Finanzen

Bellach hat den Kindergarten schon bezahlt

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Der Kindergarten beim Grederhof soll ersetzt werden. (Archiv)

Der Kindergarten beim Grederhof soll ersetzt werden. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

«Eindeutig auf dem richtigen Weg», befinden sich die Finanzen von Bellach, so die Einschätzung des Gemeindeverwalters Dieter Schneider. In einem von ihm angestellten Vergleich heben die Überschüsse der Jahresrechnungen 2016 bis 2019 die Verluste der Rechnungen 2011 bis 2015 mehr als auf. Erstere betragen 5,53 Mio. Franken, während sich in den Verlustjahren das Minus auf 4,36 Mio. Franken summierte.

Viel zu diesem positiven Vergleich beigetragen hat das Rechnungsjahr 2019, das bei einem Aufwand von 22,76 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von 3,21 Mio. Franken abschliesst. Davon werden gleich 1,2 Mio. Franken abgezweigt für die Vorfinanzierung des geplanten Kindergartenbaus Grederhof. Der Rest des Ertragsüberschusses wandert ins Eigenkapital, das Ende 2019 3,214 Mio. Franken beträgt. Das sind 14,52 Prozent des Jahresaufwandes der Gemeinde. Der Richtwert für Bellach liegt in dieser Skala bei einem Anteil von grösser als 30 Prozent. Die Netto-Verschuldung pro Einwohner hat sich halbiert von 2309 Franken im Jahr 2018 auf 1325 Franken.

chmedia

Kein positives Zeichen von den natürlichen Personen

Das budgetierte Plus von beinahe 600'000 Franken konnte also massiv übertroffen werden. Der Hauptgrund sind die zusätzlichen Steuererträge von juristischen Personen, die sich im Vergleich mit der Rechnung 2018 beinahe verdoppelten. Eingenommen wurden hier 4,181 Mio. Franken. Demgegenüber haben die Steuererträge von natürlichen Personen (13,34 Mio. Franken) im Vergleich zum Vorjahr um 166000 Franken abgenommen.

Wie das Diagramm oben zeigt, hat die Steuersatz-Erhöhung vor drei Jahren bisher keine Wirkung erzielt. Die Steuererträge verharren auf gleichem Niveau. Schneider macht dafür unter anderem den Wegzug von «guten» Steuerzahlern verantwortlich. Im letzten Jahr wurden übrigens erstmalig die Mehrwertabschöpfung von Privatpersonen verbucht. Der Fonds ist mit einer halben Million Franken dotiert.

Investitionsquote in der Kritik

Eher negativ beurteilte ein Teil des Gemeinderates die niedrige Investitionsrate. Die Nettoinvestitionen (Gemeinde und Spezialfinanzierungen) betragen 771'079 Franken (Budget: 1'281'OOO). Hohe Anschlussgebühren haben dazu beigetragen, dass die budgetierten Investitionen nicht erreicht wurden.
Bellach hat im letzten Jahr mit 1,434 Mio. Franken kantonalen Finanz- und Lastenausgleich profitiert. Schneider rechnet mit einer weiteren Zunahme 2020 um 300'000 Franken, bevor dann diese Zahlungen wegen den Steuererträgen eher zurückgehen würden.

Gleichzeitig muss die Gemeinde laut Finanzplan in den nächsten Jahren höhere Investitionen stemmen (Abwasser, Wasser und Gemeindehaus). Kurzfristig befürchtet Schneider wegen der Coronakrise geringere Steuererträge. Felix Glatz-Böni vermutet, dass auch die Sozialhilfekosten ansteigen dürften. (uby)