Grosse Neubau-Pläne in Biberist
Eine Markthalle, ein Gebäude mit Blick auf die Emme und ein Mega-Hochhaus als Ersatz für die heutige Biberena

Die Planung für Biberist Ost mit der heutigen Biberena, dem BLS-Bahnhof und dem anschliessenden «Papieri-Areal» sieht Neubauten vor. Es soll wieder ein bedeutendes Quartier mit einem attraktiven Nutzungsmix werden. Im Gemeinderat wurden die Pläne erstmals präsentiert.

Patric Schild Jetzt kommentieren
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So präsentiert sich die Biberena heute.

So präsentiert sich die Biberena heute.

Hanspeter Bärtschi

«Was lange währt, wird endlich gut», sagt Biberists Gemeindepräsident Stefan Portmann-Hug. Seit anfangs 2018 läuft, zusammen mit den Eigentümern Irène und Thomas Frei sowie ihren Projektpartnern, die Planung zur Arealentwicklung Biberena-Emmeblick. Im Gemeinderat fand nun die erste Lesung statt.

Ensemble mit drei Gebäuden

Das Richtprojekt sieht im Planungsperimeter ein Ensemble von drei Gebäuden vor, bestehend aus einem Pavillon («Markthalle»), einem Längsbau («Emmeblick») sowie einem Hochhaus («Panorama»). Gemeinsam mit der Umnutzung des Papieri-Areals und der künftigen Entwicklung des Bahnhofs soll Biberist-Ost, welches heute einer städtischen anonymen Brache gleicht, wieder ein bedeutendes Quartier für die Gemeinde werden und mit einem attraktiven Nutzungsmix belebt werden.

So würden die neuen Gebäude platziert...

So würden die neuen Gebäude platziert...

zvg

Trotz verdichteter Bauweise soll beim Biberena-Emmeblick-Areal eine Durchlässigkeit für die Bevölkerung entstehen. So erklärt Toni Weber (w+s Landschaftsarchitektur AG), dass der Freiraum einerseits geprägt sein soll durch eine parkartige Landschaft zur Emme hin mit Erholungs- und Spielmöglichkeiten sowie andererseits im südlichen Bereich durch den Ort der Ankunft, der Begegnung, gestaltet mit Platzabfolgen, welche räumlich mit grossen Bauminseln gegliedert sind und somit den Grünraum der Uferpartie mit der Bahnhofseite verknüpfen. Eine angedachte Fuss- und Velobrücke soll zudem das Areal mit der gegenüberliegenden Emme-Seite verbinden.

... und im Gesamtkontext integriert.

... und im Gesamtkontext integriert.

zvg

Die im Zentrum des Areals gelegene rund sieben Meter hohe «Markthalle» dient als ein mögliches Vereins- und Versammlungslokal. Es soll über eine Bühne und eine Kapazität von bis zu 500 Personen verfügen. Sie stellt somit einen Ersatz für die bisherige Biberena dar und wird auch die Funktion als neuen Gemeindesaal erhalten.

Auch für Grossevents geeignet

Das multifunktional ausgerichtete Gebäude soll aber auch andere Aufgaben übernehmen können. Entsprechend dem Namen könnten beispielsweise Märkte darin stattfinden. Besitzer Thomas Frei:

«Die Markthalle als Herzstück des gesamten Areals, soll so belebt werden, dass die Menschen dorthin gehen und sich wohl fühlen.»

Ihm schweben dabei auch Grossevents, wie etwa die Öffnung der «Markthalle» als Public-Viewing für künftige Fussballereignisse, vor.

Panorama ist hier Programm

Das längliche «Emmeblick» fällt fünf- bis sechsgeschossig sowie gestuft aus und kommt parallel zwischen Emmenstrasse sowie Emme zu stehen. Etwas zurückversetzt vom Kanal ist östlich davon das Hochhaus geplant. Mit einer Fassadenhöhe von rund 71 Metern und zirka 23 Geschossen dürfte das «Panorama» das höchste Hochhaus des Kanton Solothurn werden.

So könnten der «Emmeblick» und das «Panorama» dereinst aussehen.

So könnten der «Emmeblick» und das «Panorama» dereinst aussehen.

zvg

Es orientiert sich zudem am historischen Backsteinkamin der ehemaligen Papierfabrik, der ungefähr die gleiche Höhe besitzt. Auch sonst befindet sich das Gebäude in guter Gesellschaft. Denn hohe und grossvolumige Gebäude würden in diesem Gebiet und entlang der Emme häufig vorkommen erklärt Reto Affolter (WAM Planer). Dank der Positionierung am Fluss verursache das Gebäude zudem keinen störenden Schattenwurf auf umliegende Anwohner.

Platz für ein Restaurant

In den Erdgeschossen, zu den öffentlichen Plätzen hin, im zentralen Pavillon und im Dachgeschoss des Hochhauses können Gewerbenutzungen entstehen. Gerade bei Letzterem wäre auch eine Nutzung als Restaurationsbetrieb oder eine Lounge denkbar.

In den restlichen Obergeschossen von «Emmeblick» und «Panorama» sollen diverse Wohnräume entstehen. Alles in allem ist vorgesehen, dass das Gebäude-Trio für rund 100 Wohnungen und zirka 800 Quadratmeter Gewerbefläche Platz bietet. Die Dächer und Teile der Fassaden sollen begrünt und mit Photovoltaik-Anlagen versehen werden.

Unter dem Areal verläuft ausserdem ein Untergeschoss, welches eine Einstellhalle und mögliche Schutzräume beherbergen wird. Oberirdisch werden rund 25 Parkplätze für Besucher und die Kunden des Gewerbes zur Verfügung stehen.

Viel Lob im Gemeinderat

Das Richtprojekt vermochte die Mitglieder des Gemeinderats zu überzeugen. Insbesondere für die «Markthalle» gab es über alle Fraktionen hinweg nur lobende Worte. Es gibt im jetzigen Entwicklungsstadium aber auch noch eine ganze Reihe offener Punkte. Genannt wurde beispielsweise die noch ungeklärte Regelung des Übergangs von öffentlichem zu privatem Raum beim Bahnhofsplatz.

Gemeinderat und Eigentümerschaft haben die Schaffung eines gemeinsamen Kommunikationskonzeptes für das weitere Vorgehen festgelegt. Die Verhandlungen werden im ersten Quartal 2022 fortgesetzt, sodass erste ausgereifte Ergebnisse im kommenden Frühjahr zu erwarten sind. Nach einer zweiten Lesung im Rat, soll das Projekt in die öffentliche Mitwirkung gehen.

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