Derendingen

15 Jahre Restaurant Srignags – oder wenn aus einem Zufall ein Erfolg wird

Sebi und Regula Singh führen seit 15 Jahren das Restaurant Srignags in Derendingen. Viel Wert wird auf Gastfreundschaft gelegt.

Lucilia Mendes von Däniken
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Srignags feiert 15 Jahre
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Dieses feiert schon das 15-Jahr-Jubiläum

Srignags feiert 15 Jahre

Tom Ulrich

Eigentlich war das alles anders geplant: Sebi Singh wollte 1990 seiner Heimat Indien den Rücken kehren, um in Kanada Fuss zu fassen. Als Koch – er war auf französische Küche spezialisiert. Als der 24-Jährige einen Zwischenhalt in der Schweiz machte, landete er in Solothurn, wo er bei seiner Arbeit im «L’Industrie» seine heutige Frau Regula Steinemann kennen lernte: «In Kanada waren wir bis heute nie», erklären die beiden fast 30 Jahre später.

Bald wurde Sebi Singh gefragt, ob er nicht auch indisch kochen würde. Er wehrte sich dagegen: «Anfang der 90er-Jahre war es noch ein Abenteuer indisch zu kochen: Einerseits, weil man kulinarisch noch nicht so offen war und andererseits, weil es schwierig war, die Zutaten aufzutreiben.» Und doch liess er sich überreden, mit dem Resultat, dass die indischen Abende ein Erfolg wurden. So sehr, dass Sebi und Regula Singh, die inzwischen geheiratet hatten, im schmalen Flur ihrer damaligen Wohnung mit Töpfen und Wärmehalte-Boxen zu hantieren begannen. In der Nacht vor dem ersten grossen Catering-Auftrag träumte der junge Inder davon, dass er ein Restaurant eröffnen wird. Im Traum sah er den Namen vor sich: «Dieser setzte sich aus den Namen zweier Sikh-Propheten zusammen und lautete so auf Srignags.» Der Grundstein war gelegt.

Viel gelebte Nähe zu den Gästen

Es folgten viele Aufträge, welche nebst dem eigentlichen Job immer mehr Zeit beanspruchten. Sebi und Regula Singh wohnten inzwischen mit ihren beiden Kindern in einem Haus im Derendinger Elsässli: «Ein tolles Quartier, mit vielen Familien.» Das sei ideal gewesen, sie hätten unter der Woche andere Kinder gehütet und im Gegenzug hätten am Wochenende andere zu ihren Kindern geschaut.

Bald wurde es mit Familie und Cateringbetrieb eng im Haus. Es wuchs der Wunsch, ein eigenes Restaurant zu führen. Die idealen Räumlichkeiten fanden sie fast vor der Haustür, im stillgelegten Bahnhof von Derendingen. Viel Zeit und Geld wurde in den Umbau investiert. Sie hatten klare Vorstellungen, wie es ausschauen sollte: Bunt, einladend und mit viel gelebter Nähe zu den Gästen.

Eine Nähe, die man auch 15

Jahre später noch spürt. Nicht nur die Gastfreundschaft des Teams, sondern auch die offene Küche zeigt: «Wir sind für euch da.» Das waren und sind sie nicht nur in Derendingen: Der Catering-Service läuft weiter gut, und «Srignags» ist jedes Jahr an den Biertagen und an den Sommerfilmen in Solothurn anzutreffen.

Aufgegeben hat man hingegen die Einsätze am «Uhuru» auf dem Weissenstein sowie an den Filmtagen. Auch das Bed and Breakfast, welches sie ein paar Jahre lang im Bahnhof betrieben, führen sie nicht mehr: «Wir wollten unsere Energie auf unser Restaurant konzentrieren.» Denn inzwischen hatten sie das Restaurant um das Take-away-Lokal Golden Papaya erweitert.

Eigentlich wollten Singh’s am 20. Mai mit einem Fest auf 15 Jahre «Srignags» in Derendingen zurückblicken: «Das Programm stand, die Flyer waren gedruckt – und dann bremste uns der Lockdown aus.» Auch wenn inzwischen das Restaurant wieder öffnen durfte, hat das Team entschieden, auf ein Fest zu verzichten: «Nicht nur, weil es schwierig umsetzbar gewesen wäre, sondern auch aus Pietätsgründen: Wir können nicht feiern, wenn so viele Leute unter den Folgen des Virus leiden. Was wir in das Fest investiert hätten, spenden wir nun als Zeichen der Solidarität der Organisation Chance Swiss.» Und eigentlich seien sie jetzt einfach dankbar, ihre Kundschaft wieder in ihren Lokalitäten persönlich begrüssen zu dürfen.