettlach.

Hansjoerg Sahli / 2015

Die Reichsten legten um 115 Milliarden zu

Die 300 Reichsten der Schweiz konnten ihr Vermögen in diesem Jahr um 115 Milliarden Franken steigern, 16,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt besitzen sie 821,8 Milliarden – ein neuer Rekord. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz belief sich 2020 gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) auf rund 706 Milliarden Franken.

Noch nie seit der Einführung des Bilanz-Rankings im Jahre 1989 hat es in absoluten Zahlen einen höheren Zuwachs gegeben als in diesem Jahr. Die Corona-Krise konnte den Vermögenden demnach nichts anhaben – im Gegenteil: die boomenden Börsen bescherten ihnen Rekordzuwächse.

Ikea-Clan seit 20 Jahren an der Spitze

Alleine die zehn Reichsten besitzen zusammen 261 Milliarden Franken. An der Spitze stehen die im Waadtland aufgewachsenen Brüder Jonas, Peter und Mathias Kamprad. Sie leiten seit dem Tod ihres Vaters Ingvar das Möbelimperium Ikea, dessen Wert auf 56 Milliarden geschätzt wird.

Seine Söhne haben das dickste Portemonnee der Schweiz: Ingvar Kamprad, Gründer der IKEA.

Seine Söhne haben das dickste Portemonnee der Schweiz: Ingvar Kamprad, Gründer der IKEA.

KEYSTONE / 2012

Dahinter folgen die Familien Hoffmann, Oeri und Duschmalé (Pharma) mit 34 bis 35 Milliarden und Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (29 bis 30 Milliarden). Kühne ist mit einem Plus von 17 Milliarden derjenige, der am stärksten zulegen konnte.

Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne hat sein Vermögen innerhalb eines Jahres um 17 Milliarden Franken gesteigert.

Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne hat sein Vermögen innerhalb eines Jahres um 17 Milliarden Franken gesteigert.

Keystone

Gewaltig zulegen konnte auch Start-up-Gründer Guillaume Pousaz (plus 7,25 Milliarden) sowie die Partners-Group-Gründer Alfred Gantner, Marcel Erni und Urs Wietlisbach (plus 5 Milliarden).

Auch für die Unternehmerfamilie Blocher (plus 4 Milliarden) liefen es gut. Der Wert des Aktienpakets der drei Schwestern Magdalena, Rahel und Miriam Blocher an der Ems-Gruppe stieg auf 15 Milliarden Franken an.

Robbie Williams gehört erstmals dazu

Um zu den 300 Reichsten zu gehören, benötigt man ein Vermögen von mindestens 100 Millionen Franken. Das haben in diesem Jahr elf erstmals geschafft. Neu dabei sind etwa Roche-Chef Severin Schwan (100 bis 150 Millionen) und die On-Gründer und -Manager David Allemann, Olivier Bernhard, Caspar Coppetti, Martin Hoffmann und Marc Maurer (2 bis 2,5 Milliarden). Auch der im Kanton Genf wohnhafte Sänger Robbie Williams gehört mit 250 bis 300 Millionen Franken zum ersten Mal dazu.

Sänger Robbie Williams wohnt bei Genf.

Sänger Robbie Williams wohnt bei Genf.

David Moir / EPA

Zu den grössten «Verlieren» gehört Internetunternehmer Patrick Drahi, der 1 Milliarde verlor. Insgesamt habe es in diesem Jahr aber deutlich weniger Verlierer in der Liste gegeben. Die vermögendste Frau ist noch immer Biererbin Charlene de Carvalho-Heineken mit 15 Milliarden Franken.

Die Schweiz ist indes ein Land der Milliardäre. Unter den 300 Reichsten der Schweiz führt die «Bilanz» 145 auf. Das sind zehn mehr als im Vorjahr.

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