Littering

Zugemüllte Grillstellen im Uferpark in Luterbach: Nun soll eine neue Lösung her

Littering im Uferpark: Übers Wochenende wurden Grillstellen im Uferpark erneut mit Abfall überflutet. Nun soll eine neue Lösung für die Abfallentsorgung hin. Gemeinde und Kanton arbeiten gemeinsam an einem neuen System.

Tanja Graziano
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Zugemüllte Grillstelle im Uferpark in Luterbach. So sieht es nach vielen Wochenenden aus.

Zugemüllte Grillstelle im Uferpark in Luterbach. So sieht es nach vielen Wochenenden aus.

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Littering ist ein bekanntes Phänomen entlang der Aare im Kanton Solothurn. Seit 2010 kann die Polizei direkt vor Ort Ord­nungsbussen verhängen. Trotzdem scheint das Übel nicht ausrottbar zu sein. Betroffen ist auch der Uferpark in Luterbach. Am Telefon berichtet der 55-jährige Leser Erich Iseli aus Luterbach von wiederholtem Littering rund um zwei Feuerstellen im Park. Der selbstständige Unternehmer meint, es würde vor allem nach den Wochenenden besonders schlimm aussehen. «Abfalleimer sind da, aber sobald diese voll sind, werfen die Menschen den Abfall einfach daneben. Es ist eine billige Lösung», sagt Iseli.

Er will die Menschen auf das Littering aufmerksam machen. «Wenn sie schon die Natur geniessen wollen, dann sollen sie auch vernünftig damit umgehen.» Die Gesellschaft lasse in diesem Bereich nach, findet er. Gemäss Iseli braucht es im Uferpark eine neue Lösung für den Abfall. Die Gemeinde Luterbach räume den Abfall zwar schnell weg, dies sei aber nicht Sinn der Sache: «Wir zahlen das mit unseren Steuern.»

Nach einer neuen Lösung rund um die Grillstellen im Uferpark sucht auch Jürg Schläfli, Leiter Werkhof der Einwohnergemeinde Luterbach. Die Gemeinde habe das Problem wahrgenommen. Der Werkhof aber sei lediglich zuständig für die Abfallentsorgung beim Uferpark. Seine Mitarbeiter hätten ihn mehrmals informiert, dass die Kapazität der Abfalleimer im Park nicht ausreichen würde. Der Kanton Solothurn habe dort Abfalleimer mit 110-Liter-Abfallsäcken aufgestellt. «Wir arbeiten momentan an einem neuen System.» Es gebe mehrere Möglichkeiten. «Eine dieser Ideen wäre, ein Abfalltrennungssystem zu platzieren.» Von zwei bis vier Wochen sei jedoch auszugehen, bis alles entsprechend geregelt sei. Zudem würde eine solche Lösung mehr Aufwand für den Werkhof bedeuten.

Kanton plant neues Abfallsystem im Uferpark

Über das neue Abfallsystem entscheidet der Werkhof Luterbach jedoch nicht alleine. Gemäss Kantonsbaumeister Guido Keune ist bis anhin der Kanton für die Planung des Abfallsystems im Uferpark zuständig. «Wir sind im Kontakt mit dem Werkhof Luterbach und sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden werden», berichtet er.

Keune bestätigt, dass ein System mit Abfalltrennung vorgesehen sei. Zudem appelliere das Hochbauamt an die Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher des Uferparks. Der Abfall solle wieder mitgenommen oder in die bestehenden Abfallbehälter entsorgt werden. In Sachen Sensibilisierung der Bevölkerung durch Litteringbussen hält das Hochbauamt kritisch Stellung: «Unseres Erachtens ist es nicht Aufgabe der Polizei, sondern Verantwortung jedes Einzelnen, zur Umwelt Sorge zu tragen.»

Roland Burren, dem Abteilungsleiter des kantonalen Amtes für Umwelt zufolge, sei es am wirkungsvollsten, das Thema Littering direkt anzusprechen. «Letztes Jahr gab es die Aktion mit Taschenaschenbechern entlang der Aare. Die Aktion hat guten Anklang gefunden», bilanziert er. Je nachdem würden Abfalltrennungssysteme helfen. Aber selbst neben solchen Abfalleimern würden dann doch wieder Abfälle liegen. Deswegen versuche man, die Bevölkerung von Jung an für den Schutz der Umwelt zu sensibilisieren.

Littering sei ein flächendeckendes Thema, stellt Burren fest. «Wahrscheinlich fällt es entlang der Aare und Emme mehr auf, da es in der Natur ist», meint er. Das Problem vor Ort anzugehen, sei jedoch Aufgabe der Gemeinde. «Wir versuchen Unterstützung zu bieten und stellen Hilfsmittel zur Verfügung.»

Anstieg Litteringbussen bei der Stadtpolizei Grenchen

Laut Thomas Kummer, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, gab es bisher keine Litteringmeldung vom Uferpark. «Es gab generell weder eine Zunahme noch Abnahme der vergebenen Litteringbussen», meint er. Dies zeigt auch die Statistik zu den Litteringbussen durch die Kantonspolizei. Da in der Stadt Olten auch die Kantonspolizei zuständig ist, sind in deren Zahlen auch die Litteringbussen Oltens enthalten. Im Gegensatz dazu fällt jedoch ein Anstieg bei der Stadtpolizei Grenchen in 2019 auf.

Um das Littering in Grenzen zu halten, gebe es in den Sommermonaten wieder Litteringkontrollen, so Kummer. «Die Kantonspolizei wird dafür in Begleitung vom Amt der Umwelt unterwegs sein.» Dabei gehe es vor allem darum, das Gespräch mit den Menschen zu suchen. Die Umfrage zeigt: Ob bei Kanton, Gemeinde oder Polizei, beim Thema Littering wird ungebrochen auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung gesetzt.